Nach sinkenden Umsätzen: Walbusch-Geschäft zieht wieder an

Der Herrenmode-Spezialist Walbusch konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2016 einen Brutto-Umsatz von 305 Mio. Euro erzielen (inkl. MwSt., nach Retouren). Damit steht zum Vorjahr ein Plus von 3,4 Prozent in den Büchern, da der Multichannel-Händler damals erst auf einen Brutto-Umsatz von 295 Mio. Euro gekommen war. Das aktuelle Walbusch-Wachstum muss man allerdings ein Stück weit relativieren, da der Umsatz sowohl 2014 als auch 2015 – teilweise deutlich – gesunken war. Aus diesem Grund stellt der aktuelle Wert von 305 Mio. Euro Brutto-Umsatz auch keine neue Bestmarke dar.

Walbusch Filiale
Walbusch betreibt rund 40 Filialen in Deutschland (Foto: Walbusch Pressebild)

Zur Erinnerung: Schon im vorletzten Geschäftsjahr 2015 hatte sich der Brutto-Umsatz gleich um neun Prozent auf 295 Mio. Euro reduziert, nachdem bereits ein Jahr zuvor der Brutto-Umsatz der Solinger Versendergruppe um zwei Prozent auf 325,0 Mio. Euro gesunken war.

Ungewöhnlich war das nicht zuletzt, weil Walbusch im September 2015 bereits das 43. Fachgeschäft eröffnet hatte und es im Mai 2014 erst 33 Filialen gab. Der Umsatz war damit also in einem Zeitraum gesunken, in welchem Walbusch offline expandierte. Vor diesem Hintergrund hätten viele Marktbeobachter aufgrund der Filial-Expansion wohl eher mit einem Umsatzwachstum als mit einem Rückgang gerechnet.

Gegenüber neuhandeln.de argumentierte der Textil-Spezialist aber vor einem Jahr, dass man die Handelsgruppe von einem ehemaligen Katalogversender zu einem Multichannel-Unternehmen umbaue und sich deshalb Umsätze aus dem Print-Katalog hin zum E-Commerce und den Filialen verlagern. Dazu sei in bestehenden Geschäften im vorletzten Geschäftsjahr 2015 die Frequenz rückläufig gewesen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2016 ist Walbusch hier der Turnaround gelungen, da auf vergleichbarer Fläche ein kleines Umsatzplus in den Büchern steht. Dennoch wurden 2016 keine neuen Filialen eröffnet, da Walbusch derzeit intensiv die weitere Entwicklung der innerstädtischen Kundenfrequenzen und Mieten beobachtet. Insgesamt hätten sich die Umsätze der Kernmarke Walbusch stabil entwickelt. Stark zugelegt hatten dagegen die beiden Spezialversender Avena (Gesundheitsversand) sowie Mey & Edlich (Männermode), was maßgeblich zur positiven Gesamtentwicklung beigetragen habe.

Wachsen will die Gruppe in diesem Jahr durch zusätzliche Fremdmarken, die das Sortiment der Hauptmarke Walbusch ergänzen sollen. Dazu will man durch Investitionen in IT die Kunden künftig beim Marketing individueller ansprechen. Bereits im Vorjahr habe man Walbusch so modernisiert, dass man Kunden zielgruppendifferenzierter und individueller ansprechen könne als zuvor.

Zur Walbusch-Gruppe gehört neben der gleichnamigen Kernmarke sowie Mey+Edlich und Avena noch mit Klepper ein Anbieter von Outdoor-Mode (Motto: „Für alle Wetter“). Generell ist die Walbusch-Gruppe mit ihren Marken im Versandhandel in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv.

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