Mister Spex: Partnermodell vor europaweitem Roll-out

Der Online-Optiker Mister Spex will sein Multichannel-Modell mit Partner-Optikern in weiteren europäischen Ländern anbieten. Das stellen die Berliner in Aussicht, die bereits in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Optikern aus dem Einzelhandel zusammenarbeiten. In welchen Ländern das Multichannel-Modell als nächstes starten soll, mag man gegenüber neuhandeln.de zwar noch nicht verraten. Dass Mister Spex aber offline expandiert, ist keine Überraschung.

Mister Spex PartneroptikerDas Partner-Modell wird für Mister Spex immer wichtiger (Bild: Screenshot)

So sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Gestartet wurde das Partner-Modell in der Bundesrepublik vor fast fünf Jahren mit damals gerade einmal 23 Optikern. Knapp drei Jahre nach dem Start kam man hierzulande bereits auf über 500 stationäre Optikfachgeschäfte, die für Kunden von Spex wahlweise Sehtests durchführen oder Brillen individuell anpassen.

Nach nur anderthalb Jahren: Flächendeckendes Netzwerk in Österreich

Vor anderthalb Jahren startete Mister Spex dann sein Partner-Modell ebenfalls in Österreich, wo man durch eine kürzlich gestartete Kooperation mit dem lokalen Filialisten Wutscher Optik nun auch schon auf rund 40 Filialen kommt und damit nach eigenen Angaben in der Alpenrepublik bereits “flächendeckend” mit dem Partner-Modell im stationären Einzelhandel vertreten ist.

Parallel wird die Kooperation mit stationären Optikern in der Schweiz ausgebaut, wo Mister Spex das Partner-Modell erst seit Oktober 2015 anbietet und bereits rund 20 Partner zählt.

Welche Auswirkungen das Partner-Modell konkret auf den Umsatz hat, will Mister Spex auf Nachfrage zwar nicht beziffern. Die Berliner lassen sich aber zumindest entlocken, dass im vorletzten Geschäftsjahr 2014 etwas 20 Prozent vom Gesamtumsatz in der Produktkategorie “Brille” (der Online-Optiker verkauft neben Korrektionsbrillen auch noch Sonnenbrillen und Kontaktlinsen) über die Partner im stationären Einzelhandel angestoßen worden sind.

Robert MotzekWie wichtig das Partnermodell für Mister Spex ist, verdeutlicht auch eine Personalie. So wurde im vergangenen Herbst mit Robert Motzek (siehe Foto links) das Management-Team der Berliner um einen dritten Geschäftsführer erweitert, der dort unter anderem für den Ausbau der Kooperationen mit stationären Optikern verantwortlich ist. Für das Partnermodell war der 35-Jährige auch schon vor seinem Aufstieg in die Geschäftsführung verantwortlich, da Motzek bereits seit dem Jahr 2013 für den Online-Optiker tätig ist.

Seine Berufung in die Geschäftsführung unterstreicht daher noch einmal, wie wichtig für Mister Spex die Kooperationen mit stationären Optiker-Fachgeschäften inzwischen sind.

Dank dem Multichannel-Modell können Kunden von Mister Spex bei einem Partneroptiker vor Ort einen Sehtest durchführen lassen, bevor sie online eine Brille bestellen. Für diesen Service müssen Kunden im Online-Shop zwar zunächst einen Gutschein für einen Sehtest für 9,90 Euro kaufen. Diese Gebühr bekommt Kunden aber wieder erstattet, wenn sie anschließend mit den frisch ermittelten Werten eine Brille im Online-Shop von Mister Spex bestellen. Der Partner von Mister Spex erhält wiederum eine Vergütung von 15 Euro für jeden durchgeführten Sehtest.


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Vergütet werden die stationären Partneroptiker auch, wenn sie eine Brille individuell anpassen, die Kunden zuvor online bei Mister Spex bestellt haben – hier gibt es pro Anpassung fünf Euro.

Durch die Kooperation mit Mister Spex können die lokalen Optiker also zusätzliche Einnahmen erzielen und Kundschaft in ihre Geschäfte locken, die dort sonst wohl nicht vorbei gekommen wäre. Mister Spex wiederum kann als Online-Optiker auch Services anbieten, die sich über einen Online-Shop nicht abbilden lassen – ohne selbst in eigene Filialen investieren zu müssen. Profitieren sollte zudem der Kunde, der durch die Kooperation einen Rundum-Service erhält.

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