Lebensmittel-Onlineshop: Real will Kunden bundesweit beliefern

Die Supermarkt-Kette Real will im Online-Handel mächtig Gas geben. Geplant ist nämlich nicht weniger als ein bundesweiter Lieferdienst für frische Lebensmittel, wie die Konzern-Mutter Metro in ihrem aktuellen Quartalsbericht in Aussicht stellt. Bis wann genau Real seinen Plan in der Praxis umsetzen will, verrät die Metro-Tochter zwar auch nicht im Gespräch mit neuhandeln.de. Real wolle aber im kommenden Jahr den Rollout „konsequent fortsetzen“, nachdem der Liefer-Service für frische Lebensmittel hierzulande bislang erst Verbrauchern in einigen Testregionen angeboten wird.

Real Liefer-Service
Real will online mehr anbieten (Bild: Real)

Daher können sich Kunden aktuell erst im Raum Düsseldorf sowie in Berlin und der Region Stuttgart mit Lebensmitteln beliefern lassen. Sobald Kunden hier online bestellen, wird die Ware in vorhandenen Filialen kommissioniert. Aus diesem Grund müssen Kunden auch angeben, ob sie mit „alternativen Artikeln“ einverstanden sind. Schließlich können die bestellten Artikel vor Ort inzwischen ausverkauft sein, wenn ein Mitarbeiter mit dem Packen beginnt.

Verschickt wird anschließend über DHL, ab einem Bestellwert von 111 Euro ist der Lieferservice kostenlos. Davor beträgt die Liefer-Pauschale zwischen 2,95 Euro (Warenwert von 80 bis 110 Euro) oder 5,95 Euro (40 bis 60 Euro).

Der Mindestbestellwert liegt bei 40 Euro. Wer bis 24 Uhr bestellt, kann die Ware am nächsten Werktag in einem 2-Stunden-Zeitfenster zwischen 14 und 21 Uhr erhalten. Wer nicht zu Hause auf den Paketboten warten will, kann seine Bestellung alternativ auch in ausgewählten Märkten selbst abholen („Click & Collect“). Das ist momentan bei einem Dutzend Märkte möglich, langfristig soll auch dieser Service in allen Märkten und damit bundesweit verfügbar sein – wie die Lieferung nach Hause. Während hier das Porto bis zu sechs Euro beträgt, wird für die Abholung nur eine Gebühr von einem Euro fällig.

Apropos Abholung: In den vergangenen Jahren konnten Verbraucher auch bei vier Drive-In-Stationen mit dem Auto vorfahren und sich ihre Bestellungen in den PKW packen lassen. Diese Stationen hat Real inzwischen aber wieder geschlossen, weil die Abholung in den Märkten für den Supermarkt effizienter ist. Denn die Drive-In-Stationen wurden in der Regel zusätzlich zu den normalen Real-Märkten als eigenständige Einheiten betrieben, wodurch der Händler dort auch zusätzlich Ware einlagern und bevorraten musste. Das habe zu Mehrkosten geführt, die sich Real nun sparen will – wenn Kunden selbst in einen bereits bestehenden Markt gehen und dort ihre Bestellung mitnehmen.

Die Online-Offensive von Real kommt zu einem Zeitpunkt, wo gerade Amazon mit seinem Lebensmittel-Lieferdienst „Amazon Fresh“ aufhorchen lässt. Hier können sich aber erst Kunden in Hamburg, Berlin und Potsdam beliefern lassen. Das gilt zudem nur für Amazon-Kunden mit einer Prime-Mitgliedschaft (Kosten: 69 Euro pro Jahr), die obendrein eine Pauschale von 9,99 Euro im Monat für „Amazon Fresh“ bezahlen müssen. Dann können sich Kunden zwar beliebig oft beliefern lassen. Umsonst ist das aber nur bei einem Bestellwert von 40 Euro. Bei kleineren Mengen beträgt das Porto 5,99 Euro. Geliefert wird ebenfalls mit DHL, kommissioniert wird die Ware zuvor aber in einem Amazon-Depot in Berlin-Tegel.

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