„Nächster logischer Schritt“: Zalando steigt in Beauty-Geschäft ein

In den vergangenen Monaten hatte Zalando immer wieder das Ziel ausgerufen, durch zusätzliche Sortimente und weitere Handelspartner zum „Betriebssystem für Mode“ werden zu wollen. Das stimmt jetzt aber nur noch bedingt. Denn im kommenden Frühjahr verlässt der Berliner Mode-Versender sein angestammtes Revier und steigt in den Beauty-Markt ein. Damit will man „die Chancen des Online-Handels“ im Beauty-Segment nutzen und das vorhandene Mode-Sortiment künftig sinnvoll ergänzen.

Rubin Ritter Zalando
Rubin Ritter (Bild: Zalando SE)

Hintergrund sei, dass Beauty-Produkte für den eigenen Look vielen Kunden genau so wichtig wären wie Fashion. „Der Einstieg in den Markt für Beauty-Produkte ist für uns der nächste logische Schritt und spiegelt die Wünsche unserer Kunden wider“, argumentiert daher Zalando-CEO Rubin Ritter.

Beauty-Produkte wie Kosmetik, Cremes oder Parfüm will Zalando in verschiedenen Preiskategorien verkaufen. Angeboten werden die Produkte dabei zunächst in Deutschland, wobei die Waren sowohl von Zalando als auch über Drittanbieter aus dem Partnerprogramm verkauft werden sollen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Bereits im Jahr 2010 hatte Zalando erstmals sein Mode-Sortiment um Beauty-Produkte erweitert, dieses Angebot kurz darauf allerdings schon wieder eingestampft. Im Gespräch mit neuhandeln.de berichtet Zalando, dass man damals mit den logistischen Prozessen für Beauty-Produkte noch zu unerfahren gewesen sei. So müssen zum Beispiel manche Beauty-Produkte sehr schnell eingelagert werden – im Gegensatz zu Fashion-Produkten.

Neben neuen Sortimenten gibt es bei Zalando bereits jetzt auch neue Zahlen. So rechnen die Berliner damit, den europaweiten Netto-Umsatz im dritten Quartal 2017 um 27,5 bis 29,5 Prozent auf 1,06 bis 1,08 Mrd. Euro steigern zu können. Das besagen die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2017. Für den gleichen Zeitraum erwartet Zalando ein bereinigtes EBIT zwischen -5 und 5 Mio. Euro, was einer bereinigten EBIT-Marge zwischen -0,5 und 0,5 Prozent entspricht. Während der Umsatz damit weiter steigt, verschlechtert sich parallel das EBIT (Q3/2016: 20 Millionen Euro und 2,3 Prozent EBIT-Marge).

Hintergrund ist, dass Zalando sein Wachstum unter anderem auch über Investitionen in den Kunden-Service und in die Logistik befeuert. So können Kunden zunehmend ihre Bestellungen bereits am selben Tag erhalten (Same Day Delivery) oder ihre Retouren bequem bei sich zu Hause abholen lassen. Diese Maßnahmen befeuern zwar den Umsatz, drücken allerdings auch auf das Ergebnis.

Über das Partner-Programm von Zalando verkaufen aktuell bereits mehr als 170 Marken ihre Sortimente über den Online-Shop von Zalando. Dabei versenden die Partner ihre Produkte noch größtenteils selbst aus ihrem Lager an die Kunden des Fashion-Versenders. Mode-Marken und Händler können ihre Ware seit kurzem aber auch direkt in den Logistikzentren von Zalando einlagern und von dort aus an die Kunden des Fashion-Versenders ausliefern lassen („Zalando Fulfillment Solutions“).

Die Zahlen für das dritte Quartal 2017 sind vorläufig, die testierten Werte gibt es 07. November 2017.

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1 Kommentar zu „Nächster logischer Schritt“: Zalando steigt in Beauty-Geschäft ein

  1. Passend dazu: Otto bietet online ab sofort Kosmetik von L’Oréal an. Dadurch will Otto sich im Beauty-Segment breiter aufstellen. Im Gegensatz zu Zalando ist Beauty aber kein neues Sortiment bei Otto. So waren bereits vor der Kooperation mit L’Oréal diverse Beauty- und Kosmetikprodukte im Angebot.

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