Geschäftsjahr 2013/14: Globetrotter erneut mit Verlust

Die auf Sport- und Outdoor-Artikel spezialisierte Globetrotter Ausrüstung GmbH konnte im Geschäftsjahr 2013/2014 (Stichtag: 28. Februar) nur einen Netto-Umsatz von 194,2 Mio. Euro erlösen. Das geht aus dem frisch veröffentlichten Jahresabschluss für diese Berichtsperiode hervor. Demnach hatte das Geschäft zum Vorjahr um rund sechs Prozent nachgelassen.

Globetrotter Online-ShopBei Globetrotter war zuletzt viel Sand im Getriebe (Bild: Screenshot)

Zur Erinnerung: Bereits im Jahr zuvor war der Umsatz leicht zurück gegangen, noch ein Jahr zuvor (2011/12) stand noch ein Netto-Umsatz von 208,1 Mio. Euro in den Büchern.

Seitdem machten dem Multichannel-Händler mit Online-Shop, Print-Katalogen und Filialen verstärkt Online-Pureplayer zu schaffen, die “attraktive Marktsegmente zu langfristig nicht auskömmlichen Preisen” anbieten. Zum anderen war auch weiterer Marktdruck durch Hersteller entstanden, die zunehmend selbst Online-Shops für ihre eigenen Marken eröffnen. Bei Kunden hatten zudem die beiden Marken Jack Wolfskin und The North Face an Akzeptanz verloren.

All diese Gründe nennt Globetrotter auch im Geschäftsbericht für das Jahr 2013/2014. Dazu heißt es hier, dass sich der Outdoor-Markt generell deutlich abgekühlt und der deutsche Sportartikelmarkt mit einer witterungsbedingt schlechten Wintersaison zu kämpfen hatte.

Unterm Strich steht für das Geschäftsjahr 2013/2014 ein Jahresfehlbetrag von -5,6 Mio. Euro. Damit ist nicht nur der Verlust zum Vorjahr erneut angestiegen, Globetrotter hat auch gleich drei Jahre in Folge rote Zahlen geschrieben. Interessant ist dabei, dass man das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei etwa -2,4 Mio. Euro stabil halten konnte und die Kosten sich insgesamt im Verhältnis zu den Umsatzerlösen in etwa proportional entwickelt hatten.

Übernahme von vier Filialen soll Globetrotter zu Wachstum verhelfen

Im Geschäftsjahr 2013/2014 waren aber außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 4,1 Mio. Euro angefallen, die Restrukturierungsmaßnahmen geschuldet waren. Hier enthalten sind zum einen Kosten für Unternehmensberater, um das Marketing zu modernisieren und um Kosten zu reduzieren. Zum anderen gehören hierzu Abfindungen und nachlaufende Personalkosten in Höhe von 2,8 Mio. Euro, da man sich im Berichtsjahr erstmalig in der Unternehmensgeschichte des Multichannel-Händlers von einer größeren Anzahl von Mitarbeitern trennen musste.

Für das laufende Geschäftsjahr 2015/2016 plant Globetrotter mit einem moderaten Wachstum von etwa vier Prozent. Dazu beitragen soll nicht zuletzt das Geschäft in den Filialen, wo durch die Übernahme der Bernd Woick GmbH im Februar 2014 vier neue Geschäfte dazu gekommen sind. Die Filialen von Woick wurden inzwischen in Globetrotter umbenannt. Im Herbst 2014 hatte der Multichannel-Händler in Stuttgart außerdem einen Filialstandort selbst eröffnet.

Globetrotter KennzahlenUmsatz und Ergebnis gingen in den letzten Jahren zurück (Bild: eigene Grafik)

Ab dem Geschäftsjahr 2016/2017 rechnet Globetrotter wieder mit einem leicht positiven Ergebnis. Um die Kosten zu senken, wurden bereits zwei Logistikstandorte in Hamburg zusammengelegt. Die Arbeit der Unternehmensberater habe außerdem im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 bereits erste Erfolge gezeigt. Durch den Zusammenschluss mit der Outdoor-Gruppe Fenix dürfte Globetrotter zudem bessere Einkaufskonditionen erreichen.

Der Gesamtumsatz von 194,2 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2013/2014 wurde über den Online-Shop, Kataloge und damals zehn Verkaufsfilialen erzielt. Etwa ein Drittel vom Gesamtumsatz ist bei Globetrotter dabei über den Versandhandel (Print und Online) erwirtschaftet worden.

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