Hessnatur profitiert von Investitionen in Filialen und Sortiment

Adreko

Die Hess Natur-Textilien GmbH hat das vorletzte Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 31. Juli) mit einem Netto-Umsatz in Höhe von 66,0 Mio. Euro abgeschlossen. Damit konnte der Ökomode-Händler aus Butzbach (Hessen) zum Vorjahr um 4,1 Prozent zulegen, wie man jetzt dem gerade veröffentlichten Geschäftsbericht entnehmen kann. Für das spürbare Wachstum gibt es gleich mehrere Gründe.

Hessnatur Ladengeschäft
Ladengeschäft von Hessnatur (Bild: Hessnatur)

So argumentiert der Spezialist für nachhaltige Mode im Gespräch mit neuhandeln.de, dass Hessnatur im Geschäftsjahr 2014/2015 zum einen von einem modischeren Sortiment profitieren konnte. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Geschäftsjahr 2014/2015 unter anderem mit Tanja Hellmuth eine neue Kreativ-Chefin verpflichtet.

Ausgezahlt haben sich für Hessnatur aber nicht nur Investitionen in das Sortiment, sondern auch die Investitionen in den stationären Einzelhandel. So wurden im Frühjahr 2014 zwei zusätzliche Geschäfte in Frankfurt und Düsseldorf eröffnet, die dadurch in der Berichtsperiode 2014/2015 erstmals ein volles Jahr lang zum Geschäft beitragen konnten.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Zufall, dass sich die Umsätze in den damals insgesamt fünf Ladengeschäften von Hessnatur mit einem Plus von 17,3 Prozent überdurchschnittlich entwickelt haben. Mit einem Umsatzanteil von 11,2 Mio. Euro liegt das Geschäft hier aber noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, was starke Zuwächse leichter möglich macht. Ohne die beiden neuen Filialen gab es zudem flächenbereinigt nur ein Plus von 1,9 Prozent beim Stationärgeschäft.

Ähnlich entwickelte sich das Versandgeschäft, wo es ein vergleichbares Wachstum von 1,1 Prozent gab – allerdings auf einen deutlich höheren Umsatz von 54,8 Mio. Euro. Beim Versandhandel gab es generell einen Rückgang beim klassischen Kataloggeschäft, während die Umsätze im E-Commerce gestiegen sind und das bröckelende Print-Business leicht überkompensieren konnten.

Trotz einem Plus von insgesamt 4,1 Prozent über alle Vertriebskanäle wurde aber nach eigenen Angaben die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2014/15 nicht erreicht. Schuld daran sei ein viel zu warmer Winter gewesen, der sich negativ auf die Kauflaune der Kunden wie auch am gesamten Textilien-Markt ausgewirkt habe. Bereits ein Jahr zuvor hatte Hessnatur seine eigene Prognose verfehlt, weil im Geschäftsjahr 2013/2014 die „Weiterentwicklung der Anstoßkette sowie der eigenständige Marktauftritt der Haus-Heimtex Kollektion“ mehr Zeit für die Einführung benötigt hatten als geplant.

Filiale in Berlin wird fortgeführt, nächster Pop-Up-Store startet

Während 2013/2014 aber noch ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,7 Mio. Euro erzielt werden konnte, gab es im vorletzten Geschäftsjahr 2014/2015 hier einen Verlust von -0,6 Mio. Euro. Ein Grund ist unter anderem, dass die Personalkosten durch den „Kompetenzaufbau in den Schlüsselbereichen E-Commerce sowie Design“ gestiegen sind.

Die Hess Natur-Textilien GmbH verkauft aktuell bereits über sieben Ladengeschäfte. Neben den bestehenden Geschäften in Butzbach, München, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf wurde im vergangenen Geschäftsjahr 2015/2016 zusätzlich in Berlin eine Filiale eröffnet, die als „Pop-Up-Store“ eigentlich nur wenige Monate geöffnet bleiben sollte. Aufgrund der großen Nachfrage führt Hessnatur die Filiale am Kurfürstendamm inzwischen aber dauerhaft als reguläres Ladengeschäft.

In Düsseldorf ist der Ökomode-Händler zudem nun seit diesem Monat mit einem Pop-Up-Store vertreten, der bis Mitte Oktober 2016 betrieben wird. Im Gegensatz zum bestehenden Geschäft in der Düsseldorfer Innenstadt (Adresse: Carlsplatz 21) liegt der frisch eröffnete Pop-Up-Store etwas abseits in einem Wohn- und Arbeitsquartier (Tannenstraße 23). In einer Mischung aus Kunstgalerie und offenem Showroom sollen Besucher hier ohne Kaufdruck das aktuelle Store-Sortiment erleben.

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