Media-Saturn: Mehr Online-Auswahl, mehr Online-Umsatz

Die Media-Saturn-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 30. September) einen konzernweiten Online-Umsatz in Höhe von 1,8 Mrd. Euro erzielen können, wie aktuell die Konzernmutter Metro berichtet. Demnach sind die Online-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent gestiegen, als die gesamte Gruppe online 1,4 Mrd. Euro eingenommen hatte.

Media MarktBei Media Markt kann man online immer mehr bestellen (Bild: Screenshot)

Bereits im Vorjahr hatte es ein Plus von 30 Prozent gegeben, nun sind die Umsätze erneut stark zweistellig gestiegen. Warum es so gekommen ist, verrät der Metro-Konzern in seinem aktuellen Geschäftsbericht zunächst zwar nicht. Auf Nachfrage von neuhandeln.de lässt sich die Handelsgruppe dann aber immerhin doch noch ein paar Hintergründe entlocken.

Demnach profitiert die Gruppe unter anderem davon, dass im Internet immer mehr Produkte angeboten werden. Zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September 2015 gab es daher zum Beispiel im deutschen Online-Shop von Media-Markt bereits rund 150.000 Produkte, bei dem Online-Angebot Saturn.de wiederum waren es 130.000 Artikel. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gab es auf Mediamarkt.de erst rund 66.000 Artikel und ca. 49.000 Produkte bei Saturn.de.

Interessant ist diese Entwicklung noch vor einem anderen Hintergrund. Denn jetzt bieten die beiden deutschen Online-Shops von Media Markt und Saturn auch deutlich mehr Auswahl als eine durchschnittliche Filiale, die nur rund 50.000 Artikel vor Ort vorrätig hat. Online kann die Gruppe daher nun mit einer größeren Auswahl als in den Märkten punkten, was den Kunden einen konkreten Mehrwert bietet und den Online-Shop sinnvoll in der Multichannel-Strategie positioniert – schließlich gibt es vor Ort aufgrund der Fläche immer eine begrenzte Auswahl.

Zum Start der beiden Online-Shops war es kurioserweise noch genau umgekehrt. So startete Saturn.de im Oktober 2011 mit gerade einmal 2.500 Artikeln im Online-Sortiment, bei Media-Markt.de war die Auswahl beim Start im Januar 2012 ebenfalls auf 2.500 Artikel begrenzt.

Media-Saturn KennzahlenDer Online-Umsatz ist 2014/15 um 23 Prozent gestiegen (Grafik: Media-Saturn)

Doch Media-Saturn profitiert nicht nur davon, dass Kunden zunehmend mehr online ordern können. Nach eigenen Angaben wird das Online-Geschäft auch dadurch angekurbelt, dass man die Vertriebskanäle E-Commerce und Stationärhandel immer besser miteinander verzahne – beispielsweise durch eine kostenlose Abholung vor Ort, während für die Lieferung nach Hause zusätzlich Versandkosten anfallen. Das dürfte mit ein Grund sein, dass in Deutschland aktuell schon vier von zehn Bestellungen von den Kunden in den Märkten selbst abgeholt werden.

Vom Gesamtumsatz der Media-Saturn-Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2014/2015 nun schon mehr als acht Prozent online generiert (Vorjahr: 6,9 Prozent). Über alle Vertriebskanäle (online, Märkte) und Länder stieg der Gesamtumsatz der Gruppe flächenbereinigt um 3,1 Prozent auf 21,7 Mrd. Euro. Profitieren konnte der Elektronik-Spezialist unter anderem davon, dass man mit neuen Store-Formaten wie den kürzlich eingeführten Mini-Märkten („Saturn Connect“) erfolgreich auf Trends im traditionellen Handel reagiere. Vor Sonderfaktoren stieg das EBIT von 335 auf 442 Mio. Euro, was man unter anderem mit mehr Dienstleistungsanteilen begründet.

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Aktuell ist die Media-Saturn-Gruppe vor Ort in 15 europäischen Ländern aktiv. Vom Online-Shop von Saturn gibt es vier Länderangebote, bei Media-Markt sind es 13 Länder-Shops.

Dazu kommt im Internet das Geschäft des Online-Pureplayers Redcoon, der in acht Ländern Europas verkauft. Im Online-Umsatz von 1,8 Mrd. Euro netto ist zudem das Geschäft des russischen Elektronik-Händlers 003.ru enthalten, den Media-Saturn vor dreieinhalb Jahren übernommen hatte. Zum Online-Portfolio zählt zudem das Live-Shopping-Portal iBood.com, an dem die Gruppe seit diesem Frühjahr die Mehrheit hält. Wie sich der gesamte Online-Umsatz auf die einzelnen Vertriebsmarken aufteilt, verrät die Unternehmensgruppe allerdings nicht.

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