Cyberport GmbH: Der nächste Geschäftsführer ist weg

Jeremy Glück ist nicht mehr Geschäftsführer bei dem auf PCs und Elektronik spezialisierten Multichannel-Händler Cyberport. Einen entsprechenden Bericht des ITK-Magazins Channel Partner hat Cyberport soeben gegenüber neuhandeln.de bestätigt. Demnach hat Glück das Dresdner Unternehmen bereits Anfang Mai aus rein persönlichen Gründen verlassen. Sein Abschied bedeute daher auch nicht, dass Cyberport etwas an seiner Strategie ändern will.

Jeremy Glueck Cyberport

Glück (siehe Foto) war im Herbst 2013 in die Geschäftsführung der Cyberport GmbH eingetreten und seitdem für das Filialgeschäft und den Online-Shop sowie das Marketing und den Vertrieb zuständig. Zuvor war der 44-Jährige bei der Media-Saturn Business GmbH als Chief Operating Officer (COO) tätig und dabei für E-Commerce und Multichannel-Handel verantwortlich. Um Glück wurde im Herbst 2013 eine neue Geschäftsführung gebildet, der seitdem auch noch Rainer Kiefer, Thomas Koelzer und Danilo Frasiak angehörten.

Das erklärte Ziel war damals, den Wachstumskurs von Cyberport fortzusetzen und dabei eine führende Position als Multichannel-Anbieter einzunehmen. Seitdem wurden neue Filialen in Berlin (April 2014), München (Oktober 2014) und Wien (Februar 2015) eröffnet, durch die der Multichannel-Händler nun schon auf 15 Geschäfte in Deutschland und Österreich kommt.

Auch der Umsatz erhöhte sich und stieg im vergangenen Geschäftsjahr 2014 auf einen Wert von 606 Mio. Euro brutto, was einem Wachstum von zehn Prozent entspricht. Im Jahr zuvor – wo das neue Management-Team von Cyberport ja erst zum Jahresende eingesetzt worden war – hatte es dafür aber nur ein Mini-Plus von 1,9 Prozent auf 460,9 Mio. Euro netto gegeben.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hatte sich dabei obendrein von zuvor schon überschaubaren 0,2 Mio. Euro auf -2,6 Mio. Euro verschlechtert, statt einem Jahresüberschuss von 0,1 Mio. Euro (2012) gab es 2013 einen Jahresfehlbetrag von ebenfalls -2,6 Mio. Euro.

Cyberport UmsätzeBei Cyberport entwickelt sich der Umsatz besser als das Ergebnis (eigene Grafik)

Als Gründe für das Minus nannte Cyberport unter anderem einen massiven Preisdruck aus dem Markt und Investitionen in Filialen und TV-Werbung, die das Ergebnis belastet hatten.

Weil auch 2014 neue Stores eröffnet wurden, dürfte sich die Expansion im Einzelhandel erneut im Ergebnis niedergeschlagen haben. Ursprünglich hatte Cyberport für das Geschäftsjahr 2014 dennoch ein “ausgeglichenes operatives Ergebnis” prognostiziert. Der Abschluss für 2014 liegt leider noch nicht vor, bis Redaktionsschluss hat sich Cyberport zum Thema nicht geäußert.

Fest steht: Die Aufgaben von Glück teilen sich bei Cyberport ab sofort die beiden verbliebenen Geschäftsführer Rainer Kiefer (zuständig für Produktmanagement, Einkauf, Finanzen, Personal, Organisation) und Danilo Frasiak (Logistik, Kundenservice), der übrigens schon seit dem Jahr 2011 und damit vor dem neu eingesetzten Management im Herbst 2013 für Cyberport in der Geschäftsführung tätig ist. Vor anderthalb Jahren war mit Glück und Kiefer auch Thomas Koelzer als Geschäftsführer verpflichtet worden (Ressort: Technik), der aber Cyberport bereits zu Jahresbeginn verlassen hatte und seitdem als CEO das Online-Portal Chip.de betreut.

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