Nach Strauss Innovation: Auch Butlers stellt Insolvenzantrag

Adreko

Nach Strauss Innovation kriselt nun der nächste Multichannel-Händler, der auf das Geschäft mit Wohn-Accessoires und Deko-Artikeln spezialisiert ist. So hat die Geschäftsleitung von Butlers beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Betroffen sind sowohl die Butlers GmbH & Co. KG als auch die Butlers Handel GmbH, für die jeweils Jörg Bornheimer von der Sozietät Görg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt worden ist.

Butlers Online-Shop
Bei Butlers kriselt es (Bild: Screenshot)

Ziel sei, das Multichannel-Unternehmen mit Sitz in Köln zu erhalten und nachhaltig zu sanieren. Alle Filialen und der Online-Shop bleiben normal geöffnet. Denn jetzt wolle man das Handelsgeschäft so reibungslos wie möglich fortführen und Butlers markt- und wettbewerbsfähig neu positionieren.

Butlers-Gründer und Geschäftsführer Wilhelm Josten ist zuversichtlich, dass der Multichannel-Händler „weiterhin eine gute Zukunft“ hat. Warum aber Butlers in Schieflage geraten ist, steht nicht in der aktuellen Mitteilung – und wurde auf Nachfrage bis Redaktionsschluss auch nicht verraten.

Interessante Einblicke gewährt dafür aber der Konzernabschluss der Butlers GmbH & Co. KG für das vorletzte Geschäftsjahr 2015. Demnach hatte sich der Konzernumsatz damals verringert um 7,9 Mio. Euro von zuvor 110,2 Mio. Euro (2014) auf 102,3 Mio. Euro (2015), wodurch die Umsatzziele nicht erreicht wurden. Ein Grund dafür waren nachlassende Frequenzen in den Innenstädten.

Neben dem Umsatz hatte sich 2015 auch das Ergebnis verschlechtert. Konkret hatten damals unter anderem ein zunehmender Wettbewerbsdruck und negative Wechselkurseffekte zu einem „deutlichen Ertragsverlust“ in der Butlers-Gruppe geführt. Wegen einem starken US-Dollar waren die Einkaufspreise gestiegen, die höheren Kosten konnte man aber nicht zeitnah an die Kunden weitergeben. Der Jahresfehlbetrag betrug 2015 daher -12,4 Mio. Euro, nachdem Butlers ein Jahr zuvor noch einen Jahresüberschuss erzielen konnte – wenn auch nur in Höhe von überschaubaren 0,1 Mio. Euro.

Butlers Konzernstruktur
Die Konzernstruktur von Butlers im Überblick (Grafik: Butlers)

Derzeit gehen bereits bei der angeschlagenen Warenhauskette Strauss endgültig die Lichter aus. Hier hat der Insolvenzverwalter im Dezember 2016 mit dem Abverkauf begonnen. Grund ist, dass kein Investor gefunden wurde. Zuvor hatte bereits die Geschäftsführung der Strauss Innovation GmbH im September 2016 einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Butlers erwirtschaftet seine Umsatzerlöse über den Handel mit Geschenkartikeln, Glas, Porzellan und Wohn-Accessoires plus Möbeln. Der Löwenanteil mit 81,2 Mio. Euro wurde 2015 in Deutschland erzielt, nach Vertriebswegen kamen 80,1 Mio. Euro über die Filialen zusammen und 14,9 Mio. Euro über die Online-Shops der Gruppe. Butlers betreibt Filialen sowohl selbst als auch durch Franchise-Partner.

Eigene Filialen betreibt Butlers in Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien und Spanien. In Griechenland, Ungarn, Tschechien, der Ukraine, Luxemburg sowie Malta und Kroatien werden die Filialen von Partnern geführt. Aktuell gibt es über 100 eigene Filialen sowie 40 Franchise-Standorte. Das Geschäft dort ist von dem Insolvenzantrag nach eigenen Angaben nicht betroffen.

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