Erster Zukauf: Cyberport will mit Patronen-Versender wachsen

Um den Umsatz zu steigern, hat der Elektronik-Versender Cyberport in den vergangenen Jahren immer wieder neue Filialen eröffnet. Nun gehen die Dresdner neue Wege und übernehmen zum ersten Mal einen anderen Anbieter, um dadurch ihr Wachstum voranzutreiben – konkret die HQ-Patronen GmbH, die auf den Online-Handel mit Tonern, Tinte und Bürobedarf spezialisiert ist. Diese Produkte kann man zwar prinzipiell auch bei Cyberport kaufen. Dort ist das Sortiment aber auf offizielle Hersteller-Ware beschränkt, während es bei HQ-Patronen auch kompatible Produkte von anderen Anbietern gibt.

Aliz Tepfenhart
Aliz Tepfenhart (Bild: Hubert Burda Media)

„Cyberport bekommt mit dem Kauf einen noch größeren Fußabdruck im Markt“, freut sich die Beiratsvorsitzende Aliz Tepfenhart (siehe Foto). Zudem könne Cyberport verstärkt mit Service und Beratung punkten, da Verbraucher immer wieder neue Toner, Tinte und Bürobedarf benötigen.

Mit der Übernahme will Cyberport daher nicht zuletzt seine Kundenbindung stärken, wenn Kunden immer wieder Verbrauchsartikel erneut kaufen. Für Verbraucher ändert sich dabei nichts. So bleibt die HQ-Patronen GmbH unter gleicher Marke weiter eigenständig am Markt, das Management mit Benjamin Maurer und Stefan Siebenberg an Bord.

HQ Patronen wurde 2006 gegründet und beschäftigt aktuell in Hamburg und Seevetal (Logistik) mehr als 130 Mitarbeiter. Der IT-Spezialist bedient Kunden in Deutschland, Österreich und Frankreich. Laut dem zuletzt veröffentlichen Jahresabschluss konnte man 2015 einen Netto-Umsatz von 34,6 Mio. Euro erzielen, was einem Wachstum von rund drei Prozent entsprach (2014: 33,6 Mio. Euro). Etwa 40 Prozent vom Umsatz wurden über B2B-Kunden eingespielt, der Rest über Geschäfte mit Endverbrauchern.

Cyberport Umsatz
Bei Cyberport gab es 2015 erneut einen Verlust (eigene Angaben in Mio. Euro)

Cyberport konnte laut den zuletzt veröffentlichten Zahlen im selben Jahr den Umsatz um 11,1 Prozent auf 565,4 Mio. Euro netto steigern. Gründe waren, dass Kunden generell ihre Käufe aus dem Einzelhandel zunehmend ins Netz verlagern und Cyberport sein Sortiment um wachstumsstarke Segmente wie Weiße Ware erweitert hatte. Unterm Strich stand dennoch ein Jahresfehlbetrag von -1,6 Mio. Euro (siehe Grafik). So hatten sich unter anderem die Personalkosten bei Cyberport stark erhöht, was zum Beispiel an der Eröffnung eines zweiten stationären Stores in Wien im Februar 2015 lag.

Cyberport betreibt neben einem deutschen Online-Shop auch ein Shopping-Angebot für Kunden in Österreich. Dazu betreiben die Dresdner aktuell 15 Filialen, darunter zwei Geschäfte in Österreich (Wien). Den Multichannel-Händler hatte bereits im Jahr 2000 der Burda-Konzern übernommen, der lange mit 98 Prozent beteiligt war. Jetzt hat Hubert Burda Media die übrigen zwei Prozent der Geschäftsanteile der Cyberport GmbH vom bisherigen Mitgesellschafter Olaf Siegel übernommen.

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