Marktanalyse: Das sind die Gewinner und Verlierer im E-Commerce

Die Redaktion des Online-Portals iBusiness.de („Zukunftsforschung für interaktives Business“) hat detaillierte Umsatzzahlen der Top-1.000-Online-Shops in Deutschland und die allgemeinen Marktzahlen vom Bundesverband für E-Commerce und Versandhandel (BEVH) zum Interaktiven Handel in Deutschland in Relation gesetzt – um zu analysieren, was gerade im Markt passiert.

Den aktuellen Umsatzzahlen des BEVH zufolge bestellten die Deutschen im Jahr 2015 insgesamt Waren im Wert von 52,37 Mrd. Euro im Distanzhandel. 46,9 Mrd. Euro (2014: 41,9 Milliarden Euro) und damit 90 Prozent davon entfallen auf den Online-Handel (und nicht auf Teleshopping oder Katalog).

Die E-Commerce-Branche wächst also weiterhin ordentlich auf Kosten traditioneller Vertriebskanäle, denn im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 85 Prozent und damit fünf Prozentpunkte niedriger.

Die detaillierte Analyse der jetzt veröffentlichten Zahlen untermauere aber auch die These, dass die Konzentration des Online-Handels voranschreite. Demnach sind es vor allem Big Player, die am Branchenwachstum partizipieren – und das wiederum auf Kosten der kleineren Versender.

Um zu dieser These zu kommen, hat iBusiness den E-Commerce-Markt in fünf Teile gegliedert:

  1. Den Gesamtmarkt, der auf der Prognose des BEVH basiert
  2. Die Top-1.000-Onlineshops von EHI, Statista und iBusiness
  3. Das obere Zehntel davon, die Top-100-Onlineshops
  4. Das obere Zehntel davon, die Top-10-Onlineshops
  5. Das obere Zehntel davon, den Top-Onlineshop (Amazon)

Exakte Zahlen wurden für die Online-Shops ermittelt, die in den Top 1.000 von EHI, Statista und iBusiness gelistet sind. Die Werte sind bereinigt um Retouren sowie Umsatzsteuer und enthalten nur Umsätze aus der reinen Geschäftstätigkeit in Deutschland (ohne sonstige betriebliche Erträge).

E-Commerce Umsatz
Zahlen der aktuellen iBusiness-Analyse (Grafik: iBusiness; zum Vergrößern klicken)

Auf die Top Ten der deutschen Online-Händler entfallen laut der iBusiness-Analyse mittlerweile allein 12,4 Mrd. Euro (dieser Wert ergibt sich, wenn man in der Grafik oben rechts die 6,5 Mrd. Euro Umsatz des Top-1-Shops und die 5,9 Mrd. Euro der übrigen Top-10-Shops addiert). Das entspreche gut einem Viertel (26,5 Prozent) am gesamten Online-Umsatz im Jahr 2015. Dieser Anteil wachse: So entfielen 2010 erst 21 Prozent des gesamten Umsatzes im deutschen E-Commerce auf die zehn größten Shops.

Der Löwenanteil entfalle dabei kontinuierlich auf Amazon (Top-1-Shop in der Grafik): Gemessen am Gesamtumsatz der Branche sei Amazons Anteil auf 13,8 Prozent gewachsen. Im Jahr 2010 habe der Umsatzanteil von Amazon am Gesamtumsatz dagegen erst bei 6,3 Prozent gelegen. Auch der Anteil von Amazon am Umsatz in den Top Ten habe sich seit 2010 fast verdoppelt. So lag dieser laut iBusiness im Jahr 2010 erst bei 29 Prozent, heute liege er dagegen schon bei 52 Prozent (siehe zweite Grafik).

iBusiness Analyse
Zahlen der aktuellen iBusiness-Analyse (Grafik: iBusiness; zum Vergrößern klicken)

Zu sehen ist laut der iBusiness-Analyse also ein Konzentrationsprozess. Vor allem die ganz großen Online-Shops – und dort in erster Linie Marktprimus Amazon – wachsen demnach. Die Begründung der iBusiness-Analysten: Die kleinen Online-Händler können offenbar dem Preisdruck und den steigenden Anforderungen an das Online-Marketing immer weniger standhalten, im semi-professionellen Segment gewinne die schiere Masse und der Mittelstand wachse langsamer als der Gesamtmarkt.

Weitere Zahlen gibt es noch bei iBusiness.de, wo diese Analyse zuerst erschienen ist.

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