„Geschäft eingestellt“: Der Buchclub ist endgültig Geschichte

Die Bertelsmann Direct Group hat ihren Buch-Club in den vergangenen Tagen wie angekündigt zu Grabe getragen. Wer daher jetzt den Online-Shop des Clubs aufsucht, wird nun mit der Notiz vertröstet, dass man das Geschäft eingestellt habe (siehe Foto). Das letzte Ladengeschäft hatte Bertelsmann bereits im März 2015 geschlossen, so dass der Buch-Club nun ganz Geschichte ist.

Bertelsmann Buch-ClubAus und vorbei: Der Bertelsmann-Buchclub ist offline (Bild: Screenshot)

Gegenüber neuhandeln.de hatten die Verantwortlichen erst im vergangenen November betont, den Buch-Club mit einem „sauberen Schnitt“ beerdigen zu wollen. Insofern ist es kein Wunder, dass auf der passenden Website nun nichts mehr passiert. Schließlich hieß es zuletzt ja auch, dass Bertelsmann weder mit der Marke noch den Kunden des Clubs weitere Geschäfte mache.

Es wäre wohl auch schwierig geworden. Ein mögliches Szenario bestünde zwar darin, dass man die Website als einen Online-Marktplatz weiter betreibt und externe Händler ihre Bücher, CDs, DVDs, Spiele und Accessoires verkaufen lässt. So könnte Bertelsmann prinzipiell weiter von der etablierten Marke und dem verbleibenden Traffic auf der Website derclub.de profitieren.

Gegen so ein Szenario spricht allerdings, dass die Marke „Buch-Club“ für ein Versandgeschäft mit Abo-Modell steht. Denn beim Buchclub konnten Kunden preisgünstige Lizenzausgaben von Beststellern bestellen. Den reduzierten Preis gab es aber nur, wenn Kunden auch Mitglied im Buchclub wurden und sich dabei verpflichteten, mindestens vier Artikel im Jahr zu kaufen.

„Sauberer Schnitt“: Abo-Modell hat sich im Online-Zeitalter überlebt

Genau dieses Modell hatte sich aber letztlich überlebt. Denn das Aus des Buch-Clubs hatte man beschlossen, weil das Geschäft bereits seit Jahren zurück gegangen war. Dabei zeigte sich, dass es für das Abo-Modell  “keine tragfähige Perspektive” gab. Zu kämpfen hatte der Club damit, dass sich Kunden im Internet-Zeitalter immer weniger an einen einzelnen Anbieter binden wollen.

Vor diesem Hintergrund machen weitere Handelsaktivitäten unter der Marke „Buch-Club“ auch keinen Sinn: vor allem, wenn man die Marke nun nur noch online weiterleben lassen würde und plötzlich auf ein Geschäftsmodell setzen würde, dass nichts mehr mit dem alten Verfahren zu hätte. Das könnte gerade die Bestandskunden verunsichern, die dem Club bis zuletzt die Treue hielten und letztlich auch diejenigen sein dürften, die nun noch vereinzelt den Shop aufsuchen.

Bertelsmann hatte vor anderthalb Jahren angekündigt, den Buch-Club zum Jahresende 2015 zu schließen. Parallel wurden alle 52 Filialen geschlossen, die es vom Club im Juni 2014 noch gab.

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