Öko-Versand: Triaz-Gruppe rüstet sich für weiteres Wachstum

Adreko

Die süddeutsche Versendergruppe Triaz zieht um. Konkret will der gleich mit fünf Versendermarken aktive Konzern (Waschbär, Vivanda, Minibär, Pranahaus und B&W Naturpflege) seinen Firmensitz von Freiburg in die Kleinstadt Kenzingen verlagern, die etwa 30 Kilometer nördlich von Freiburg nahe der französischen Grenze im Breisgau liegt. Nötig wird der Umzug, weil die Versendergruppe nach eigenen Angaben stark wächst und die bestehenden Räume im Freiburger Industriegebiet zu eng werden.

Triaz Group Kenzingen
Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan (links) und Triaz-Geschäftsführer Ernst Schütz (rechts), wo der neue Firmensitz entstehen soll (Bild: Stadt Kenzingen)

Prinzipiell würde die Gruppe zwar auch innerhalb Freiburgs umziehen. „Wir konnten hier aber leider keinen für uns passenden Standort finden“, bedauert Ernst Schütz, Haupteigentümer und einer der drei Geschäftsführer der Triaz-Gruppe. Die nächsten fünf Jahre bleibt die Versendergruppe dafür aber Freiburg noch erhalten. Denn in Kenzingen investiert der Konzern in einen Neubau, der erst im Jahr 2021 bezogen werden soll (siehe Foto oben). Am neuen Firmensitz will die Triaz-Gruppe dann alle Bereiche beherbergen (u.a. Verwaltung, Lager und Logistik), die aktuell auch in Freiburg unter einem Dach angesiedelt sind. Insgesamt werden mit der Gruppe rund 340 Mitarbeiter umziehen. Da sich Kenzingen bei Freiburg befindet und der neue Firmensitz öffentlich gut erreichbar wird, wollen nach Informationen von neuhandeln.de alle aktuellen Mitarbeiter mit Triaz umziehen.

Keine Angaben macht der Konzern leider aber auf Nachfrage, wie sich das Geschäft im vergangenen Geschäftsjahr 2015 entwickelt hat. So heißt es zwar, dass die Versendergruppe stark wachse. Doch ein Jahr zuvor musste die Gruppe einen Umsatzrückgang verbuchen, wie man kürzlich veröffentlichten Unterlagen im Unternehmensregister entnehmen kann. Demnach war der Netto-Umsatz im Jahr 2014 um 3,5 Prozent auf 75,0 Mio. Euro gesunken, wodurch der Konzern die Vorjahresziele nicht erreichen und die positive Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre nicht weiter fortsetzen konnte. So war der Konzern zum Beispiel im Jahr 2013 noch um 9,2 Prozent auf von 77,7 Mio. Euro netto gewachsen, 2012 gab es ebenfalls ein Plus von 9,2 Prozent – damals auf einen Netto-Umsatz von 71,1 Mio. Euro.

Konzernabschluss 2014: Triaz spürt „Schwierigkeiten der Branche“

Laut dem Konzernabschluss hatten 2014 die „allgemeinen Schwierigkeiten der Branche“ das Geschäft erschwert. Im Hauptmarkt Deutschland war die Entwicklung mit -2,8 Prozent rückläufig, wo die Gruppe den Löwenanteil von ihrem Umsatz macht. Konkret hat sich hier der Umsatz von 60,9 Mio. auf 59,2 Mio. Euro reduziert. Ähnlich war auch die Entwicklung in Österreich mit einem Umsatzminus von -2,4 Prozent, wobei hier sich das Geschäft in absoluten Zahlen von zuvor 6,2 Mio. auf 6,0 Mio. Euro auf deutlich geringerem Niveau verschlechtert hat. In der Schweiz gab es einen Rückgang um -4,9 Prozent von 9,6 Mio. auf 9,1 Mio. Euro, in den Niederlanden sogar ein Minus von -34 Prozent auf 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro). Grund war hier, dass seit Mitte 2013 aus strategischen Gründen keine Kataloge mehr verschickt werden und Kunden nur noch über den E-Commerce bedient werden.

Unterm Strich steht für das Jahr 2014 ein Jahresüberschuss von 1,8 Mio. Euro, der ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres (2,6 Mio. Euro) liegt. Auch das Vorsteuerergebnis liegt mit 2,6 Mio. Euro um 28 Prozent unter Vorjahr. Dem Konzernabschluss ist unter anderem zu entnehmen, dass bei weniger Umsatz der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf 11,7 Mio. Euro gestiegen ist und nun bei 15,6 Prozent vom Umsatz liegt und damit 1,1 Prozent-Punkte über dem Vorjahr. Konkret war 2014 die Zahl der Mitarbeiter von 343 auf 349 Mitarbeiter leicht angestiegen. Auch die Betriebs- und Verwaltungskosten sind im Konzern sowohl absolut als auch prozentual zum Vorjahr gestiegen.

Triaz Group Umsatz
Trotz kleiner Delle in 2014: Die Umsätze gehen stark nach oben (Bild: eigene Grafik)

Trotz einem kleinen Umsatzrückgang im Jahr 2014 sei die gesamte Firmengeschichte und die personelle Entwicklung des Unternehmens aber positiv – weswegen die Triaz-Gruppe den bevorstehenden Umzug von Freiburg nach Kenzingen auch auf Nachfrage erneut mit einem starken Wachstum begründet – was stimmt. Denn vor neun Jahren lag der Netto-Umsatz im Jahr 2007 erst bei 51 Mio. Euro (siehe Grafik).

Mit seinen Versendermarken ist der Konzern jeweils in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv, mit der Marke „Waschbär“ seit dem Jahr 2010 auch in den Niederlanden. Zwei Drittel vom Gruppenumsatz macht der Konzern über die Marke Waschbär, der als Umweltversand für Mode, Kosmetik, Möbel sowie Heimtextilien und Haushaltsprodukte positioniert ist. Über die Marke „Pranahaus“ werden Bücher angeboten, die Marke „Vivanda“ wiederum führt umweltgerechte Produkte und Öko-Mode im Sortiment. B&W Naturpflege ist dagegen auf Natur-Kosmetik spezialisiert.

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