Klingel-Gruppe holt zwei Top-Managerinnen zu Alba Moda

Die Klingel-Gruppe strukturiert den übernommenen Mode-Versender Alba Moda weiter um. Demnach sollen künftig zwei handelserfahrene Fashion-Expertinnen das Geschäft des Spezialversenders von italienischer Mode leiten. Neu in die Geschäftsführung berufen wurde deshalb nun Nina Ehrenberg. Seit kurzem an Bord der Klingel-Tochter ist zudem Daniela Angerer, wie soeben erst bekannt wurde.

Nina Ehrenberg
Nina Ehrenberg

Im neu formierten Management-Team verantwortet Ehrenberg (siehe Foto) ab sofort das Geschäft im E-Commerce. Die 44-Jährige hatte vor ihrem Wechsel zur Klingel-Gruppe auch schon im Versandhandel gearbeitet und unter anderem den E-Commerce-Bereich von SportScheck mitaufgebaut.

Als Beraterin und Interimsmanagerin war sie außerdem auch schon für prominente Händler und Marken wie Karstadt, Mexx und Adidas tätig. Bei Alba Moda will Ehrenberg nun den Online-Shop des Mode-Versenders „mit großer Geschwindigkeit kundenzentriert weiterentwickeln“.

Zur Seite steht ihr in der Geschäftsführung von Alba Moda dabei mit Daniela Angerer eine weitere Managerin mit reichlich Erfahrungen im Modegeschäft und dem Versandhandel. Die 52-Jährige soll nun das Geschäft des Textilversenders sowohl sortimentsseitig als auch inhaltlich und wirtschaftlich betreuen. Auf der Agenda steht dabei unter anderem eine Repositionierung der Marke, um Kunden künftig mit einer klaren Sortimentshandschrift und Preispolitik anzusprechen.

Daniela Angerer
Daniela Angerer

Vor ihrem Wechsel zur Klingel-Gruppe war Angerer zuletzt Geschäftsführerin der Schwab Versand GmbH mit Sitz in Hanau, die zur Otto-Gruppe gehört. Den Konzern hatte sie im August 2014 auf eigenen Wunsch verlassen.

Im Management-Team von Alba Moda arbeiten Angerer und Ehrenberg derzeit noch zusammen mit Geschäftsführer Armin Bischoff (49), der erst seit der Übernahme von Alba Moda durch die Klingel-Gruppe in diesem Frühjahr die Neuausrichtung des Textilversenders begleitet. Aus dem operativen Geschäft von Alba Moda will er sich mittelfristig wieder zurückziehen.

Die Klingel-Gruppe hatte Alba Moda in diesem Frühjahr vom Hamburger Otto-Konzern übernommen. Die Hanseaten trennten sich von dem Mode-Versender, weil Synergien mit den Geschäften der Otto-Gruppe fehlten und Alba Moda nach eigenen Angaben seit Jahren schon Verluste schreibe.

Nach der Übernahme wurde ein Restrukturierungsplan erarbeitet, der unter anderem einen Stellenabbau vorsah. Grund dafür sei unter anderem eine negative Umsatz- und Kundenentwicklung gewesen, durch die „eine sofortige Anpassung der Kostenstrukturen“ notwendig geworden sei.

Anfang Juli 2016 hatten dann die Geschäftsführung und der Betriebsrat der Alba Moda GmbH eine Vereinbarung über einen Interessenausgleich und Sozialplan für eine Restrukturierung des Betriebes in Bad Salzuflen getroffen. Für über 200 betroffene Mitarbeiter wurden Abfindungen vereinbart.

w&co

Den Stellenabbau gibt es in der Logistik und dem Kundenservice, da die Klingel-Gruppe diese Dienstleistungen künftig über ihren Firmensitz in Pforzheim abwickeln will. Auch administrative Tätigkeiten wie Buchhaltung, IT und Personalmanagement verlagert Klingel nach Pforzheim. So will man Synergien nutzen und die Kosten bei dem Mode-Versender „nennenswert“ senken.

Durch die Restrukturierung bleiben knapp 100 Mitarbeiter bei der Alba Moda GmbH am Standort Bad Salzuflen. Vor Ort kümmern sich diese Beschäftigten um Einkauf, Marketing, E-Commerce und Vertrieb.

Zwar bleibt auch das stationäre Outlet in Bad Salzuflen bestehen. Doch vor dem Verkauf an die Klingel-Gruppe waren bei Alba Moda in Bad Salzuflen noch rund 340 Mitarbeiter beschäftigt.

Alba Moda wurde 1981 gestartet und bietet neben italienischer Mode der Eigenmarke “Alba Moda” ausgewählte Fremdmarken wie Marc O’Polo oder Tommy Hilfiger. Die Zielgruppe des Textilversenders sind Frauen über 50 Jahren (“Best Ager”), die über ein gehobenes Einkommen verfügen.

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