Multishop-Strategie: Otto wird jetzt auch im Ausland aktiv

Mit seiner Multishop-Strategie setzt der Otto-Versand scheinbar auf das richtige Pferd. Dafür spricht jedenfalls nicht nur, dass mit dem Online-Angebot Privileg.de seit kurzem schon der sechste Sub-Shop der Hanseaten online ist. Zuletzt haben Ottos Nischen-Portale über einen Zeitraum von zwölf Monaten auch schon 70 Mio. Euro Netto-Umsatz in die Kasse gespült.

Schlafwelt.atMit Schlafwelt.at startet der erste Nischen-Shop im Ausland (Bild: Screenshot)

Kein Wunder also, dass die Multishop-Strategie ausgebaut wird. Diesmal setzt Otto aber kein weiteres Konzept um, sondern internationalisiert bestehende Angebote. Denn Anfang macht der Matrazen-Shop Schlafwelt.de, der in Deutschland bereits seit Ende 2009 online ist und in Kürze mit lokalisierten Länder-Versionen in Österreich und in der Schweiz starten soll.

Um den Betrieb der ausländischen Ableger kümmert sich aber nicht die Otto-Einzelgesellschaft aus Hamburg, sondern ein Tochter-Unternehmen des Otto-Konzerns: die österreichische Unito-Gruppe. Diese will nach Schlafwelt.de weitere Sub-Shops der Hamburger Kollegen in ihrem Hoheitsgebiet ausrollen, wie Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi in Aussicht stellt.

Unito-Plan: Sechs bis acht Spezial-Shops sollen auch im Ausland starten

Von den insgesamt sechs Sub-Shops der Otto-Gesellschaft kämen damit also prinzipiell noch die vier Shopping-Angebote Cnouch und Naturloft (Sortimente: Möbel) sowie auch Privileg und Ekinova (Elektronik und weiße Ware) in Frage. Der Nischen-Shop Neckermann.de ist dagegen keine Option, weil unter Neckermann.at bereits die TopAgers AG einen Online-Shop betreibt.

Bei den verbleibenden vier Nischen-Shops fallen Ekinova und Privileg.de zunächst durch das Raster, weil in der Schweiz bei Elektrogeräten ein anderer Steckertyp verwendet wird als in Deutschland und Österreich. Im ersten Schritt will sich Unito nämlich um solche Konzepte kümmern, deren Sortiment man ohne große Anpassungen international ausrollen kann. Sechs bis acht Spezial-Shops sind dennoch insgesamt in Österreich und in der Schweiz geplant.

Die Unito-Gruppe internationalisiert allerdings nicht nur Spezial-Shops vom Otto Versand. So startet Unito nun auch für Kunden in Österreich und in der Schweiz lokalisierte Shop-Varianten des Bademode-Anbieters Lascana, der wiederum eine Tochterfirma der Otto-Gruppe ist.

Der Hintergrund: Bei der internationalen Expansion setzt die Unito-Gruppe den Schwerpunkt auf Online-Händler, die sich auf die Sortimente Mode und Lifestyle sowie Möbel spezialisiert haben. Hier sei die Otto-Gruppe als Dachkonzern einer der größten Anbieter in Europa.

Lascana.at
Von Lascana gibt es künftig auch ausländische Web-Shops (Bild: Screenshot)

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Von Lascana soll es im vierten Quartal 2015 auch Online-Shops für Kunden in Osteuropa geben (geplante Länder: Tschechien, Slowakei, Ungarn). Denn bereits im vergangenen Herbst hatte die Unito-Gruppe von den Hamburger Kollegen das operative Geschäft in Osteuropa übernommen. Mit der Marke „Otto“ ist Unito bereits in Tschechien, Slowakei und Ungarn aktiv. Bei einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2015/16 will Unito weitere Länder bedienen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) konnte die Unito-Gruppe einen Brutto-Umsatz von 329,7 Mio. Euro erzielen. Zum Vorjahr gab es damit ein Plus von 5,6 Prozent, was Geschäftführer Harald Gutschi mit einer guten Konjunktur und neuen Kunden-Services begründet. So erhalten Kunden in Österreich und in der Schweiz zum Beispiel seit kurzem ihre Bestellungen versandkostenfrei, wenn sie für mehr als 75 Euro ordern.

In dem Gruppenumsatz sind aber neben dem Handelsgeschäft von AlpenweltUniversalOtto ÖsterreichAckermann und Quelle (DACH-Region) auch Finanz-, Logistik- und Kundenservice-Leistungen enthalten, die Unito als Dienstleistungen für Dritte erbringt. Im Handelsgeschäft liegt die Umsatzrendite nach eigenen Angaben bei vier Prozent im Geschäftsjahr 2014/15.

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2 Kommentare zu Multishop-Strategie: Otto wird jetzt auch im Ausland aktiv

  1. Zitat: „Bei den verbleibenden vier Nischen-Shops fallen Ekinova und Privileg.de zunächst durch das Raster, weil in der Schweiz bei Elektrogeräten ein anderer Steckertyp verwendet wird als in Deutschland und Österreich.“ – na, da kann dann aber die Marge nicht groß sein, wenn aufgrund dessen eine Expansion ins Ausland nicht vollzogen wird.

  2. Der Stecker ist doch nicht entscheidend. Die Basis-Idee ist der Bringer. Erfolgreiche Marketing Konzeptionen laenderspezifisch umsetzen und angreifen. Bingo. Das alte McDonald Konzept erfolfgreich worldwide. Das duemmste in der Vergangenheit war die Ueberlegung Hollaender oder Englaender ticken anders als Deutsche! Bullshit. Ticken alle gleich! Hauptsache – sie verstehen es.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Otto's multi-store strategy pays off; Schlafwelt.de goes abroad

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