Deutscher Shop von Debenhams schon wieder offline

Immer mehr britische Versender drängen nach Deutschland und buhlen mit deutschen Online-Shops um die Gunst der einheimischen Kunden. So ist zum Beispiel der Elektronik-Händler AO gerade eben erst in Deutschland gestartet, während der Fashion-Versender Asos hierzulande zuletzt stark wachsen konnte und in Deutschland bereits ein eigenes Lager betreibt.

Debenhams.de offlineBildquelle: Screenshot

Ein Selbstläufer scheint das Geschäft in Deutschland für die Briten aber nicht zu sein. Das lässt zumindest das Beispiel Debenhams vermuten. Denn die britische Kaufhauskette hatte im Juli 2012 unter Debenhams.de einen deutschen Online-Shop gestartet, der nun offline ist.

Wer die Internet-Adresse Debenhams.de aufruft, wird zum Shoppen auf eine internationale Version des Online-Shops verwiesen (siehe Foto). Dort können Nutzer zwar als Zielland für ihre Bestellungen die Bundesrepublik auswählen, die Seite bleibt dennoch in englisch und Preise werden in Pfund angegeben. Kunden müssen zudem einen neuen Account anlegen, denn mit den Kundendaten des deutschen Shops kann man nicht auf der internationalen Seite kaufen.

Für deutsche Kunden dürfte die internationale Website wenig attraktiv sein, weshalb das Aus des deutschsprachigen Online-Shops quasi den Rückzug aus Deutschland bedeutet.

Warum der deutsche Shop vor kurzem geschlossen wurde (im Oktober war er noch online), haben die Briten auf Nachfrage bislang nicht verraten. Eine Erklärung wäre, dass generell in Deutschland die Retourenquoten höher ausfallen als in UK und das Geschäft dadurch gerade für Mode-Versender wie Debenhams schnell unattraktiv wird. Aus diesem Grund hat jedenfalls schon ein anderes Dickschiff aus Großbritannien seinen deutschen Shop wieder eingestampft.

Die britische Versendergruppe N Brown war mit ihrer Große-Größen-Marke Simply Be im Jahr 2009 in Deutschland gestartet, um mit Plus-Size-Anbietern wie Sheego und Happy Size zu konkurrieren. In der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2013/2014 (Stichtag: 01. März) haben die Briten ihren deutschen Shop aber wieder begraben und betreiben seitdem eine englischsprachige Website mit Euro-Preisen für Kunden auf dem europäischen Festland.

Offline ist der deutsche Shop, weil hohe Retourenquoten das Geschäft in Deutschland erschwert haben. Auch Asos hatte kürzlich geklagt, dass durch das boomende Geschäft in Deutschland prinzipiell die Retourenquoten gestiegen sind. Es spricht daher viel dafür, dass auch Debenhams unter der Retouren-Flut deutscher Kunden gelitten haben könnte.

Beim deutschen Shop Debenhams.de lag der Fokus auf Mode, Heimtexilien und Spielwaren, das auch in UK erhältliche Sortiment an Möbeln und Elektronik wurde nicht angeboten. Der Standardversand kostete 4,90 Euro, der Rückversand war kostenlos. Bestellungen wurden in der Regel innerhalb von fünf bis sechs Arbeitstagen aus UK geliefert, zahlen konnten deutsche Kunden ihre Bestellungen bei Debenhams mit Kreditkarte, Debitkarte und Paypal.

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Besonders bitter: Wer die internationale Seite Debenhams.com von Deutschland aus aufruft, wird nach wie vor auf den deutschsprachigen Shop Debenhams.de verwiesen und dabei mit „Informationen in deutscher Sprache“ und „Euro-Preisen“ geködert. Wer diese Seite aufrufen will, wird dann im zweiten Schritt zum Shoppen aber auf die internationale Seite verwiesen – wo man als deutscher Kunden ja nur noch Inhalte auf Englisch und Preise in Pfund bekommt.

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