Finanzen: Zalando peilt das erste profitable Gesamtjahr an

Der Online-Modeversender Zalando rechnet damit, dass Geschäftsjahr 2014 leicht profitabel abschließen zu können. Das prognostizieren die Berliner jetzt in ihrem Zwischenbericht für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres (PDF). Wenn die Prognose eintritt, würde Zalando erstmals überhaupt schwarze Zahlen in einem gesamten Geschäftsjahr schreiben.

Zalando ZahlenUmsatz- und Ergebnisenzwicklung von Zalando (Bild: Screenshot)

Die Berliner rechnen für das gesamte Jahr 2014 mit schwarzen Zahlen, weil sie bereits in den ersten neun Monaten das Ergebnis deutlich verbessern konnten. Konkret hat Zalando bis Ende September ein positives EBIT von 1,0 Mio. Euro erzielen können, nachdem dieser Wert im gesamten Geschäftsjahr 2014 noch tiefrote -113,9 Mio. Euro betragen hatte (siehe Tabelle).

Zweites Halbjahr fällt gemeinhin stärker aus

Das Ergebnis hat Zalando in den ersten neun Monaten 2014 verbessert, weil die Berliner ihre Kostenpositionen (Logistik, Marketing, Verwaltung) verbessern konnten. Insgesamt dürfte den Berlinern auch gut getan haben, dass in diesem Jahr keine weiteren Kosten für die Erschließung neuer Länder im Rahmen der Europa-Expansion angefallen sind. Denn seinen letzten neuen Länder-Shop (für Kunden in Luxemburg) hat Zalando im November 2013 eröffnet.

Positiv stimmt Zalando außerdem, dass traditionell das zweite Halbjahr eines Geschäftsjahres in der Regel stärker ausfällt als die ersten sechs Monate des Jahres. Darüber hinaus sei das vierte Quartal üblicherweise margenstärker als das abgelaufene dritte Quartal – was den Berlinern auch Mut macht, erstmals ein Geschäftsjahr mit einem positiven EBIT zu beenden.

Zalando UmsatzZalando wächst europaweit und in der DACH-Region (Bild: Screenshot)

Der Netto-Umsatz der Gruppe ist in den ersten neun Monaten 2014 von 1,2 Mrd. auf 1,5 Mrd. Euro gestiegen, was einem Wachstum von 27,7 Prozent entspricht (siehe Grafik). In der DACH-Region erhöhte sich der Netto-Umsatz von 734 Mio. auf 871 Mio.  Euro (+18,7 Prozent).

Profitieren konnte Zalando unter anderem davon, dass die Zahl der aktiven Kunden (mind. eine Bestellung in den vergangenen zwölf Monaten) im dritten Quartal von 12,3 Mio. auf 14,1 Mio. Verbraucher gestiegen ist (+15 Prozent). Der durchschnittliche Warenkorbwert hat sich dabei von 61 auf 64 Euro im dritten Quartal 2014 erhöht (inkl. MwSt, nach Stornos und Retouren):

Zalando KennzahlenAuch die übrigen Kennzahlen entwickeln sich gut (Bild: Screenshot)

Bereits im zweiten Quartal 2014 konnte Zalando ein positives EBIT von 31,5 Mio. Euro erzielen, wobei gerade das Geschäft in der DACH-Region klar profitabel war (EBIT: 25,5 Mio. Euro).

Dass in den ersten neun Monaten dennoch nur ein hauchdünnes positives EBIT von 1,0 Mio. Euro in den Büchern steht, liegt an den roten Zahlen des ersten Quartals (EBIT: -27,9 Mio. Euro) und des dritten Quartals (-2,6 Mio. Euro) des laufenden Geschäftsjahres.

Den hohen Verlust im ersten Quartal 2014 hatte Zalando seinerzeit mit einem saisonbedingt schwierigen Geschäft und mit anhaltenden Investitionen begründet (PDF), wobei das EBIT sowohl in der DACH-Region als auch in der Gruppe jeweils negativ ausgefallen war.

Discount-Phase belastet Ergebnis im dritten Quartal

Im dritten Quartal dagegen gab es ein postives EBIT (+7,5 Mio. Euro) in der DACH-Region und einen Verlust (-11,7 Mio. Euro) im restlichen Europa. Das Zalando hier nicht die positiven Werte aus dem zweiten Quartal wiederholen konnte, ist aber kein Wunder. So gelten im Modehandel das zweite und das vierte Quartal als besonders lukrativ, da es hier in die Frühjahr-/Sommer- beziehungsweise Herbst-/Winter-Saison geht. Im ersten und dritten Quartal prägen dagegen Discount-Phasen mit stark reduzierten Preisen das Geschäft, was wenig Profit ermöglicht.

Trotz einem negativen EBIT im dritten Quartal 2014 halte ich daher die Prognose von Zalando für durchaus realistisch, erstmals ein gesamtes Geschäftsjahr positiv abschließen zu können.

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