Nach einem Jahr: Baur-Versand komplettiert Geschäftsführung

Der Baur-Versand hat einen neuen Geschäftsführer. Demnach komplettiert nun Patrick Boos das Baur-Management, das zuletzt nur aus Albert Klein und Olaf Röhr bestand. Diese hatten ein Jahr zusammen die Geschäfte geführt, nachdem sich zum 30. September 2016 mit Jens Kranz der Geschäftsführer für Marke und Vertrieb verabschiedet hatte – wegen unterschiedlichen Auffassungen bei der Strategie.

Patrick Boos
Patrick Boos (Bild: Baur-Gruppe)

Der Neuzugang komplettiert seit 01. November 2017 die Geschäftsführung, in der Boos nun für die Ressorts Marke und Vertrieb zuständig ist. Bislang hatte Albert Klein hier interimistisch die Verantwortung übernommen, obwohl der 60-Jährige an sich für Finanzen, Personal, Planung & Controlling sowie Kommunikation zuständig ist. Management-Kollege Röhr (49) kümmert sich bei Baur weiterhin um Logistik und Dienstleistungen.

Kranz ist seit kurzem Geschäftsführer des Spezialversenders HQ Patronen, den erst kürzlich der Elektronik-Händler Cyberport übernommen hat.

Neuzugang Boos verfügt über 20 Jahre Berufserfahrung in IT und E-Commerce. Zuletzt war er Managing Director „Consumer Goods & Retail“ bei der Beratung Accenture. Davor hatte er bereits im Jahr 1999 das Kundenprogramm „Webmiles“ gegründet, das später an Bertelsmann veräußert wurde. Danach war er Geschäftsführer und Vice President Marketplace bei eBay Deutschland. Als Chief Digital Officer war Boos wiederum von 2010 bis 2013 bei der Ringier Axel Springer Media AG für die strategische Führung und Weiterentwicklung der digitalen Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Zu den Schwerpunkten von Boos zählt daher auch bei der Marke „Baur“ die digitale Transformation.

Neben einer neuen Personalie gibt es bei der Baur-Gruppe nun auch neue Zahlen. Demnach konnte die Otto-Tochter den Netto-Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 (Ende: 28. Februar) um zwölf Prozent auf 361 Mio. Euro steigern (Vorjahr: 323 Mio. Euro). Positiv verlief demnach sowohl das Geschäft der österreichischen Baur-Tochter Unito, die mit mehreren Marken wie Quelle und Otto Österreich selbst im Versandhandel aktiv ist und dazu Dienstleistungen wie Logistik für Dritte anbietet (+24 Prozent). Zweistellig gestiegen ist auch der Umsatz der deutschen Baur Fulfillment Solutions GmbH, die ebenfalls Logistik- und Service-Dienstleistungen für andere Versender erbringt.

Beim Baur-Versand selbst gab es zwar nur ein Plus von einem Prozent. Im Jahr zuvor war Baur hier aber noch unter den Plan- und Vorjahreswerten geblieben. Jetzt hat das Geschäft unter anderem wieder angezogen, weil es im Baur-Shop seit diesem Frühjahr die zusätzliche Angebotswelt „Lifestyle“ gibt.

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