Doch kein Multishop-Modell: Strategiewechsel bei Channel 21

Der deutsche Teleshopping-Sender Channel21 feilt hinter den Kulissen an seinem Geschäftsmodell  So verabschieden sich die Hannoveraner nach Informationen von neuhandeln.de nun wieder von ihrem Multishop-Modell, das man vor einem Jahr als neue E-Commerce-Initiative in Aussicht gestellt hatte.

Monaco Blue
Für die Channel21-Marke „Monaco Blue“ gibt es einen eigenen Mode-Shop (Bild: Screenshot)

Damals lautete der Plan, erfolgreiche TV-Formate aus dem Verkaufsfernsehen über eigene Online-Auftritte ins Internet zu verlängern. Der Gedanke dahinter war smart: Handelspartner und Marken sollten durch einen eigenständigen Online-Shop eine zusätzliche Sichtbarkeit im Internet erhalten und dadurch auch Kunden erreichen, die nicht bei Channel21 kaufen.

In den Planspielen waren bis zu 20 Online-Auftritte für einzelne Marken und Hersteller, die Channel21 für seine Partner betreiben wollte.

Vor diesem Hintergrund wurde in den vergangenen Monaten sogar die für den E-Commerce zuständige Geschäftseinheit in München weiter ausgebaut, wo aktuell rund 25 Mitarbeiter im E-Commerce für Channel21 tätig sind.

Diese haben in den vergangenen anderthalb Jahren bereits einige Sub-Shops für den Verkaufssender aufgebaut – darunter die Online-Angebote für die hauseigene Mode-Marke „Monaco Blue“ (siehe Screenshot oben) sowie zusätzliche Online-Shops für die Kosmetik-Linie „Linea“ und die beiden Channel21-Marken „Gemondo“ (Schmuck) und „Herbert Plum“ (Gesundheitsprodukte).

Diese Marken-Shops werden nun in den Online-Shop von Channel21 mit bestehendem hohen Website-Traffic integriert. Im Marken-Shop von “Herbert Plum” finden Verbraucher daher bereits den Hinweis, dass sie das gesamte Nischen-Sortiment von nun an in der C21-Welt auf Channel21.de finden.

Der Strategie-Wechsel basiert auf der Grundlage, dass der Marketing-Aufwand für jeden separaten Web-Auftritt in der Praxis zu groß ist. Vielmehr sei es effizienter, alle Marketingaufwendungen in ein zentrales Online-Portal (Channel21.de) einfließen zu lassen.

Im vorletzten Geschäftsjahr 2014 konnte der Teleshopping-Sender seinen Umsatz um 6,8 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 40,0 Mio. Euro steigern, nachdem der Umsatz zwischen 2010 und 2012 noch eingebrochen war (siehe Grafik). Damals hatte Channel21 mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen, so dass man im Verkaufsfernsehen immer wieder dieselben Produkte bewerben musste. Dieser Negativ-Trend wurde erst im vierten Quartal 2012 mit einem neuen Geschäftsmodell gestoppt.

Channel21 Umsatz
Channel21 hat Umsatz und Ergebnis zuletzt stark verbessert (Bild: eigene Grafik)

Unter dem Motto “Media 4 Revenue” verkauft Channel21 seitdem zusätzlich zu Eigenformaten auch Ware von externen Partnern über seine TV-Sendungen. Dabei werden Produkte im Namen und auf Rechnung von Channel21 ausgeliefert, in der Regel aber vom Partner verschickt. So muss Channel21 selbst keine Ware ankaufen, die Partner können wiederum ohne eigene TV-Studios und Sendelizenzen über das Fernsehen verkaufen. Vom Umsatz einer Sendung werden die Kosten von Channel21 (z.B. Produktion) und Ausgaben des Partners (u.a. Wareneinsatz) abgezogen, der Gewinn danach geteilt.

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Bereits in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 hat sich dieses neue Geschäftsmodell als “wegweisend” erwiesen. Und auch im laufenden Geschäftsjahr zeige sich, dass die neue Strategie mit den Partnern aufgeht. Demnach konnten die Hannoveraner in den ersten vier Monaten des Jahres ihren Umsatz um 16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern (Januar bis April 2015). Zudem verkauft nun auch der auf Best Ager spezialisierte Textilversender Atelier Goldner Schnitt seine Mode über Channel21. Ab Herbst wird der Versender mit etwa 8 Live-Stunden pro Monat auf Sendung sein.

Befeuert wird das Geschäft jetzt zudem von zwei Teleshopping-Promis. Bereits seit Anfang April gibt es bei Channel21 die Mode der Marke “Pompöös”, die von Star-Designer Harald Glööckler stammt. Ende April hat Channel21 zudem eine Kooperation mit Designerin Ricarda Manuela Hofmann begonnen.

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