Multichannel-Spielwiese: Mister Spex eröffnet stationären Store

Der Berliner Online-Optiker Mister Spex expandiert jetzt wieder einmal im stationären Einzelhandel – allerdings anders als man es bisher von den Berlinern gewohnt war. Denn bislang war es üblich, dass Mister Spex vor Ort mit stationären Partner-Optikern kooperiert und nicht selbst in Filialen investiert. Im Berliner Shoppingcenter Alexa wurde nun dennoch das erste eigene Ladengeschäft von Mister Spex eröffnet, wo ab sofort sieben Mitarbeiter auf einer Fläche von rund 150 Quadratmetern solche Service-Leistungen erbringen, für die bislang ausschließlich die Partner-Optiker der Berliner zuständig waren.

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Der erste eigene Spex-Store in Berlin (Bild: Mister Spex)

Zur Erinnerung: Der Online-Optiker betreibt seit 2011 ein Partnerprogramm, bei dem stationäre Optiker für die Berliner aktiv werden. Dank den Partnern vor Ort können Kunden von Mister Spex zum Beispiel einen Sehtest durchführen lassen, bevor sie online eine Brille bestellen.

Wer bereits eine Brille online gekauft hat, kann diese wiederum im Nachhinein bei einem Partner-Optiker vor Ort anpassen lassen.

Durch dieses Partnermodell sollen Kunden von Mister Spex bundesweit auch solche Services in Anspruch nehmen können, die sich allein über einen Online-Shop nicht abbilden lassen.

Mister Spex erhält durch die Partnerschaften wiederum eine flächendeckende Präsenz im stationären Einzelhandel, ohne selbst Geld für Filialen in die Hand nehmen zu müssen. Profitieren können zudem die Partneroptiker: Diese erhalten von Mister Spex jeweils 15 Euro für jeden durchgeführten Sehtest, bei einer Brillenanpassung nach einem Online-Kauf bei Mister Spex gibt es jeweils fünf Euro.

Erster Store auch Spielwiese für neue Multichannel-Modelle

Nach eigenen Angaben geht das Konzept mit den Partneroptikern auf, was auch die offiziellen Zahlen belegen. Denn gestartet wurde das Multichannel-Modell hierzulande mit gerade einmal 23 Optikern. Heute sind es bereits über 550 stationäre Optikfachgeschäfte, die Service-Leistungen für Kunden von Mister Spex erbringen. Partner-Optiker gibt es heute zudem auch schon in Österreich und in der Schweiz, langfristig will Mister Spex in weiteren europäischen Ländern mit stationären Optikern kooperieren. Verständlich. Denn im vorletzten Geschäftsjahr 2014 wurden etwa 20 Prozent vom Gesamtumsatz in der Produktkategorie „Brille“ über die stationären Partner-Optiker angestoßen.

Mirko Caspar
Spex-Geschäftsführer Mirko Caspar (Bild: Mister Spex)

Die Berliner eröffnen jetzt dennoch zum ersten Mal einen eigenen Laden, um im Geschäft mit Kunden vor Ort eigene Erfahrungen zu sammeln.

„In der Zusammenarbeit mit unseren Optikern liegt noch viel Potenzial für beide Seiten, das wir gern gemeinsam heben möchten”, verdeutlicht Geschäftsführer Mirko Caspar (siehe Foto links). “In unserem Store werden wir unsere Kompetenzen ausbauen und neue Ideen testen, die wir dann gemeinsam mit unseren Partneroptikern ausrollen können.”

Das Kerngeschäft von Mister Spex bleibe aber auch nach der ersten eigenen Filiale in Berlin weiterhin der Online-Handel.

Prinzipiell sei daher zwar denkbar, dass weitere eigene Geschäfte folgen. Nach Informationen von neuhandeln.de gibt es dazu aber keine konkreten Pläne. Zudem wollen die Berliner jetzt auch erst einmal abwarten, wie Verbraucher den ersten eigenen Store von Mister Spex annehmen.

Dort gibt es neben Service-Leistungen natürlich auch Produkte. Während online aber über 7.000 Brillen angeboten werden, gibt es im neuen Spex-Store nur rund 1.400 Modelle von Brillen und Sonnenbrillen.

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