Multishop-Strategie: myToys.de hat Beauty-Markt im Visier

Mit Multi-Shop-Strategien beschäftigt sich die Otto-Gruppe nicht nur beim millionenschweren Collins-Projekt. Auch in der myToys-Gruppe entsteht zunehmend ein eigenes Multi-Shop-Universum. So finden Kundinnen bereits heute auf myToys.de neben dem Kernsortiment mit Spielwaren weitere Sub-Shops für Schuhe (Mirapodo) und Damenmode (Ambellis), deren Sortimente sich über einen Klick auf den entsprechenden Button am Seitenkopf öffnen lassen (siehe Foto):

mytoys.deBildquelle: Screenshot

Während der Schuh-Shop Ambellis im Jahr 2010 von vornherein als Zweitmarke von myToys gestartet war, ist Mirapodo von Otto zunächst als Standalone-Lösung konzipiert worden und wurde erst im vergangenen März an myToys.de angedockt. Diesen Schritt hat man unternommen, weil das Multi-Shop-Konzept mit Ambellis nach eigenen Angaben aufgegangen ist:

„Die myToys-Kundinnen nahmen die Möglichkeit, neben Produkten fürs Kind auch das eine oder andere Accessoire oder Outfit für sich selbst mit zu bestellen, hervorragend an. Das Multi-Shopping erweitert das Einkaufserlebnis der Kundinnen. Deshalb wird die myToys.de GmbH dieses Konzept nun sukzessive durch weitere, für eine breite weibliche Zielgruppe relevante und attraktive Online-Shops ergänzen.“

Nun liegt tatsächlich in der Luft, dass die myToys-Gruppe ihrem Online-Portal in Kürze einen weiteren Sub-Shop spendieren wird. So gehört den Berliner die Marke „Lapurisa“, die mit dem Zusatz „Beauty neu entdecken“ zu Jahresbeginn beim Patent- und Markenamt eingetragen worden ist. Inhaber der Website Lapurisa.de ist laut Denic die myToys.de GmbH aus Berlin.

Was genau die Berliner mit der Marke planen, will die Otto-Tochter auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht verraten. So könne man „zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Informationen zu Lapurisa geben„. Es liegt aber nahe, dass Lapurisa als weiter Sub-Shop an myToys.de angegliedert wird. Zum einen würden Beauty- und Kosmetik-Produkte das vorhandene Angebot an Spielwaren, Schuhen und Bekleidung für die weibliche Zielgruppe sinnvoll abrunden. Zum anderen hat man im November 2013 erklärt, dass man „zur myToys Gruppe bestehend aus weiteren zur Zielgruppe passenden Konzepten und Unternehmen“ werden wolle.

In diesem Zusammenhang dürfte wohl auch der auf junge Familien fokussierte Shopping-Club Limango einmal Teil des Multi-Shop-Konzepts werden. Dieses Otto-Portal wurde bereits im vergangen Jahr – wie zuvor Mirapodo – ebenfalls zu einem Tochter-Unternehmen der myToys-Gruppe, ist bislang online aber nicht mit myToys.de verknüpft. Entsprechende Überlegungen gibt es aber, wie myToys-Gründer Oliver Lederle im vergangenen Herbst erklärt hatte:

„Eine Einbindung von limango in den Multi-Shop ist ebenfalls denkbar. Als führende Shopping-Community für Familien ergänzt limango unser Angebot optimal.“

Auf Nachfrage von neuhandeln.de wird myToys.de eine Spur konkreter (via Mail):

„Limango ist eine für die Zielgruppe junge Familie sehr interessante Shopping-Community und damit ein wesentlicher Teil unserer geplanten Angebotserweiterung und Wachstumsstrategie. Deshalb führen wir derzeit Gespräche mit dem limango-Team, um herauszufinden, welche Möglichkeiten der Einbindung in den Multi-Shop für die Kunden interessant sein könnten. Ob, wann und in welchem Umfang limango Teil des Multi-Shop-Konzepts wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.“

Sortimentserweiterungen bleiben dennoch ein zweischneidiges Schwert. Denn je mehr Angebot ein Plattform führt, umso unschärfer wird das Profil. Das kann im dümmsten Fall dann dazu führen, dass sich Teile der Zielgruppe vielleicht nicht mehr angesprochen fühlen.

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