„Cycle Stories“: Ein Kunden-Magazin für drei Zielgruppen

Der nordhein-westfälische Fahrrad-Versender Rose hat in diesen Tagen sein allererstes Kundenmagazin veröffentlicht (Titel: „Cycle Stories“). Die 100 Seiten starke Erstausgabe hat eine Druckauflage von 100.000 Stück. Alternativ kann man das Print-Magazin auch online abrufen.

Das habe ich auch direkt getan, um Stärken und Schwächen der Erstausgabe zu analysieren. Denn mit dem neuen Print-Titel will Rose gleich drei verschiedene Zielgruppen bedienen.

Rose MagalogDas Inhaltsverzeichnis (links) für drei Zielgruppen (Bildquelle: Screenshot)

So gibt es im Heft sowohl Inhalte für Mountainbiker, Rennradfahrer als auch Freizeitradler (siehe Inhaltsverzeichnis links oben). Ein Heft für all diese Radler zu konzipieren dürfte nicht gerade einfach sein, da die einzelnen Zielgruppen doch recht unterschiedlich ticken. Aus diesem Grund betreibt die Internetstores GmbH beispielsweise gleich drei Radl-Shops mit Bikeunit.de (Zielgruppe: Mountainbiker), Bruegelmann.de (Rennradfahrer) und Fahrrad.de (Freizeitradler).

Doch der Mehrwert für den Nutzer ist greifbar. So gibt es neben Reiseberichten (z.B. ab Seite 77) auch konkrete Praxistipps (Seite 90: „Federgabel richtig einstellen“) und Interviews mit Szene-Größen (Seite 68: „12 Fragen an…“). Um den Fahrrad-Händler emotional aufzuladen, gewährt Rose zudem einen Blick hinter seine Kulissen (Seite 42: „Im Rose Logistikzentrum“).

Rose MagalogEinzelne Produkte werden im Content platziert (Bildquelle: Screenshot)

Verkaufen will Rose allerdings auch. Deshalb werden einzelne Artikel im redaktionellen Content beworben (siehe Foto oben). Auf Doppelseiten präsentiert Rose zudem immer wieder ausgewählte Produkte für seine Kunden am Stück (zum Beispiel in der „Shopping Mall“ ab Seite 64):

Rose MagalogDoppelseiten mit Artikeln aus dem Online-Shop (Bildquelle: Screenshot)

Macht Rose also alles richtig? Jein. Denn auch wenn Hardselling sicher nicht im Vordergrund steht, fehlen mir verkaufsfördernde Elemente. Auf dem Titel würde beispielsweise die URL des Online-Shops nicht schaden, auf der Rückseite fehlen mir Kontaktinformationen (Telefon, E-Mail, etc.). Gut ist aber, dass Rose hier ein Produkt präsentiert – schließlich zählt der Rücktitel gemeinhin zu den aufmerksamkeitsstärksten Seiten von Katalogen. Dazu gibt es einen QR-Code und eine Artikelnummer, über die Kunden schnell an die Ware im Online-Shop kommen:

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Rose MagalogCover (links) und Rücktitel (rechts) des Rose-Magalogs (Bildquelle: Screenshot)

So eine Bestellnummer steht auch bei einzelnen Produkten im Katalog (Beispiel: Seite 20). Am Anfang des Magalogs fehlt mir aber eine Anleitung dazu, dass Leser diese Nummer einfach in die Suchmaske des Online-Shops eintippen und damit direkt die Artikelseite aufrufen können.

Stattdessen platziert Rose auf den sechs Einstiegsseiten gleich drei ganzseitige Werbeanzeigen. Das ist insofern immer etwas heikel, wenn – wie auf Seite 5 – eine externe Website beworben wird (Beispiel: GoreApparel.de) – was Leser ja nicht gerade in den eigenen Shop lockt.

Rose MagalogAuf das Editorial (links) folgt eine Anzeige (Bildquelle: Screenshot)

Das neue Kundenmagazin ist auch Teil einer neuen Print-Strategie. So wird Rose den klassischen Hauptkatalog mit Gesamtsortiment (aktueller Umfang: 526 Seiten) künftig nicht mehr produzieren, den Radkatalog mit allen Rose-Bikes gibt es aber weiter (aktuell 254 Seiten).

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