Geschäftsjahr 2015: Poststreik vermiest Walz-Gruppe das Geschäft

Adreko

Auch der Walz-Konzern hat unter dem Poststreik in Deutschland gelitten, der in den Sommermonaten 2015 die Branche bewegt hatte. Das geht nun aus dem Konzernabschluss der Walz-Gruppe für das vergangene Geschäftsjahr 2015 hervor, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Demnach war der Umsatz nach eigenen Angaben „aufgrund des langen Poststreiks“ bei der Sparte „Living & Home“ der Walz-Gruppe rückläufig, zu der das Geschäft der drei Versendermarken „Die moderne Hausfrau“ (Haushaltswaren) sowie „Mirabeau“ (Möbel und Accessoires) und „Walzvital“ (Seniorenbedarf) zählt.

Baby Walz
Baby Walz ist wohl die bekannteste Walz-Versendermarke (Bild: Screenshot)

Konkret heißt es in dem Geschäftsbericht, dass es durch den Poststreik im vergangenen Geschäftsjahr sowohl Probleme in der Belieferung der Kunden als auch bei der rechtzeitigen Auslieferung der Kataloge gegeben habe. Das hat dem Konzern dann spürbar das Geschäft verhagelt. So hat der Bereich „Living & Home“ nach eigenen Angaben im Umsatz 3,8 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr verloren – „im Wesentlichen aufgrund des langen Poststreiks“, wie die Walz-Gruppe im Geschäftsbericht klagt.

Auch die Marge hat sich in der Konzernsparte „Living & Home“ im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert – genau genommen um 0,8 Prozent, wie im Bericht zu lesen ist. Laut dem Walz-Konzern sei das wiederum auf ein veränderten Einkaufsverhalten und die dadurch höheren Materialaufwendungen zurückzuführen. Konkret nennt die Versendergruppe aus Bad Waldsee in ihrem Geschäftsbericht dafür eine „teilweise Verlagerung von Fernost nach Europa zugunsten der schnelleren Beschaffung“.

Trotz „schwieriger Umstände“: Gruppe mit Geschäftsjahr zufrieden

Wegen dem langen Poststreik und der Insolvenz der Muttergesellschaft Puccini Germany sei das Geschäftsjahr 2015 zwar nicht wie geplant verlaufen. Aufgrund dieser „schwierigen Umstände“ ist die Versendergruppe aber zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. Denn im zweiten Geschäftsbereich „Baby & Kids“ konnte die Walz-Gruppe den Umsatz nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 2,3 Mio. Euro steigern, wo die Gruppe mit den beiden Marken „Baby-Walz“ (Babybedarf) und „Walzkidzz“ (Spielwaren) aktiv ist. In dieser Sparte konnte zudem die Marge um 2,1 Prozent verbessert werden, Hintergründe dazu nennt die Gruppe aber auch auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht.

Unterm Strich ging aber der Umsatz der gesamten Gruppe dennoch zurück – von zuvor 270,9 Mio. Euro (2014) auf 267,6 Mio. Euro. Wie sich die Umsätze auf die einzelnen Versendermarken aufteilen, geht aus dem Geschäftsbericht zwar nicht hervor. Nach Regionen betrachtet wurde allerdings der Löwenanteil vom Umsatz in Deutschland erzielt (217,8 Mio. Euro), der Rest wiederum mit Kunden in Österreich und der Schweiz (34,5 Mio. Euro) sowie Verbrauchern aus dem übrigen Europa (15,3 Mio. Euro) generiert.

Während der Umsatz gesunken ist, hat sich das EBITDA verbessert, das nach eigenen Angaben von zuvor -4,2 Mio. Euro (2014) auf 2,8 Mio. Euro gestiegen ist. Diese Entwicklung sei vor allem auf eine Verringerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen zurückzuführen, wo es laut Bericht bei den Vertriebskosten eine Ersparnis von 6,3 Mio. Euro gab. Mehr verrät der Konzern aber auch hier nicht.

Im vergangenen Jahr hatte die Walz-Mutter Puccini im Frühjahr einen Insolvenzantrag gestellt. Die Geschäftsanteile an der Versandhaus Walz GmbH – die Muttergesellschaft der Walz-Gruppe – wurden danach zum 30. Juni 2015 an den britischen Investor Alteri verkauft. Als Multi-Channel-Händler verkauft der Konzern über Online-Shops, gedruckte Kataloge und knapp 50 Ladengeschäfte. Die meisten Filialen gehören zu Baby Walz, seit dem vergangenen Herbst gibt es aber erstmals auch ein stationäres Geschäft für den Möbel-Versender Mirabeau in Ravensburg. Nach Ländern betrachtet ist der Walz-Konzern aktiv in der DACH-Region sowie in den Benelux-Staaten und in Frankreich.

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