Finanzen: Fressnapf kann online nur geringfügig wachsen

Die auf den Handel mit Tierfutter spezialisierte Fressnapf-Gruppe hat im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 einen Brutto-Umsatz von knapp 50 Mio. Euro über den deutschen Online-Shop erwirtschaftet. Das hört sich im ersten Moment ganz ordentlich an. Im Jahr zuvor wurden aber bereits 47,8 Mio. Euro Brutto-Umsatz über diesen Kanal generiert, so dass für 2014 nur ein Plus von knapp fünf Prozent in den Büchern steht. Zum Vergleich: Im Vorjahr konnte man die Brutto-Umsätze des deutschen Shops um 76 Prozent gegenüber 2012 steigern.

Fressnapf Online-ShopFressnapf feiert aktuell sein 25-jähriges Bestehen (Bild: Screenshot)

Warum sich das Online-Wachstum dermaßen abgeschwächt hat, wurde bis Redaktionsschluss nicht verraten. Stattdessen hat das Unternehmen in Aussicht gestellt, nach dem anstehenden Jahrespressegespräch heute entsprechendes Feedback liefern zu wollen. In der aktuell bereits verfügbaren Pressemeldung heißt es unter anderem, dass man die knapp 50 Mio. Euro Brutto-Umsatz mit dem deutschen Online-Shop „trotz der Migration auf das System Hybris“ und „einer Zusammenführung von e-Commerce und Marketing zum Cross Channel-Marketing“ erreichte.

Inzwischen hat das Unternehmen auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt, dass das geringe Online-Wachstum insbesondere auf die Umstellung bei der Infrastruktur zurückzuführen ist. Hier habe eine kundenfreundliche Migration mit Qualität vor Quantität im Fokus gestanden.

Internationaler Roll-Out des Online-Shops nach wie vor erst in der Pipeline

Vor einem Jahr hatte die Fressnapf-Gruppe angekündigt, ihren Online-Shop über die Plattform Hybris international ausrollen zu wollen. Ziel war damals, den aktuell nur in Deutschland, Dänemark und der Schweiz erreichbaren Shop im zweiten Halbjahr 2014 zu internationalisieren.

Dieses Vorhaben wurde aber nicht verwirklicht. Denn nun heißt es, dass man nach einem erfolgreichem Testlauf in Luxemburg im vergangenen Oktober gerade erst die Grundlage geschaffen habe für einen sukzessiven, internationalen Rollout des Shops. Wann und in welcher Reihenfolge die Länder der Fressnapf-Gruppe ab diesem Jahr einen Online-Shop starten, will man aus taktischen Gründen aber nicht im Vorfeld bekannt geben.

Trotz dem ernüchternden Online-Geschäft hat die Fressnapf-Gruppe im vergangenen Jahr einen neuen Rekordumsatz erzielt und den Bruttojahresumsatz um sieben Prozent auf 1,67 Mrd. Euro gesteigert (2013: 1,561 Mrd. Euro). Während es aber 2013 zum Jahresende erst 1.290 Fachmärkte gab, sind es nun schon 1.347 Geschäfte.  Auf bestehender Fläche konnte die Fressnapf-Gruppe daher im Jahresvergleich nur um insgesamt 3,5 Prozent zulegen.

Jahresbilanz 2014: 40 Prozent vom Gesamtumsatz über Eigenmarken

Hierzulande wurden übrigens 1,05 Mrd. Euro brutto umgesetzt (+4,1 Prozent), nachdem im vergangenen Jahr erstmals über eine Milliarde Brutto-Umsatz in Deutschland erzielt worden war (2013: 1,012 Mrd. Euro). Außerhalb Deutschlands wurden über 615 Mio. Euro umgesetzt, was einem Brutto-Wachstum von 12,3 Prozent entspricht (2013: 550 Mio. Euro brutto).

Fressnapf Zahlen

Fressnapf will auch in diesem Jahr weiter wachsen (Grafik: Fressnapf)

Anzeige

Die Fressnapf-Gruppe betreibt über 1.347 Märkte in zwölf Ländern Europas. Während die Gruppe hierzulande mit der Marke „Fressnapf“ aktiv ist, werden Kunden im Ausland meist über die Zweitmarke Maxi Zoo bedient. Unterschiede gibt es auch bei der Organisation in den Ländern. So werden die rund 500 internationalen Märkte der Gruppe im Filialsystem betrieben, während man hierzulande auf ein Franchise-Konzept setzt. An den Umsätzen des deutschen Online-Shops werden die Partner beteiligt, genaue Konditionen verrät Fressnapf allerdings nicht. 40 Prozent vom Umsatz wurden 2014 über Eigenmarken erwirtschaftet.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr – hier geht’s zum Abo.