Keine Wirtschaftlichkeit: Warum der Online-Shop Emmas Enkel stirbt

Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Metro-Gruppe nun doch das Geschäft ihrer Multichannel-Tochter Emmas Enkel komplett einstellen wird. Konkret wurden daher die bestehenden Kunden des Lebensmittel-Händlers darauf hingewiesen, dass sich das Start-Up nach fünf Jahren zum 30. September 2016 mit seinem bestehenden Service-Angebot vom Markt verabschiedet – was aufhorchen ließ.

Emmas Enkel
Aktuell ist der Online-Shop nach wie vor online (Bild: Screenshot)

Zur Erinnerung: Unter dem Motto „Der Lebensmittel Online-Shop aus Ihrer Stadt“ war das Düsseldorfer Start-Up Emmas Enkel vor fünf Jahren am Markt gestartet. Im Gegensatz zu anderen Online-Händlern setzte das Start-Up dabei konsequent auf den Multichannel-Vertrieb.

So konnten Kunden zwar ihre Lebensmittel einfach online bestellen und sich die Ware nach Hause liefern lassen. Das Start-Up bot alternativ aber auch an, dass man in einer Handvoll Filialen einkaufen konnte. Vor Ort durften Kunden die Ware dann entweder selbst mitnehmen oder sich ihre Einkäufe von einem Mitarbeiter des Start-Ups nach Hause liefern lassen. Alternativ konnte man Lebensmittel auch vorab online bestellen und in einem Laden abholen.

Im Dezember 2014 war dann die Metro-Gruppe bei dem Start-Up eingestiegen. Davor hatte das Start-Up nur lokale Ladengeschäfte in Düsseldorf und Essen betrieben. Mit der Metro wollte man dann die Expansion vorantreiben und eine bundesweite Nachfrage nach dem Handelskonzept bedienen.

Geplant waren Standorte in Dortmund, Köln und Düsseldorf, die aber nie eröffnet wurden. Stattdessen hatte die Metro dann beschlossen, die Filialen zu schließen und nur den Online-Shop übrig zu lassen. Kritisch bewertete das die Metro-Gruppe aber nicht. So hätten die eigenen Daten-Analysen klar gezeigt, „dass online der erfolgversprechendste Kanal für Emmas Enkel ist“ – bis zu dieser Woche.

Durch das Aus des Online-Shops verschwindet die Marke „Emmas Enkel“ nun zwar nicht komplett vom Markt, wie die Metro-Gruppe im Gespräch mit neuhandeln.de betont. Es sieht dennoch nach einem Abschied auf Raten aus. Denn die Metro-Gruppe übergibt die Marke nun an ihre Supermarkt-Tochter Real, die das Logo des ehemaligen Multichannel-Händlers ab Oktober bei einem stationären Ladengeschäft in Düsseldorf verwenden will. In den Planungen ist bei Real zudem, unter der Marke „Emmas Enkel“ in Zukunft einmal ein Kleinflächen-Konzept im stationären Einzelhandel umzusetzen.

Als Online-Händler verschwindet Emmas Enkel nun aber vom Markt. Als Flop bewertet die Metro-Gruppe den Einstieg trotzdem nicht. „Wir haben tiefe Einblicke in den Bedarf, die Wünsche und Anforderungen von Kunden, aber auch in die Machbarkeit und den wirtschaftlichen Erfolg derartiger Formate erhalten“, argumentiert eine Sprecherin des Konzerns. Für den Online-Handel sah man aber nach eigenen Angaben aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit keine Zukunft.

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1 Kommentar zu Keine Wirtschaftlichkeit: Warum der Online-Shop Emmas Enkel stirbt

  1. Das ist ein wenig surreal, da es durchaus erfolgreiche Händler gibt die zB auf Amazon verkaufen und ihre Ware zu normalen Konditionen als Gewerbekunde bei Metro, selgros etc einkaufen…

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