Logistik: PaketButler wird voraussichtlich 100 Euro kosten

Zuerst die Packstation, dann der Paketkasten und jetzt der PacketButler: DHL Paket erprobt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder neue Verfahren, um Kunden das Online-Shopping so bequem wie möglich zu machen. Wie beim kürzlich eingeführten Paketkasten ist daher auch beim brandneuen PaketButler die zentrale Idee, dass Kunden nie mehr eine Zustellung verpassen:

PaketButlerBildquelle: Deutsche Telekom

“Der PaketButler ist eine mobile und einfache Lösung für die Paketannahme an der Wohnungstür. Erwartet der Empfänger ein Paket, bringt er den PaketButler an der Wohnungstür an. Der DHL Zusteller legt die Sendung in den PaketButler ein und verschließt diesen diebstahlsicher. Auch Retouren können über den PaketButler abgewickelt werden: Rücksendung einlegen, den Butler schließen und die Abholung per DHL Paket beauftragen.”

Technisch gesehen handelt es sich bei dem PaketButler um eine faltbare Box aus einem nicht zerschneidbaren Gewebe, so dass der Inhalt laut Anbieterangaben nicht einfach geklaut werden kann. Die Box wird zudem über einen Metallriemen an der Wohnungstür befestigt, so dass niemand die Box einfach mitnehmen kann. Der Paketbutler wird zusätzlich mit einem Metallband verschlossen, dass nur der Kunde und der Zusteller über einen speziellen Chip öffnen können (weitere Hintergrundinformationen gibt es hier).

Sinnvoll erscheint das Verfahren, da über den PaketButler nun auch Verbraucher in Mehrfamilienhäusern vor ihrer Wohnungstür einfach Pakete annehmen und retournieren können. Zwar funktioniert der Paketkasten auf demselben Prinzip. Da man sich den XXL-Briefkasten aber vor die Haustüre stellen muss, eignet sich das Verfahren in erster Linie für Einfamilienhäuser.

Mich allerdings wundert, dass ausgerechnet jetzt Verfahren wie der Paketbutler getestet werden. Zwar kann man einerseits argumentieren, dass immer mehr Verbraucher online ordern und Ansätze wie der PaketButler die Logistik vereinfachen (die Zustellung klappt dann ja prinzipiell immer beim ersten Mal und verursacht keinen Mehraufwand).

Allerdings übertrumpfen sich die verschiedenen Logistik-Dienstleister gerade zunehmend mit neuen Zustellservices, die eine Lösung wie den PaketButler unnötig erscheinen lassen. Wenn ich jedenfalls die einschlägigen Berichte auf neuhandeln.de aus den vergangenen Monaten einmal Revue passieren lasse, identifiziere ich drei Mega-Trends in der Zustellung:

  • Der Versand wird immer flexibler
    Kunden können immer kurzfristiger angeben, an welchem Ort und zu welchem Termin sie eine Sendung erhalten möchten. Dadurch lassen sich Retouren vermeiden, die absehbar sind – weil das Paket etwa während der Arbeitszeit zu Hause zugestellt werden soll.
  • Die Interaktion geschieht zunehmend in Echtzeit
    Kunden können etwa bei ersten Zustellern bereits online einsehen, wo sich ihr Paket am Zustelltag gerade befindet und wann mit einer Zustellung zu rechnen ist. Das vermeidet Retouren, weil man kurzfristig außer Haus ist und den Paketboten verpasst.
  • Die Zustellwahrscheinlichkeit erhöht sich prinzipiell
    Immer mehr Pakete werden generell am Samstag zugestellt oder am Abend geliefert. Damit erreichen Zusteller auch immer mehr Verbraucher zu den Tageszeiten, in denen sie traditionell auch oft zu Hause anzutreffen sind.

Zwar dürften auch die innovativsten Services nicht dazu führen, dass gar keine Retouren mehr entstehen. Die zentrale Frage bleibt dennoch, warum der Kunde eine Box braucht, wenn er doch ohnehin die Zustellung immer individueller nach seinen Wünschen gestalten kann.

Erschwerend kommt hinzu: Der PaketButler wird Kunden voraussichtlich 100 Euro kosten, wie die Telekom gegenüber neuhandeln.de verraten hat. Die Kunden werden also erneut zur Kasse gebeten, wie es bereits bei den PaketKästen der Fall ist (ab 99 Euro erhältlich) – obwohl die Zustellung generell ohne zusätzliche Kosten für sie angenehmer und flexibler wird.

Der PaketButler wird momentan von 200 Zalando-Kunden in Berlin getestet. Am Pilotprojekt beteiligt sind neben DHL Paket auch die Deutsche Telekom (Provider, Lizenzgeber), Hyve Innovation Design (Produktion) und die Feldsechs Service Gesellschaft (Produktion, Vermarktung).

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