Online-Elektronikhandel: Pixmania wird erneut verkauft

Zwei Jahre nach der Übernahme trennt sich die deutsche Beteiligungsgesellschaft Mutares AG wieder von ihrem angeschlagenen Elektronik-Versender Pixmania. Demnach gehört der Online-Pureplayer ab sofort dem strategischen Investor VDD SAS, der – wie Pixmania – ebenfalls aus Frankreich stammt und hinter dem französischen Elektronik-Versender Vente du Diable steht.

PixmaniaVersender Pixmania wechselt den Besitzer – wieder einmal (Bild: Screenshot)

Zum Verkaufspreis und den Hintergründen der Transaktion schweigt sich die Mutares AG in ihrer offiziellen Mitteilung aus. Bis Redaktionsschluss war die Beteiligungsgesellschaft trotz mehrmaliger Nachfrage von neuhandeln.de auch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Der Pixmania-Verlauf überrascht aber nicht. Denn bereits vor einem knappen Jahr hatte die Mutares AG durchblicken lassen, “sämtliche strategische Optionen“ bei Pixmania zu prüfen.

Der Hintergrund damals: Pixmania konnte 2014 nur einen Netto-Umsatz von 213,2 Mio. Euro erzielen, nachdem es im Jahr zuvor noch einen Netto-Umsatz von nahezu 300 Mio. Euro gab. Dass der Umsatz zurückging, war zwar abzusehen. So hatte man sich von Randsortimenten wie Gartenmöbeln getrennt, um den Sortimentsschwerpunkt wieder auf Elektronik zu legen.

Vom großen Multichannel-Händler zum kriselnden Online-Pureplayer

Trotz dieser Maßnahame hatte man für 2014 aber mit 250 Mio. Euro Netto-Umsatz gerechnet. Doch eine schlechte Konsumstimmung und ein starker Wettbewerb in Frankreich erschwerten das Geschäft. Das Ergebnis inklusive Einmaleffekten für die Restrukturierung hatte sich 2015 zwar von zuvor -30 Mio. Euro auf -10 Mio. Euro verbessert. Doch nach eigenen Angaben war Pixmania auf den Turnaround im operativen Geschäft sowie neue Finanzierungsquellen angewiesen, um im Jahr 2015 in der Hochsaison das geplante Wachstum zu stemmen.

Vor diesem Hintergrund dachte die Mutares AG einerseits über Zukäufe oder Kooperationen nach, um von besseren Einkaufskonditionen zu profitieren. Gegenüber neuhandeln.de hatte man damals aber auch anklingen lassen, über einen Verkauf von Pixmania nachzudenken.


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Zunächst aber ging es in die andere Richtung. So wurde im Sommer 2015 der ebenfalls auf Elektronik spezialisierte Online-Händler Grosbill aus Frankreich übernommen, der übrigens trotz dem Verkauf der Pixmania-Gruppe nach wie vor zum Portfolio der Mutares AG zählt.

Mit der Übernahme wollte man eigentlich den “Grundstein für einen französischen Champion im europäischen E-Commerce” legen. Doch im ersten Halbjahr 2015 konnte Pixmania nur noch einen Netto-Umsatz von 88,9 Mio. Euro erzielen, wodurch dieser Wert zum Vorjahr erneut um 20 Prozent gesunken war. Verschlechtert hatte sich auch das Ergebnis (EBITDA), das von 5,4 Mio. Euro aus dem ersten Halbjahr 2014 auf 2,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2015 sank.

Im Halbjahresbericht 2015 hieß es zudem, dass der Bestand der Pixmania-Gruppe “gefährdet“ sei. Vor ein paar Monaten startete dann für Pixmania in Frankreich ein Sanierungsverfahren. Ziel war, die Kosten zu reduzieren, um so eine Insolvenz zu vermeiden. Wie sich Pixmania in dem Sanierungsverfahren bis zum Verkauf entwickelt hat, verrät Mutares aber auch nicht.

Das fränzosische E-Commerce-Unternehmen Pixmania ist in 14 Ländern aktiv – darunter auch Deutschland – und gehört seit Januar 2014 zur deutschen Mutares AG, die den Händler von der britischen Dixons-Gruppe übernahm. Bis vor drei Jahren gab es auch einige Filialen, die aber allesamt im Frühjahr 2013 geschlossen wurden. Gegründet wurde Pixmania bereits im Jahr 2000, in früheren Zeiten kam der Händler auf einen Jahresumsatz von 800 Mio. Euro.

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