Intersport-Gruppe legt Grundstein für neue Multichannel-Strategie

Lesern von neuhandeln.de hatte die Verbundgruppe Intersport bereits vor über einem Jahr in Aussicht gestellt, die bestehende Multichannel-Ausrichtung des Sportartikel-Spezialisten zu überarbeiten. Nun wurden auch intern die Weichen für die Neuausrichtung gestellt, indem die Gruppe ihr Multichannel-Geschäft ab sofort in der Intersport Digital GmbH bündelt, die extra dafür gerade gegründet wurde.

Carsten Schmitz
Carsten Schmitz (Bild: Intersport)

In dieser neuen Intersport Digital GmbH wird jetzt das neue Geschäftsmodell der Gruppe im E-Commerce auf die Straße gebracht. Der konkrete Fahrplan: Zum dritten Quartal 2017 soll eine neue Online-Plattform an den Start gehen, auf der dann angeschlossene Händler ihre eigene Ware an Endkunden verkaufen dürfen.

Damit verabschiedet sich Intersport wie angekündigt von seinem zentralen Multichannel-Ansatz, den die Gruppe seit dem Start im E-Commerce im Frühjahr 2013 verfolgt. Betrieben wurde der Online-Shop dabei zunächst von der Intersport Multichannel GmbH.

Diese steuerte das Geschäft im E-Commerce zentral für alle Händler aus der Gruppe. Wenn Kunden daher online bestellten, lieferte die Tochter die Ware aus dem Zentrallager. Vom Online-Umsatz erhielt der Partner eine Provision, den der Kunde im Shop als „favorisierten Händler “ nannte.

An Fahrt aufgenommen hat der Online-Handel mit dieser Strategie aber nicht. So konnte die für den Online-Shop verantwortliche Intersport Multichannel GmbH im Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 30. September) nur einen Netto-Umsatz von rund 3,9 Mio. Euro über den Warenverkauf erzielen. Damit stagnierte quasi nicht nur das Geschäft, da der Netto-Umsatz bereits ein Jahr zuvor bei rund 3,8 Mio. Euro lag. Mit mageren 3,9 Mio. Euro Jahresumsatz wurden auch die Erwartungen an das Online-Geschäft erneut verfehlt, nachdem sich bereits im Jahr zuvor die Erwartungen „nicht erfüllt“ hatten.

Intersport Online-Umsatz
Wenig Umsatz, viel Verlust: Das Online-Geschäft von Intersport (Bild: eigene Grafik)

Ein Grund war nach eigenen Angaben, dass die Konversionsrate – das Verhältnis von Besuchern zu Käufern – nicht in einem Bereich lag, „mit dem positive Ergebnisse erreichbar wären“. Dazu zeige die Erfahrung, dass die Händler der Gruppe mit dem Provisionsmodell nicht glücklich sind.

Geplant ist daher nun ein Modell, bei dem jeder Händler künftig seine eigene Ware anbieten soll und bei Verkäufen dann die vollen Umsätze erhält. Beim Online-Geschäft soll dann die neue Intersport Digital GmbH die Handelspartner unterstützen. Die bisherige Multichannel-Tochter geht in der Intersport Digital GmbH auf, die bereits jetzt den alten Online-Shop mit zentralem Vertriebsmodell verantwortet. Geschäftsführer der neuen Intersport Digital GmbH sind die beiden Intersport-Vorstände Kim Roether (53) und Hannes Rumer (40) sowie Carsten Schmitz (42), der erst im vergangenen November die neu geschaffene Stelle des „Chief Digital Officer“ bekommen hat.

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