Marktplatz-Strategie: Spreadshirt schließt und eröffnet Shop

Der auf individuell bedruckte T-Shirts spezialisierte Textil-Versender Spreadshirt dockt an den nächsten Online-Marktplatz an. Ab sofort verkaufen die Leipziger daher erstmals über den französischen Online-Marktplatz Cdiscount, um sich dadurch einen weiteren Vertriebskanal zu erschließen. Dadurch ist der Mass-Customization-Anbieter nun schon weltweit auf insgesamt neun Online-Marktplätzen vertreten.

Spreadshirt
Spreadshirt bedruckt Shirts individuell (Bild: Spreadshirt)

Dabei dürfte es nicht bleiben. Denn für Spreadshirt ist es ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie, das weltweite Vertriebsnetz weiter auszubauen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Spreadshirt auch bei Cdiscount gar nicht seine eigentlichen Stärken ausspielt. Denn die Grundidee von Spreadshirt besteht ja darin, dass sich Verbraucher über einen Online-Konfigurator eigene T-Shirts gestalten können – wahlweise mit eigenen Motiven oder vorgefertigten Designs aus einer Online-Community.

Bei Cdiscount werden nun aber rund 1.000 Bestseller mit fertigen Designs von Spreadshirt angeboten, eine Individualisierung ist nicht möglich.

Leser von neuhandeln.de dürfte das dennoch nicht überraschen. Denn auch bei anderen Online-Marktplätzen verfolgt Spreadshirt bereits so eine Sortimentsstrategie. So werden zum Beispiel im Spreadshirt-Shop bei eBay.de ebenfalls nur Bestseller angeboten, die Kunden nicht weiter individualisieren können. Der Hintergrund: Für Kunden sei aus eigener Erfahrung auf Online-Marktplätzen vor allem wichtig, dass sie dort ein gutes Produkt zu einem guten Preis bekommen. Das Thema „Mass Customization“ spiele dagegen auf Online-Marktplätzen eine untergeordnete Rolle.

Das gilt auch für den Umsatzanteil vom Marktplatz-Geschäft bei Spreadshirt – bislang zumindest. So hatten im vergangenen Geschäftsjahr 2016 die Umsätze über externe Online-Marktplätze erst einen Anteil von fünf Prozent am gesamten Spreadshirt-Geschäft. In diesem Jahr soll das Marktplatz-Geschäft aber um 50 Prozent zulegen, so dass immer mehr Geschäft über Amazon & Co. zu Stande kommt – auch weil Spreadshirt weitere Shops in zusätzlichen Ländern auf eBay und Amazon in Aussicht stellt.

Spreadshirt Umsatz
Spreadshirt steht vor dreistelligen Millionenumsätzen (eigene Zahlen in Mio. Euro)

Aktuell verkauft Spreadshirt über Amazon in Deutschland, Frankreich, UK und den USA. Bei eBay sind die Leipziger in Deutschland und den USA präsent. In den Staaten verkauft der Textil-Spezialist zudem bei Sears und bei Rakuten, während der deutsche Shop auf Rakuten.de schon wieder zu ist.

Hier hatte Spreadshirt erst vor zwei Jahren mit dem Verkauf begonnen, jedoch entwickelte sich der Kanal für Spreadshirt nicht so vielversprechend wie andere Online-Marktplätze. „Aufgrund des damals für uns fehlenden Potenzials haben wir uns in Deutschland wieder von Rakuten zurückgezogen“, berichten die Leipziger. Möglicherweise wäre ein Neustart zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll.

Spreadshirt hat im vergangenen Jahr einen Netto-Umsatz von weltweit 93 Mio. Euro eingefahren und damit eine neue Rekordmarke erreichen können. Im laufenden Geschäftsjahr will Spreadshirt erstmals über einhundert Mio. Euro Umsatz erreichen – auch dank zusätzlicher Verkäufe über Marktplätze.

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