Mass Customization: Cafepress beerdigt deutschen Shop

Der Social-Commerce-Markt konsolidiert sich weiter. So hat das auf Mass Customization spezialisierte US-Unternehmen Cafepress seine deutschsprachige Website eingestampft, die vor wenigen Tagen noch erreichbar war. Wer hierzulande mit dem Stichwort „Cafepress“ bei Google sucht, bekommt zwar noch eine Anzeige für die deutsche Website Cafepress.de zu sehen. Beim Klick darauf landen Kunden aber automatisch auf der US-amerikanischen Seite.

Cafepress DeutschlandDer deutsche Cafepress-Shop ist nicht mehr erreichbar (Bild: Screenshot)

Ein ähnliches Schicksal haben auch andere Länder-Websites erlitten. So sind jetzt auch die lokalisierten Online-Shops für Kunden in Frankreich und Irland sowie Neuseeland und Spanien nicht mehr erreichbar. Damit bietet Cafepress nur noch vier unterschiedliche Länderversionen seines Online-Shops für Kunden in den Vereinigten Staaten, Kanada, UK und Australien an.

Warum der deutsche Online-Shop nicht mehr betrieben wird und die Seite auf die englische Shop-Version Cafepress.com verweist, hat das US-Unternehmen bislang nicht verraten.

Cafepress wurde 1999 gegründet und verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie hierzulande die Spreadshirt AG und Personello. So können Kunden beispielsweise T-Shirts, Tassen, Pullover und Poster mit eigenen Motiven bedrucken lassen, um personalisierte Produkte zu erhalten.

Parallel haben Designer auch die Möglichkeit, in einem eigenen Online-Shop eine Auswahl an Produkten mit ihren eigenen Designs zum Verkauf anzubieten. Während man einen Shop ohne Kosten eröffnen kann, wird Cafepress bei jedem Verkauf am Gewinn des Designers beteiligt.

Neben der Website Cafepress.com betreiben die Amerikaner weitere Mass-Customization-Shops wie Canvas on Demand, die auf spezielle Nischen-Produkte wie personalisierte Foto-Drucke spezialisiert sind. Cafepress ist zudem als Dienstleister für Drittanbieter aktiv.

Rote Zahlen: Letzte Geschäftsjahre mit zum Teil deutlichen Verlusten

Im Geschäftsjahr 2013 haben die Amerikaner einen weltweiten Netto-Umsatz von 245,9 Mio. US-Dollar erzielen können und damit den Vorjahreswert von 217,8 Mio. US-Dollar um knapp 13 Prozent übertreffen können. Dabei wurde aber ein Verlust von -13,5 Mio. Dollar eingefahren, nachdem es bereits im Jahr zuvor rote Zahlen bei Cafepress gegeben hatte (-82 Mio. Dollar).

Für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2014 hatten die Amerikaner ursprünglich mit einem Netto-Umsatz zwischen 244 und 256 Mio. US-Dollar gerechnet bei einem bereinigten EBITDA zwischen 7,0 und 11,0 Mio. US-Dollar. Die finalen Zahlen für 2014 liegen zwar noch nicht vor. Es gab aber sowohl im ersten Halbjahr 2014 als auch im dritten Quartal 2014 erneut Verluste, was die Konzentration auf das Kerngeschäft mit englischsprachigen Kunden erklären dürfte.

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Spreadshirt sollte der Rückzug von Cafepress aus Deutschland dagegen in die Karten spielen. So hat Geschäftsführer Philip Rooke auf Twitter bereits deutsche Partner von Cafepress dazu eingeladen, künftig ihre Designs über Spreadshirt zu verkaufen. Dabei weiß Spreadshirt ganz genau, wie sich so ein Rückzug aus einem Geschäftsfeld anfühlt. Denn erst im vergangenen Jahr hat man die Design-Community LaFraise eingestellt, weil man sie nicht profitabel bekam.

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