Paketkästen: Göde-Gruppe will mit günstigerem Pricing punkten

Heinrich Dehn

Vor gerade einmal einem knappen halben Jahr hat die Göde-Gruppe ihren „PakSafe“ an den Markt gebracht. Die selbst entwickelte Paketbox ging dabei zunächst nur in kleiner Auflage an den Start. Für den jetzt angelaufenen Roll-out im großen Stil wurde der PakSafe erneut überarbeitet. Die neue Version wurde dabei nach den ersten Erfahrungen aus der Praxis und dem Feedback der Kunden angepasst.

Ab sofort gibt es die Alternative zu den Paketkästen von DHL in einer neuen Einsteiger-Variante, die unter der Bezeichnung „PakSafe Basic“ vermarktet wird und das bisherige Modell der Göde-Gruppe ablöst. Die neue Version unterscheidet sich von der bisherigen Lösung zunächst einmal im Preis.

PakSafe Basic
In den PakSafe können Zusteller ihre Pakete packen (Bild: Göde)

Zur Erinnerung: Für die erste Variante des „PakSafe“ mussten Verbraucher stolze 169,50 Euro bezahlen – oder diese Gebühr in 36 Monaten mit einer Rate von jeweils 4,90 Euro abstottern.

Das Feedback der Kunden habe dabei schnell gezeigt, dass dieses Pricing für viele Verbraucher zu teuer ist. Aus diesem Grund bietet die Göde-Gruppe ihren neuen „PakSafe Basic“ nun bereits für einmalig 99,50 Euro an.

Den günstigeren Preis kann die Gruppe allerdings nur bieten, weil die neue Variante im Vergleich zur ersten Produktgeneration deutlich abgespeckter ist. So verzichtet die Göde-Gruppe beim „PakSafe Basic“ auf jegliche Elektronik.

Zum Vergleich: Die erste Generation ließ sich entweder über einen RFID-Chip öffnen oder über eine PIN, die man über ein Tastenfeld an der Box eintippen konnte. Bei der neuen Variante können Verbraucher die Box dagegen ganz klassisch mit einem herkömmlichen Schlüssel aufschließen. Ansonsten sind beide Produktvarianten gleich. Das bedeutet: Der PakSafe besteht nach wie vor aus pulverbeschichtetem Aluminium (Metallgürtel), robustem Nylon (Sack) und einem Sicherungsgurt aus metallverstärktem Nylon, mit dem man die Box diebstahlsicher an der Wohnungstür befestigen soll. Der Gurt wird dabei über die Tür gelegt und klemmt sich fest, wenn man die Wohnungstür von außen schließt.

Vier Systeme, eine Idee: Der Markt für Paketkästen

Wenn der Paketbote dann kommt und der Empfänger nicht zu Hause ist, kann er die Sendung einfach in die Paketbox legen. Bei der ersten Produktvariante konnte der Zusteller die Box über einen Code öffnen, den „PakSafe Basic“ lassen Verbraucher einfach unverschlossen an der Haustür hängen.

Wenn der Zusteller das Paket hineinlegt, muss er lediglich die Box zudrücken. Öffnen kann der Paketbote die neue Einsteiger-Variante allerdings nicht. Verbraucher können daher keine Retouren mehr ablegen, die der Paketbote dann mitnehmen soll – was bei der ersten Variante ging, wo der Zusteller die Box mit einem Code öffnen konnte. Die Göde-Gruppe will aber noch eine Variante auf den Markt bringen, die wieder Elektronik enthält und sich für Retouren eignen soll.

Um Konsumenten für den neuen „PakSafe Basic“ zu begeistern, sind Facebook-Kampagnen und Werbebeilagen geplant. Ein hoher Werbedruck dürfte auch nötig sein, um das Produkt im Markt zu etablieren. Schließlich ist die Konkurrenz groß. So gibt es mit dem „PaketButler“ eine Paketbox, die ähnlich wie der PakSafe konzipiert ist. Der Preis ist aber hier mit einmalig 249 Euro höher.

Die prinzipielle Idee hinter allen Paketkästen ist, dass Kunden beim Online-Shopping künftig mehr Komfort bekommen. So sollen Kunden ihre Bestellungen auch dann erhalten, wenn sie bei der Zustellung nicht zu Hause sind. Weil die Pakete in einer Box vor der Haustür deponiert werden, müssen Kunden ihre Bestellungen auch nicht mehr beim Nachbarn oder einem Laden hinterlegen lassen.

Den Markt bereitet hat Zusteller DHL mit seinen eigenen Paketkästen, die seit 2014 angeboten werden. Weil Zusteller hier aber nur Sendungen von DHL hinterlegen können, setzen die konkurrierenden Zusteller Hermes, DPD und GLS auf eine alternative Lösung. Daher wurde die ParcelLock GmbH im August 2015 von DPD, GLS und Hermes gegründet. Seit kurzem können Verbraucher daher erstmals Paketkästen mit dem so genannten Parcel-Lock-System verwenden, das von den drei Paket-Zustellern DPD, GLS und Hermes unterstützt wird und Kunden damit eine Alternative zum geschlossenen Ökosystem von DHL bieten soll. Doch das kleinste Modell startet mit einer Preisempfehlung von 399 Euro, während es DHL-Paketkästen bereits ab 99 Euro gibt.

Während Verbraucher diese Kästen aber entweder im Garten aufstellen oder an die Hauswand nageln müssen, lässt sich die Göde-Box platzsparend aufhängen – was das System auch für Verbraucher interessant macht, die in einer Wohnung leben. Dazu funktioniert der PakSafe mit allen Zustellern – während DHL nicht am Parcel-Lock-System beteiligt ist – auch wenn das prinzipiell möglich wäre.

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2 Kommentare zu Paketkästen: Göde-Gruppe will mit günstigerem Pricing punkten

  1. Wenn sich das Gerät ‚platzsparend aufhängen‘ aufhängen lässt, kann man dann nicht gleich „Selbstbedienung“ draufschreiben, für alle, die an dem Haus vorbeikommen?

    Gerade in den dichtbesiedelten Innenstädten wird das nicht lange am Platz bleiben, sofern es nicht felsenfest verankert ist, und wenn ich mir vorstelle, ein Wohnhaus mit 20 Parteien und jeder will seine eigene Box platzieren.

    Letztes Argument: ich kaufe online, aber nur dann, wenn (und nur, weil) es billiger ist als im Laden. Da werde ich den Teufel tun und für irgendwelche Boxen Geld ausgeben. Wenn das dem logistiker Zeit und damit Geld spart, soll er die Kosten tragen – und das Diebstahl-Risiko tragen.

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