Jahresbilanz von Delticom: Mehr Verkäufe, weniger Umsatz

Der auf den Versandhandel mit Reifen spezialisierte Delticom-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 nur einen Netto-Umsatz von 501,7 Mio. Euro erzielt. Damit musste die mit über 160 Shops im Online-Handel aktive ECommerce-Gruppe einen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent verbuchen, nachdem es 2013 noch ein Plus von 10,8 Prozent auf 505,5 Mio. Euro gab.

Reifendirekt.de

Reifendirekt.de ist der umsatzstärkste Delticom-Shop (Bild: Screenshot)

Wirklich überraschend kommt diese Entwicklung nicht. So hatte der Konzern im dritten Quartal 2014 sogar einen Umsatzrückgang von 9,1 Prozent auf 88,1 Mio. Euro vermelden müssen.

Dennoch stagniert das Geschäft zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Schließlich konnte 2014 der im September 2013 übernommene Wettbewerber Tirendo erstmals ein volles Jahr zum Gesamtumsatz des Multishop-Konzerns beitragen, was ein Wachstum vermuten ließ.

Im Geschäftsjahr 2014 hat dann allerdings das Wetter dem Reifen-Händler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach Angaben des Handelskonzerns habe „europaweit mildes Wetter“ das Geschäft mit Winterreifen erschwert. Im vierten Quartal hätten „milde Temperaturen bis weit in den Dezember“ beim Geschäft mit Winterreifen zu „einem schleppenden Verlauf“ geführt.

Interessant: Trotz des ungünstigen Wetters beim Saisongeschäft konnte der Delticom-Konzern im gesamten Geschäftsjahr 2014 dennoch mehr Reifen verkaufen als im Jahr zuvor. Dieses Plus beim Absatz habe dann allerdings nicht in gleichem Umfang zu mehr Umsatz geführt, weil der Konzern im Schlussquartal seine Verkaufssreise reduziert hatte. So habe der Konzern „attraktivere Verkaufspreise“ angeboten, um so seine selbstgesteckten Absatzziele zu erreichen.

Insgesamt steht daher nicht nur beim gesamten Konzern ein Umsatzminus in den Büchern, auch bei Tirendo ging das Geschäft zurück – genau genommen um 9,4 Prozent auf 39,6 Mio. Euro. Im Vorjahr kam Tirendo noch auf einen Netto-Umsatz von 43,7 Mio. Euro (wobei durch die späte Übernahme im September 2013 nur 20,7 Mio. Euro bei Delticom verbucht wurden).

Delticom Bilanz

Delticom-Bilanz: Weniger Umsatz, weniger Ertrag (Bildquelle: Screenshot)

Gestiegen ist im Jahresvergleich dagegen der Personalaufwand, was mit dem Kauf von Tirendo zusammenhängt (siehe Grafik). So hatte der Konzern 2014 im Durchschnitt 247 Mitarbeiter beschäftigt, was deutlich mehr als im Jahr zuvor waren (2013: 179 Mitarbeiter im Schnitt).

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 waren zwar nur noch 188 Mitarbeiter im Konzern angestellt, was zum Vorjahr sogar weniger waren (2013: 254 Mitarbeiter). Zum 30. Juni 2014 gab es aber noch 300 Mitarbeiter im Konzern. Durch die vollständige Integration von Tirendo konnte der Konzern dann in der zweiten Jahreshälfte seinen Personalbestand „schrittweise reduzieren„.

Erhöht haben sich wiederum die Ausgaben für Marketing, die von 21,1 Mio. Euro auf 24,2 Mio. Euro angestiegen sind. Erhöht haben sich zudem die Abschreibungen, die um 90,2 Prozent auf 8,3 Mio. Euro gestiegen sind. Unterm Strich steht damit ein Ergebnis vor Steuern von nur noch 6,3 Mio. Euro, nachdem dieser Wert im Jahr zuvor noch 17,7 Mio. Euro betragen hatte.

Der Delticom-Konzern bezeichnet selbst das erste volle Geschäftsjahr nach dem Kauf von Tirendo als „Übergangsjahr„, indem man den Weg für zukünftiges Wachstum geebnet habe.

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