„Modischer und schneller“: Bonprix wächst wieder deutlich

Adreko

Der Mode-Händler Bonprix hat im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 (Stichtag: 29. Februar) einen Netto-Umsatz von weltweit 1,4 Mrd. Euro erzielen können. Das besagen nun die vorläufigen Zahlen für diese Berichtsperiode, die gerade von der Otto-Tochter veröffentlicht wurden. Demnach konnte Bonprix seinen Umsatz mit einem Plus von elf Prozent wieder deutlich steigern, nachdem das Geschäft zuvor mit einem Mini-Plus von 0,6 Prozent mehr oder weniger stagnierte.

Bonprix-Chef Marcus Ackermann Bild: Bonprix)
Bonprix-Chef Marcus Ackermann (Bild: Bonprix)

Damals hatte die gesamte Otto-Gruppe nach eigenen Angaben generell darunter gelitten, dass ein rückläufiger Modemarkt das Geschäft erschwert hatte. Der Markt habe sich zwar auch jetzt nur schwach entwickelt. Dennoch habe man die eigenen Erwartungen übertreffen können, wie Bonprix-Chef Marcus Ackermann (siehe Foto links) berichtet.

Das bedeutet letztlich in konkreten Zahlen: Fünf Prozent konnte Bonprix in Deutschland zulegen, wo etwa die Hälfte vom Gesamtumsatz in Höhe von 1,4 Mrd. Euro erzielt wurde. Auch in Italien und Frankreich stiegen die Umsätze um jeweils rund fünf Prozent, in den Niederlanden und Österreich lag das Wachstum jeweils bei über zehn Prozent.

In der Schweiz konnte Bonprix zudem ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent verbuchen. In diesen Ländern fallen die absoluten Umsätze dafür aber auch geringer aus als in Deutschland, was höhere Zuwächse leichter ermöglicht. Das verdeutlicht stellvertretend das Geschäft in den USA, wo Bonprix seit 2009 mit der Zweitmarke “Venus“ aktiv ist, die man damals übernommen hatte. Bei dem Spezialisten für Bademode gab es bereits im vergangenen Geschäftsjahr ein Plus von 26 Prozent auf über 100 Mio. Euro. Nun konnte man sogar um über 50 Prozent zulegen und den US-Umsatz auf über 250 Mio. Euro steigern. Die aktuellen Zuwächse muss man allerdings auch ein Stück weit relativieren. Denn begünstigt wurde das Wachstum auch in diesem Jahr wieder durch positive Währungseffekte.

In die Karten spielt Bonprix zudem, dass man das Geschäft in Russland innerhalb der Otto Group Russia bilanziert. Rückläufige Umsätze in diesem Ländermarkt wirken sich damit nicht auf den Gesamtumsatz von Bonprix aus. Anders sieht es aber bei den Verkäufen in der Ukraine aus.

Die Marktbedingungen in der Ukraine sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr krisenbedingt äußerst schwierig gewesen. „Hier haben wir deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet, auch wenn wir durch schnelles und flexibles operatives Krisenmanagement, Preisänderungen und Neuplanung von Werbemitteln die Belastungen zumindest etwas abschwächen konnten“, verrät Ackermann gegenüber neuhandeln.de. Ein Rückzug aus der Ukraine ist dennoch kein Thema. „Wir hoffen darauf, dass sich die Rahmenbedingungen langfristig wieder verbessern werden“, verdeutlicht Ackermann.

Wachsen konnte Bonprix übrigens generell, weil man „modischer und schneller“ geworden sei. Seit dem vergangenen Geschäftsjahr führt Bonprix zudem ganzjährig Bademode, das Angebot an Plus-Size-Mode wurde ausgebaut. Dazu hatte Bonprix die Zahl der Kollektionen erhöht und profitiere davon, dass sich die TV-Kampagnen im vergangenen Jahr positiv auf das Image auswirkten.

„Das ist im wettbewerbsintensiven deutschen Markt von hoher Relevanz und wird uns in Zukunft auch international stärker beschäftigen“, betont Ackermann. Betont wird auch, dass sich neben dem Umsatz auch die Rendite positiv entwickle und im vergangenen Jahr „klar über fünf Prozent“ (EBT) lag.

Bonprix ist in aktuell in 29 Ländern aktiv und verkauft über Print-Kataloge, Online-Shops und Filialen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde man erstmals in Spanien und Slowenien aktiv. Das Wachstum rührt aber aus dem Inland, Westeuropa und den USA. Die neuen Märkte sind dagegen Randaktivitäten.

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