Nach Filialschließungen: Globetrotter investiert wieder offline

Die Hamburger Globetrotter Ausrüstung GmbH setzt weiter auf den Multichannel-Handel. Aus diesem Grund eröffnet der Outdoor-Spezialist im kommenden Jahr wieder einmal eine neue Filiale, nachdem die letzte Neueröffnung mit dem Store in Stuttgart knapp zwei Jahre zurückliegt. Von dem bisherigen Filialkonzept soll sich das kommende Geschäft aber deutlich unterscheiden.

Globetrotter Stuttgart
Die Stuttgarter Filiale (Bild: Globetrotter)

So verfügt das geplante Ladengeschäft nur über eine Verkaufsfläche von ca. 1.000 Quadratmetern, während bislang die Ladengeschäfte von Globetrotter auf deutlich mehr Fläche kommen – von zum Beispiel 4.150 Quadratmetern in Frankfurt (am Main) bis hin zu 7.000 Quadratmetern in Köln.

Bei diesen „Erlebnisfilialen“ dreht Globetrotter zudem das ganz große Rad, so dass zum Beispiel die Kunden in dem zuletzt eröffneten Store in Stuttgart auf gleich vier Etagen zahlreiche Gimmicks wie eine Windkammer oder eine Boulderwand zum Klettern finden.

Im direkten Vergleich soll es bei der kommenden Filiale doch eine ganze Spur gemäßigter zugehen. So kommt der neue Store nicht nur mit 1.000 Quadratmetern auf eine deutlich kleinere Fläche.

Angeboten werden soll vor Ort auch in erster Linie einmal Bekleidung, Schuhe und Ausrüstung, die sich „für den alltäglichen Gebrauch“ eignet. Passend dazu eröffnet die neue Globetrotter-Filiale im März 2017 direkt in der Hamburger Innenstadt – am Jungfernstieg in der Gerhofstraße 19.

Interessant ist, dass Globetrotter in Hamburg bereits eine Erlebnisfiliale betreibt. Diese verfügt über 4.000 Quadratmeter Fläche und liegt außerhalb vom Zentrum im Stadtteil Barmbek-Nord.

Dass sich die Geschäfte kannibalisieren, ist aber wohl unwahrscheinlich. So dürfte der bisherige Store samt Kältekammer und Kletterwand weiter eine Zielgruppe ansprechen, für die Outdoor-Aktivitäten eine Lebensphilosophie sind. Das neue Geschäft in der Innenstadt dagegen sollte eher gemäßigtere Kunden erreichen, die zum Beispiel wetterfeste Kleidung zum Wandern suchen.

„Mangelnde Wirtschaftlichkeit“: Zwei Geschäfte erst geschlossen

„Eine Kannibalisierung sehen wir nicht – eher eine Befruchtung“, argumentiert auch Globetrotter-Chef Andreas Bartmann im Gespräch mit neuhandeln.de. „Globetrotter hat in Hamburg noch reichlich Potentiale. Zudem wollen wir auch neue Kundengruppen ansprechen.“ Durch die Nähe zum Firmensitz in Hamburg könne man das neue Projekt zudem gut monitoren und schnell nachjustieren, um eine zeitnahe Entscheidungsgrundlage für weitere Standorte zu bekommen.

Denn an sich will Globetrotter künftig weitere Filialen nach dem neuen Modell in bundesdeutschen Großstädten eröffnen – und damit dort, wo sich bereits oftmals schon Erlebnisfilialen befinden.

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Neben diesen Erlebnisfilialen im XXL-Format betreibt Globetrotter noch ein paar kleinere Standorte – dazu zählen neben dem Outlet in Bonn mit 2.000 Quadratmetern Fläche die zwei Filialen in Ulm (270 Quadratmeter) und Metzingen (350 Quadratmeter). Die Geschäfte in Süddeutschland gehörten zuvor Outdoor-Ausrüster Woick, den Globetrotter im Frühjahr 2014 übernommen hat.

Zuletzt hatte Globetrotter sein Filialnetz bereinigt. Aus diesem Grund trennte sich der Multichannel-Händler von zwei Geschäften, die wegen „mangelnder Wirtschaftlichkeit“ aufgegeben wurden – darunter ein Laden in Filderstadt (ehemalige Woick-Filiale) und ein Outlet-Store in Frankfurt/Main. Das Frankfurter Outlet wurde geschlossen, weil Globetrotter die beiden anderen Outlets in Bonn und Metzingen für den Abverkauf der Überhänge reichen. Die durch die Woick-Übernahme neu hinzu gekommene Filiale in Filderstadt wurde stark durch den Store in Stuttgarter „subsumiert“.

Bei der deutschen Globetrotter Ausrüstung GmbH hat sich das Geschäft im zweiten Quartal 2016 im Anschluss an die eigenen Pläne „kontinuierlich verbessert“, wie die Konzernmutter Fenix in ihrem aktuellen Finanzbericht meldet. Verbessert hat sich demnach aber nicht der Umsatz des Outdoor-Spezialisten, sondern das Ergebnis. So heißt es im Bericht, dass Globetrotter zwar einen etwas geringeren Umsatz erzielt hat. Die Margen- und Kostensituation habe sich dafür aber verbessert.

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