Görtz kündigt Arvato und macht Online-Fulfillment selbst

Der Schuh-Spezialist Görtz investiert in seine Multichannel-Strategie. Aus diesem Grund hat der Hamburger Handelskonzern die Zusammenarbeit mit dem Fulfillment-Dienstleister Arvato zur Jahresmitte gekündigt, der Görtz bislang beim Online-Geschäft unterstützte. Der Schuhhändler setzt nun aber nicht etwa auf einen anderen Partner, sondern wickelt das Fulfillment selbst ab.

Görtz Online-ShopSchuhhändler Görtz will mit Multichannel-Services punkten (Bild: Screenshot)

Hintergrund ist, dass Görtz die beiden Bereiche Logistik und IT erweitert. Auf diese Weise will Görtz mehr Multichannel-Kompetenz im Unternehmen verankern. Aus diesem Grund sei es „ein folgerichtiger Schritt„, das Fulfillment für das Online-Geschäft nun selbst abzuwickeln.

Zur Erinnerung: Seit dem Start des deutschen Online-Shops Goertz.de vor zwölf Jahren hatte immer ein externer Dienstleister den größten Teil der Versandabwicklung für Görtz erledigt.

Bei der aktuellen Umstrukturierung wird Görtz die Anzahl seiner Mitarbeiter aufstocken, die in der Logistik für den Schuhhändler tätig sind. Genaue Zahlen verraten die Hamburger aber auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht, da es sich um interne Veränderungen handle. Insgesamt will Görtz aber etwa eine Million Euro in sein Logistikzentrum in Norderstedt (bei Hamburg) investieren, mit dem sich der Schuhhändler bislang auf sein Filialgeschäft konzentriert hatte.

Generell will Görtz durch die neu geschaffenen Strukturen seine Filialen und den Online-Shop zukunftsweisend miteinander verzahnen und und damit ein innovatives Multichannel-Konzept entwickeln. Denn Verbesserungspotenzial gibt es durchaus noch, wie ein Selbsttest zeigt.

Görtz Online-AbfrageFilialbestände kann man im Online-Shop bislang nur abfragen (Bild: Screenshot)

Zum Multichannel-Konzept von Görtz gehört unter anderem, dass Kunden ihre Bestellungen auf Wunsch auch in einer Filiale ihrer Wahl retournieren können. Wer im Online-Shop kaufen will, kann sich ein Produkt außerdem zur Abholung in eine Filiale schicken lassen. Alternativ können Kunden auch im Online-Shop checken, welche Filiale welche Produkte vorrätig hat.

Die vorhandenen Schuhe kann man aber nicht direkt online reservieren, da das Geschäft in den Filialen bislang getrennt vom Online-Geschäft abgewickelt wurde. Wer sich daher einen Schuh in eine Filiale schicken lässt, muss auch zwei bis drei Tage auf die Lieferung warten.

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Durch die Eingliederung des Online-Bereiches werden nun aber die Filialbestände als auch der Online-Shop über eine gemeinsame Logistik abgewickelt. Denkbar wäre dadurch nun, dass man Bestände nicht nur online abfragen, sondern Ware auch direkt online reservieren kann.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014 konnte Görtz nach eigenen Angaben beim Online-Geschäft mit den zwei Online-Shops Goertz.de und Goertz.at den Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres halten. Genaue Zahlen kommuniziert der Konzern nicht. Zum Vorjahr gab es kein Wachstum, weil man die Budgets für Suchmaschinenmarketing reduziert und dadurch die Vertriebskosten verringert hatte. Das Online-Geschäft ist laut Görtz operativ profitabel.

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