Finanzen: Asos wächst besonders stark in Deutschland

Der britische Fashion-Versender Asos hat seinen Handelsumsatz im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 (Stichtag: 31. August) um 27 Prozent auf 955,3 Mio. Pfund netto erhöht. Zum Vorjahr ist das Wachstum damit spürbar geringer ausgefallen, da die Briten damals um 40 Prozent zulegen konnten. Mit weniger Wachstum war aber bereits im Vorfeld zu rechnen.

Asos.comBildquelle: Screenshot

So hatten die Briten bereits vor einem Monat durchblicken lassen, dass ihnen durch einen Brand im Versandlager bis zu 30 Mio. Pfund Umsatz durch die Lappen gegangen sind. Denn damals ist nicht nur Ware im Lager vernichtet worden. Die Website der Briten war zudem zwei Tage offline, weil durch den Brand keine neuen Bestellungen angenommen werden konnten.

Laut dem aktuellen Jahresabschluss haben zudem schwierige Rahmenbedingungen das internationale Geschäft der Briten erschwert. Insofern dürfte Asos mit einem etwas schwächeren Wachstum von 27 Prozent dennoch unterm Strich zufrieden sein.

In Großbritannien hat das Geschäft überdurchschnittlich zugelegt und der Handelsumsatz ist um 35 Prozent auf 372,2 Mio. Pfund gestiegen. Noch stärker ist das Wachstum in der EU ausgefallen, wo Asos ein Plus von 44 Prozent auf 256,4 Mio. Pfund verbuchen konnte. In den USA und im übrigen Ausland ist das Geschäft dagegen unterdurchschnittlich ausgefallen, was die Briten im Jahresabschluss mit ungünstigen Währungsschwankungen begründen. So ist der Umsatz im Ausland (exkl. USA und EU) nur um fünf Prozent auf 234,4 Mio. Pfund gestiegen, wobei es bei konstanten Wechselkursen ein Wachstum von 15 Prozent gegeben hätte (siehe Grafik).

Asos Umsätze nach RegionenBildquelle: Screenshot

In Deutschland hat das Geschäft dagegen besonders stark angezogen. Kein Wunder. So bieten die Briten zum einen deutschen Kunden seit dem Start in das abgelaufene Geschäftsjahr den hierzulande überaus beliebten Kauf auf Rechnung an. Zum anderen stellen die Briten deutschen Kunden eine lokalisierte Version des Online-Shops bereit, was Asos in Europa sonst nur noch Kunden im Heimatland UK sowie Frankreich, Spanien und Italien bietet.

Diese lokalisierten Marketing-Aktivitäten haben sich laut Asos ausgezahlt. Durch das boomende Geschäft mit deutschen Kunden sind allerdings auch die Retourenquoten bei Asos gestiegen, wie Asos-Chef Nick Robertson im Webcast bei der Präsentation der Zahlen verdeutlicht hat.

Viel spricht dafür, dass Asos in Deutschland künftig noch mehr Umsatz machen wird. So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr das Logistikzentrum in Großbeeren in Betrieb genommen, von dem aus Asos seine Kunden in Deutschland und Mitteleuropa schneller beliefern kann. Um den Service für deutsche Kunden zu erhöhen, sollen in den kommenden sechs Monaten zudem deutschsprachige Versionen der Android- und iOS-App von Asos angeboten werden.

Der operative Gewinn der Briten ist um 14 Prozent auf 46,6 Mio. Pfund gesunken, das Ergebnis nach Steuern hat sich um elf Prozent auf 36,6 Mio. Pfund verschlechtert. Nach eigenen So sind unter anderem die Marketing-Kosten gestiegen, weil die Briten mehr für Werbung ausgegeben haben. Gestiegen sind auch die Vertriebskosten und die Ausgaben für Logistik, weil das Versandzentrum im britischen Barnsley erweitert worden war. Generell habe das schwächere Wachstum zudem dazu geführt, dass Asos mehr Ware reduzieren musste.

Insgesamt haben zum Stichtag 31. August 2014 über 8,8 Mio. Kunden in den zwölf Monaten zuvor bei Asos bestellt und Ware behalten (+25 Prozent zum Vorjahr). Im Berichtszeitraum sind 25,3 Mio. Bestellungen eingegangen (+31 Prozent), der durchschnittliche Brutto-Warenkorbwert (inkl. Mehrwertsteuer und vor Retouren) hat dabei 62,82 Pfund betragen (+3 Prozent).

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