E-Commerce-Logistik: Berlin-Brandenburg wird Metropol-Region Nr. 1

Logistikimmobilien sind alles andere als graue Kästen, sondern vielmehr smarte Plätze für moderne Dienstleistungen und Wertschöpfung. Entscheidend ist, an welchem Standort der Online-Handel seine Logistik betreibt. Wo Online- und Multichannel-Händler die derzeit wachstumsstärksten und chancenreichsten Standorte für eine zukunftssichere E-Commerce-Logistik vorfinden, beschreibt in einer monatlicher Folge in Fachbeiträgen ab sofort das Beratungs- und Brokerhaus LogReal.DieLogistikimmobilie, das neuhandeln.de auch schon als ein Sponsoring-Partner unterstützt.

Das dynamische Wachstum der Logistik in der deutschen Hauptstadtregion hält auch im ersten Quartal 2017 an. Mit jährlichen Flächenumsätzen von 385.000 bis 400.000 Quadratmetern haben sich Berlin und Brandenburg in der Spitzengruppe der deutschen und europäischen Logistikregionen etabliert.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in der Hauptstadtregion wird von Handelsunternehmen dominiert. Dieses Segment macht nach einer Erhebung von BNP Paribas Real Estate vom Dezember 2016 rund 46 Prozent aus, gefolgt von Logistikdienstleistern mit etwa einem Drittel der Flächennachfrage. Das starke Wachstum des E-Commerce Handels lässt einen weiteren Anstieg des Bedarfs an Logistikflächen im näheren Umland von Berlin erwarten. Die Scope Ratings AG erwartet in einer Studie vom März 2017 aufgrund des wachsenden Onlinehandels eine Verdoppelung des Bedarfs an Logistikimmobilien.

Logistikregion Berlin

„Zwar ist die Dominanz der Handelsunternehmen bei der Branchenverteilung in Berlin kein Novum“, heißt es in einem aktuellen Marktbericht der BNP Paribas Real Estate. „Ein Flächenumsatz von 95.000 m² im Startquartal 2017 und ein Anteil von gut 71 % jedoch schon“. Hierzu beigetragen haben nicht nur eine Vielzahl von Deals, sondern mit ASOS und dm auch die beiden größten Deals des Gesamtmarkts.

Ähnliche Zahlen stellte der Broker CBRE auf der „transport logistic“ in München vor. Rainer Koepke, CBRE Managing Director & Head of Industrial & Logistics Germany zählt Berlin mit den aktuellen Großdeals in Großbeeren (ASOS) und Wustermark (dm) zu den Top 5-Standorten in Deutschland.

Der britische Online-Versandhandel ASOS, für den 43.000 m² in Großbeeren gebaut werden, ist ein gutes Beispiel für den großen Stellenwert von E-Commerce Unternehmen als wichtige Akteure auf dem Logistikmarkt in Berlin-Brandenburg. Auf dem zweiten Platz landen Industrieunternehmen mit 18 %, Logistikdienstleister verbuchen gut 7 % und sind damit noch leicht unterrepräsentiert.

Ausweichen in das Umland

Logistikflächen im innerstadtischen Bereich von Berlin sind und bleiben ein rares Gut. Daran hat sich auch im Jahr 2017 nichts geändert. Für potenzielle Nachfrager ergeben sich dadurch oftmals nur die Alternativen, entweder von einer Standortverlagerung bzw. –erweiterung abzusehen und den bestehenden Mietvertrag zu verlängern oder in gut angebundene Lagen im Umland auszuweichen.

Denn in der Peripherie stellt sich die Lage etwas anders dar. Dort wurden und werden Logistikflachen in größerem Umfang spekulativ errichtet. Zu nennen sind beispielsweise der Verdion Airpark in unmittelbarer Nähe des neuen Flughafens oder der erst kürzlich von der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zur Bebauung freigegebene Innovationspark Potsdam auf dem 60 Hektar großen Friedrichsparkgelände an der A 10.

Der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan sieht in Potsdam ein Business & Smart Logistics Center für hochproduktive, verkehrsarme und mittelstandsfreundliche Immobilien vor. Diese sollen in Mieteinheiten zwischen 2.000 und 5.000 Quadratmeter aufgeteilt werden. Die kleinteiligen Mieteinheiten sollen mittels IT und gemeinsamer logistischer Infrastruktur zu Industrie 4.0-fähigen Zellen für kleine und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, After Sales Logistics und Light Manufacturing verbunden werden.

Renaissance der alten Industriezonen?

Vielleicht folgt die Hauptstadtregion auch schon bald einer Entwicklung, die seit einiger Zeit in den Ballungsräumen der Vereinigten Staaten von Amerika zu beobachten ist. Dort gewinnen die alten industriellen Zonen, die ehemals rund um die großen US-Städte entstanden sind und die sich aufgrund wachsender Deindustrialisierung im Sinkflug befinden, eine völlig neue Attraktivität.

David Egan, Leiter des Industrial Market Research des Brokers CBRE, erklärte kürzlich gegenüber dem Wall Street Journal: „Die alten Industriezonen erleben eine regelrechte Renaissance. Früher drehte sich dort alles um das Produzieren von Waren, heute um deren Verteilung.“

Rudolf HämelÜber den Autor: Rudolf Hämel (siehe Foto) ist Geschäftsführer der LogReal.DieLogistikimmobilie GmbH. Mit regionaler Kompetenz und Qualität sowie jahrzehntelanger Erfahrung in den Bereichen Logistik, Immobilie, Marketing und Beratung steht LogReal.DieLogistikimmobilie für Lösungen bei Verkauf und Vermietung sowie Standortentwicklung und -marketing.

Kontaktdaten: Tel.: + 49 (0) 151 611 08 888; E-Mail: haemel@logreal-die-logistikimmobilie.com

Sie suchen selbst gerade ein neues Logistikzentrum für Ihren Versand- und Online-Handel? Dann finden Sie vielleicht das passende Angebot auf neuhandeln.de in unserer Immobilien-Datenbank.