Nach Übernahme: Das plant die Klingel-Gruppe mit Hoeltzhaus

Auf neuhandeln.de hatte ich bereits berichtet, dass die Klingel-Gruppe den Wörishofer Bequemschuh-Versand aus Bayern übernehmen will. Nun ist der Kauf abgeschlossen und es gibt weitere Infos zu dem Deal. Konkret berichtet die Augsburger Allgemeine Zeitung jetzt online, dass für die Belegschaft der Hoeltzhaus GmbH – dem Unternehmen hinter dem Bequemschuh-Versand – die Auswirkungen der Übernahme “offenbar enorm” seien. Demnach habe die Lokalpresse aus informierten Kreisen erfahren, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Mitarbeiter die Kündigung erhalten hätten. Konkret soll Klingel von zuletzt etwa 40 Mitarbeitern nur noch acht Mitarbeiter weiter beschäftigen, schreibt die Lokalpresse.

Lokalpresse: Nur Mitarbeiter aus Ladengeschäft übernommen

Dass nur acht Mitarbeiter dabei bleiben, habe laut dem Bericht einen einfachen Grund. Denn so viele Mitarbeiter sind in einem lokalen Laden von Hoeltzhaus in Bad Wörishofen beschäftigt, der als einziges stationäres Geschäft zusätzlich zum Versandhandel betrieben wird. Auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt die Klingel-Gruppe dann auch, dass der Ladenverkauf in Bad Wörishofen nach der Übernahme der Hoeltzhaus GmbH durch die Klingel-Gruppe weiter geht und alle acht Mitarbeiter aus dem Geschäft in der Messerschmittstraße übernommen werden. Ob die Mitarbeiter aus dem Versandgeschäft gekündigt wurden, hat Klingel gegenüber neuhandeln.de dagegen bislang nicht bestätigt – man kann den Hinweis auf die Übernahme der acht Mitarbeiter aus dem Ladengeschäft aber durchaus so verstehen, dass tatsächlich keine weiteren Mitarbeiter von Klingel übernommen werden.

Offiziell heißt es lediglich, dass die Klingel-Gruppe den “Erhalt der Bequemschuh-Marke durch Synergie-Effekte im Bereich Werbung, Logistik und Administration sichern” wolle – was man ebenfalls so interpretieren kann, dass künftig das Versandgeschäft des Schuh-Versenders vom Firmensitz der Klingel-Gruppe in Pforzheim aus gesteuert werden soll. Dass Klingel von einem “Erhalt der Bequem-Schuhmarke” spricht, legt zudem den Verdacht nahe, dass es dem Bequemschuh-Versand zuletzt wirtschaftlich nicht so gut ging. Überprüfen lässt sich das allerdings nicht. So enthält der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss der Hoeltzhaus GmbH für das Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 31. Januar) keine Informationen zu Umsätzen und der Geschäftsentwicklung. Klingel selbst hat sich auf Nachfrage von neuhandeln.de bislang nicht zur wirtschaftlichen Situation beim Versender geäußert.

Fritz Koob als zweiter Geschäftsführer bestellt

Fest steht dagegen, dass die Geschäftsführung von Hoeltzhaus erweitert wurde. So wurde neben Martina Satzger nun mit Fritz Koob ein zweiter Geschäftsführer bestellt. Der 54-Jährige leitete bereits seit Anfang 2012 bei der K-Mail Order GmbH & Co KG (bekannt als Klingel-Gruppe) das Geschäftsfeld Nahrung und Gesundheit. Aktuell ist er Markenleiter der auf Gesundheitsprodukte spezialisierten Versendermarke Wellsana, die von der K – Mail Order GmbH & Co. KG betrieben wird.

Die Klingel-Gruppe betreibt zehn Spezialversender wie Wellsana oder Klingel, die sich an Best Ager richten. Vor diesem Hintergrund passen die Bequem-Schuhe aus Wörishofen gut ins Sortiment, da diese Schuhe für Best Ager attraktiv sein dürften. Mitte Januar machte das Kartellamt öffentlich, dass die K-Mail Or­der GmbH & Co. KG die Hoeltz­haus GmbH erwerben will. Ende Januar hatte die Behörde dann grünes Licht gegeben und dem Erwerb durch die Klingel-Gruppe die Freigabe erteilt.

Der Wörishofer Bequemschuh-Versand wurde 1971 von Wolfgang Hoeltz gegründet, seit seinem Tod im Jahr 1997 führt Martina Satzger als Geschäftsführerin den Versender. Verkauft wird im Versandhandel über einen Online-Shop und Print-Kataloge. Dazu gibt es in Bad Wörishofen einen Ladenverkauf.

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