Der zweite Streich: Amazon bringt „Prime now“ nach München

Heinrich Dehn

Unter dem Motto „Prime Now“ hatte Amazon Deutschland vor drei Monaten in Berlin damit begonnen, ausgewählte Produkte bereits innerhalb einer Stunde nach einer Online-Bestellung zuzustellen. Nach dem Start in der Hauptstadt bietet der Versandriese seinen neuen Express-Lieferdienst nun auch in München an. Auch hier bekommen Kunden nun ihre Pakete in einer Stunde nach der Bestellung oder innerhalb eines gewählten 2-Stunden-Zeitfensters, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

Amazon Prime Now
„Prime Now“ gibt es nun auch in München (Bild: Amazon.de)

Die Konditionen in München sind dabei dieselben wie für Kunden in der Hauptstadt: So können die neue Expresslieferung nur Kunden nutzen, die auch Mitglied im Amazon-Kundenprogramm „Prime“ sind.

Damit ein Kurier die Ware liefert, müssen Prime-Kunden zudem über eine spezielle „Prime-Now-App“ bestellen, die man sich zuvor auf das eigene Smartphone laden muss.

Die Blitz-Lieferung können dabei auch Münchner Kunden nicht für das gesamte Angebot in Anspruch nehmen, sondern aktuell erst bei einem Rumpfsortiment „aus mehreren tausend Prime-Now-Produkten“.

Der Mindestbestellwert bei einer Expresslieferung beträgt 20 Euro. Kostenlos ist der Versand zudem nur, wenn Kunden für die Zustellung ein 2-Stunden-Zeitfenster zwischen 08 und 24 Uhr am Tag der Bestellung auswählen. Wer die Ware dagegen sofort innerhalb nur einer Stunde haben will, zahlt sowohl in München als auch in Berlin eine Pauschale von 6,99 Euro bei dem Service „Prime Now“.

Auch in München stellt Amazon die Ware nicht selbst, sondern über einen externen Dienstleister zu. Kooperiert wird hier mit den Kurierdiensten Interkep und System-Logistik, während Amazon in Berlin bereits mit Interkep und Go! zusammen arbeitet. In beiden Städten setzen diese Lieferpartner neben klassischen Lieferwägen auch elektronisch angetriebene Lastenfahrräder ein.

Medienbericht: Erste Amazon-Packstation in Deutschland

Mit der “ultraschnellen Lieferung” will Amazon den Online-Einkauf für seine Kunden “noch komfortabler gestalten. Aus diesem Grund können deutsche Verbraucher seit dem vergangenen Herbst bereits in 14 deutschen Metropolregionen einen Same-Day-Service buchen, bei dem sie ihre Online-Bestellung noch am selben Abend zwischen 18 und 21 Uhr erhalten. Ab einem Mindestbestellwert von 20 Euro liefert Amazon die Ware kostenlos – aber nur an Prime-Mitglieder. Diese bekommen für 49 Euro im Jahr zudem den Standardversand kostenlos sowie verschiedene Musik- und Video-Streaming-Angebote.

Und bald schon dürften Amazon-Kunden die nächsten Serivce-Vorteile für sich nutzen können. So schreibt das Nachrichtenmagazin „Focus“, dass Amazon in München eine eigene Packstation mit dem Namen „Amazon Locker“ aufgestellt hat. In den USA bietet Amazon seine „Locker“ (englischer Begriff für Schließfach) bereits länger an. Hier können sich Kunden auf Wunsch ihre Pakete hinterlegen lassen und anschließend über einen Zahlencode aus einer Box nehmen. Zielgruppe sind Kunden, die bei einer Zustellung voraussichtlich nicht zu Hause sind und dann eventuell den Zusteller verpassen.

Auf einem ähnlichen Prinzip basieren bereits bei Paket-Zusteller DHL die hauseigenen Packstationen und die DHL-Paketkästen. Mit Amazon könnte nun erstmals ein Versandhändler in diesem Markt mit DHL konkurrieren. Ob und wann die „Amazon Locker“ bundesweit angeboten werden, steht aktuell aber nicht fest: Auf Nachfrage von neuhandeln.de gibt sich der US-Riese recht zugeknöpft und verweist lediglich darauf, dass man zu den „Amazon Lockers“ bislang „keine Ankündigung gemacht“ habe.

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