Curated Shopping: Mey+Edlich verschickt keine Männerpakete mehr

Vor einem Jahr hatte die auf Männer-Mode spezialisierte Walbusch-Gruppe begonnen, erstmals mit Curated Shopping zu experimentieren. Seit Herbst 2015 konnten Verbraucher daher bei der Walbusch-Tochter Mey+Edlich ein so genanntes „Männerpaket“ bestellen. Zielgruppe waren Männer, die sich ihre Outfits nicht selbst zusammen stellen wollen oder schlichtweg keine Zeit für Online-Shopping haben. Diese bekamen daher mit einem Männerpaket verschiedene Textilien wie Hose und Hemd zugeschickt, die von Mitarbeitern des Textilversenders individuell für die jeweiligen Kunden kombiniert wurden.

Mey+Edlich Männerpaket
Mey+Edlich bietet sein Männerpaket aktuell nicht mehr an (Bild: Screenshot)

Bis jetzt. Denn wer aktuell ein Männerpaket bestellen möchte, schaut in die Röhre – so wird der Curated-Shopping-Service momentan nicht mehr angeboten (siehe Abbildung). Auf Nachfrage von neuhandeln.de erklärt die Walbusch-Tochter aber, dass der Service vorerst nur „ruhe“ und eine Wiederaufnahme des Curated-Shopping-Konzepts jederzeit möglich sei. Denn nach eigenen Angaben sei das „Männerpaket“ von den Kunden an sich gut angenommen worden. Doch „begrenzte interne Kapazitäten“ hätten Mey+Edlich letztlich dazu bewogen, den Service vorerst wieder einzustellen.

Ob die Walbusch-Tochter ihren Shopping-Service aber wirklich wieder beleben wird? Wenn das Konzept tatsächlich ein Umsatztreiber wäre, hätte man es wohl kaum eingestellt – sondern vielmehr die nötigen Kapazitäten geschaffen, um weiterhin „Männerpakete“ zu verschicken. Vielleicht stehen bei solchen Curated-Shopping-Diensten aber auch tatsächlich Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis.

Zur Erinnerung: Die „Männerpakete“ beinhalteten Outfits, die Mitarbeiter für jeden Kunden individuell zusammen gestellt haben. Damit Kunden die ausgewählte Mode auch gefiel, mussten Interessenten zunächst einen Online-Fragebogen ausfüllen. Hier wollte Mey+Edlich unter anderem erfahren, was für ein Outfit die Kunden suchen (z.B. Casual oder Business), welche Farben sie mögen und welche Größen ihnen passen. Wenn Kunden das Paket bekamen, mussten sie nur die Artikel behalten, die ihnen auch passten und gefielen. Die Retoure war kostenlos, für die Hinsendung fielen allerdings 5,95 Euro an.

Einen vergleichbaren Service bietet Zalando seit Frühjahr 2015 unter dem Namen „Zalon“ an. Dieser komme bei Kunden ebenfalls gut an und wurde nach dem Deutschland-Start inzwischen in weitere Ländermarkte ausgerollt (Holland, Österreich, Schweiz). Während Mey+Edlich für die Männerpakete aber das bestehende Team beschäftigte, vertraut Zalando auf freiberufliche Berater. Diese sind etwa Mode-Verkäufer, die sich über „Zalon“ etwas dazu verdienen. Denn Berater erhalten Provisionen, wenn Kunden bestellen und nicht retournieren. Zusätzliche Vergütungen gibt es für Berater, die gut bewertet werden. So will Zalando erreichen, dass sich die freiberuflichen Berater auch Mühe geben.

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