Online-Marktplätze: Rue du Commerce erneut mit Verlust

Das französische ECommerce-Unternehmen Rue Du Commerce blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. So konnten die Franzosen im vergangenen Geschäftsjahr 2014 zwar insgesamt Ware im Wert von 428,3 Mio. Euro netto über ihr Online-Portal verkaufen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Warenumsatz damit aber dennoch ein wenig abgenommen (2013: 428,5 Mio. Euro).

Rue Du CommerceRue Du Commerce ist Online-Shop und Marktplatz zugleich (Bild: Screenshot)

Auch im vergangenen Jahr wurde das Handelsvolumen von Rue Du Commerce wieder sowohl über eigene Verkäufe erzielt als auch über Angebote von Dritten, die ihre Ware über das Online-Portal der Franzosen verkaufen. Während das Handelsvolumen mit eigener Ware zum Vorjahr um vier Prozent auf 305,6 Mio. Euro gesunken ist, sind die Umsätze der Marktplatz-Partner im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 122,7 Mio. Euro gestiegen.

Bei einer durchschnittlichen Verkaufsprovision von 9,1 Prozent im Geschäftsjahr 2014 konnte Rue Du Commerce durch die Verkäufe seiner Online-Handelspartner insgesamt 11,1 Mio. Euro einnehmen, was zwar ein Plus von 17 Prozent zum Vorjahr ist (2013: 9,6 Mio. Euro). Hier muss man allerdings berücksichtigen, dass die Franzosen im Jahresverlauf ihre Provisionen erhöht haben. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Verkaufsprovisionen daher noch bei 8,8 Prozent.

Kennzahlen Rue Du Commerce

Jahresbilanz 2014: Weniger Einnahmen bei Rue Du Commerce (Bild: Screenshot)

Addiert man nun die Einnahmen aus Verkaufsprovisionen (11,1 Mio. Euro) zu den Umsätzen aus eigenen Verkäufen (305,6 Mio. Euro), so kommt Rue Du Commerce insgesamt auf einen Netto-Umsatz von 316,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als die Franzosen auf einen Umsatz von 328,1 Mio. Euro kamen.

Ein Grund für den Umsatzrückgang ist, dass die Franzosen ihr eigenes Angebot in einzelnen Rubriken reduziert hatten und sich seit dem vergangenen Geschäftsjahr 2014 wieder verstärkt auf ihr ursprüngliches Kernsortiment rund um Heimwerkerbedarf, Unterhaltungselektronik und weiße Ware konzentrieren. Durch diese Sortimentsstrategie wollen die Franzosen nach eigenen Angaben ihre Kernzielgruppe von Männern mit hohem Einkommen besser erreichen.

Starker Wettbewerb beim Elektronik-Geschäft drückt das Ergebnis

Ausgezahlt hat sich die Strategie bislang aber nur bedingt. Denn ausgerechnet im vergangenen Geschäftsjahr hat der Wettbewerb im Elektronikgeschäft stark zugenommen. Um Marktanteile zu halten, haben sich die Franzosen daher auf einen Preiskampf eingelassen. Das hat dazu geführt, dass die Margen gesunken sind. Unterm Strich steht damit 2014 ein operativer Verlust von -19,0 Mio. Euro, der damit schlechter ausfällt als im Vorjahr (2013: -12,5 Mio. Euro).

Kennzahlen Rue Du Commerce

Der operative Verlust ist im Jahresvergleich angestiegen (Bild: Screenshot)

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Ein positives operatives Ergebnis gab es zuletzt im Jahr 2011, als die Franzosen bei einem Handelsvolumen von 383,7 Mio. Euro (eigene Verkäufe und Drittumsätze) auf Einnahmen von 296,5 Mio. Euro kamen und einen operativen Gewinn von 6,4 Mio. Euro verbuchen konnten.

Übrigens: Wie man erfolgreich über Online-Marktplätze verkauft und eigene Vertriebsportale für Dritte schafft, erfahren Online-Händler diese Woche am Donnerstag in München auf dem „E-Channels Day„, wo ich auch vor Ort bin und einen Vortrag halte („E-Commerce 2030“).

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