Mode-Handel: Klingel-Gruppe will Marke „Stilago“ neu beleben

Die Pforzheimer Klingel-Gruppe will ihre Versendermarke „Stilago“ reanimieren. Das geht aus einer aktuellen Online-Stellenanzeige hervor, die das Online-Portal Deutsche-Startups.de entdeckt hat.

Stilago Tschechien
Aktuell sind die Stilago-Shops noch offline (Bild: Screenshot)

Konkret heißt es in der Stellenausschreibung unter anderem, dass Stilago „ein dynamisches Fashion-Startup“ sei und „internationale Webshops mit einem riesigen Modeangebot für Damen und Herren betreiben“ will.

Demnach sollen bei Stilago künftig „mehr als 15.000 Artikel online sein“, die zum Großteil aus Damenmode, Herrenmode, Wäsche, Schuhe und Schmuck bestehen. Darüber hinaus will man auch noch „eine große Auswahl an Wohnaccessoires, Technik- und Lifestyleartikel“ anbieten.

Wann und in welchen Ländermärkten genau Stilago starten soll, verrät die Klingel-Gruppe auf Nachfrage von neuhandeln.de aktuell zwar nicht.

Es spricht aber viel dafür, dass die Klingel-Gruppe mit Stilago an Kunden in Osteuropa verkaufen wird. Schließlich war der Konzern hier mit der Marke „Stilago“ schon einmal im Versandhandel aktiv. Zudem starte laut Ausschreibung mit Stilago „ein bereits erfolgreich getestetes Geschäftsmodell“.

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren hatte sich die Klingel-Gruppe an dem Unternehmen Stilago beteiligt, das damals preisreduzierte Marken-Mode über verschiedene Online-Portale in 14 Ländern in Osteuropa verkauft hatte. Dabei basierten die einzelnen Online-Portale auf verschiedene Geschäftsmodellen. So gab es neben öffentlich zugänglichen Stilago-Outlets auch geschlossene Shopping-Clubs dieser Marke, bei denen nur registrierte Mitglieder kaufen und die preisreduzierten Angebote sehen konnten.

„Signifikante Erfolge“: Neustart von Stilago bereits länger geplant

Durch die starken Nachlässe bekam die Markenware ein Preisniveau, das auch für osteuropäische Kunden erschwinglich war, die über ein geringeres Einkommen verfügen. Die Marken wiederum konnten in Osteuropa ihre Restposten loswerden, ohne sie hierzulande abschleusen zu müssen – wodurch Hersteller geschickt verhindern, dass durch Dumping-Preise hier ihr Marke-Image leidet.

Das klingt nicht nur in der Theorie vielversprechend, sondern kam auch in der Praxis an. So habe die Klingel-Gruppe im Jahr 2014 nach der Übernahme bereits “signifikante Erfolge” beim Geschäft in Europa verbuchen können, wie man vor einem guten Jahr gegenüber neuhandeln.de durchblicken ließ.

Durch die Russland-Krise hat sich Klingel aber nach und nach aus dem Geschäft in Osteuropa verabschiedet. Im Sommer 2015 wurde schließlich der letzte verbliebene Fashion-Shop beerdigt, nachdem die vorhandene Saisonware erfolgreich verkauft wurde und die Lager leer waren.

Websale

Bereits damals hatte der Konzern aber gegenüber neuhandeln.de in Aussicht gestellt, dass man mit dem Geschäft vor der Russland-Krise zufrieden war. Ziel war daher, mit Stilago wieder loszulegen, wenn sich die Lage in Osteuropa entspannt. Das scheint für die Klingel-Gruppe nun der Fall zu sein.

„Stilago“ ist eine eingetragene Marke der Robert Klingel OHG, die hinter dem Klingel-Konzern steht.

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