Offiziell: Rue du Commerce geht an die Carrefour-Gruppe

Im vergangenen November hatte ich berichtet, dass der französische Handelskonzern Carrefour den einheimischen Online-Pureplayer Rue du Commerce übernehmen will. Eine Vereinbarung hatten beide Parteien zwar bereits damals unterzeichnet, jetzt erst ist der Deal aber endgültig in trockenen Tüchern. Demnach hat Carrefour nun sämtliche Aktien an Rue du Commerce vom bisherigen Eigentümer – dem Immobilien-Konzern Altarea Cogedim – übernommen.

Rue du CommerceRue Du Commerce wechselt wieder einmal den Besitzer (Bild: Screenshot)

Mit der Übernahme des französischen Online-Pureplayers will die Carrefour-Gruppe künftig ihr Multichannel-Geschäft in Frankreich ausbauen – schließlich hat der Handelskonzern ja seine Wurzeln im klassischen Supermarkt-Geschäft im Einzelhandel. Von der Übernahme sollen nun sowohl Kunden der Gruppe in den Ladengeschäften profitieren als auch Verbraucher, die bei Rue du Commerce online ordern. Wie das in der Praxis aussehen soll, verrät man aber nicht.

Eine denkbare Variante: Kunden können künftig in stationären Ladengeschäften von Carrefour ihre Ware abholen, die sie zuvor online bei Rue du Commerce bestellt haben (“Click & Collect”).

Wer jedenfalls die Website Carrefour.fr des gleichnamigen Supermarktes besucht, kann dort bereits heute Non-Food-Produkte online ordern und sich die Ware zur Abholung kostenlos in einen Supermarkt liefern lassen. Denkbar wäre prinzipiell aber auch, dass die Gruppe in ihren lokalen Märkten künftig Terminals aufstellt, an denen Kunden online bei Rue du Commerce einkaufen können – so würde der Konzern sein lokales Warenangebot online verlängern.

Bei allen neuen Online-Aktivitäten dürfte Carrefour prinzipiell zudem von Erfahrungswerten profitieren, von denen man inzwischen bei Rue Du Commerce sicher genug sammeln konnte.


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Zur Erinnerung: Rue Du Commerce wurde bereits 1999 gegründet, ging 2005 an die Börse und 2012 im Rahmen einer freundlichen Übernahme an den Immobilienkonzern Altarea Cogedim.

Dieser wollte damals sein Geschäft im stationären Einzelhandel um einen Vertriebskanal im Internet ergänzen. Denn seit 2007 können auch externe Händler über die Plattform Rue Du Commerce verkaufen. Im Herbst 2013 nutzte Altarea Cogedim dann auch seine Kontakte zu Händlern, die offline in den Shopping-Centern der Gruppe verkaufen. Auf einen Schlag kamen damals 250 neue Handelspartner auf die Plattform, die insgesamt 750 externe Händler zählte.

Groß voran kam Rue Du Commerce zuletzt dennoch nicht. So gab es im Geschäftsjahr 2014 zwar ein Marktplatzvolumen von 428,3 Mio. Euro (Wert der gehandelten Ware auf dem Portal). Im Vergleich zum Vorjahr hatte das Online-Handelsvolumen damit aber stagniert. Ein Grund dafür war, dass die Franzosen ihr eigenes Warenangebot reduziert hatten und sich seit 2014 verstärkt auf ihr ursprüngliches Kernsortiment rund um Heimwerkerbedarf, Elektronik und weiße Ware konzentrieren. So wollen die Franzosen ihre Kernzielgruppe von Männern mit hohem Einkommen besser erreichen. Ausgezahlt hatte sich diese Strategie bislang aber nicht gerade.

Denn im vergangenen Geschäftsjahr 2014 nahm der Wettbewerb im Elektronikgeschäft zu. Um ihre Marktanteile zu halten, mussten sich die Franzosen auf einen Preiskampf einlassen.

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