Bread & Butter: „Der Marke Zalando ein Gesicht geben“

Anfang September veranstaltet der Fashion-Versender Zalando unter dem Namen „Bread & Butter“ in Berlin erneut eine Publikumsmesse für Mode-Fans. Es ist bereits die zweite Auflage, nachdem Zalando die – ursprünglich als B2B-Fachmesse konzipierte – Veranstaltung vor zwei Jahren übernommen und im vergangenen Jahr erstmals selbst in der Hauptstadt durchgeführt hat. Im Gespräch mit neuhandeln.de verdeutlichen die Berliner, warum sie ihr angestammtes Handelsumfeld jetzt erneut verlassen.

Bread & Butter Zalando
Das Logo des Events (Grafik: Zalando SE)

Demnach sei das Event generell ein Marketing-Instrument, das der Marke Zalando ein Gesicht geben soll. „In der Vergangenheit war die Modewelt ein elitärer Kreis und der Zugang zu Fashion Shows auf ausgewählte Redakteure und Trendsetter beschränkt“, argumentiert Zalando. „Mit der Bread & Butter ermöglichen wir nun allen Fashion-Fans den Zugang zur Modewelt.“

Möglich wird das vom 01. bis 03. September in der Arena Berlin. Der Mode-Versender erwartet über 30.000 Besucher, nachdem bei der ersten Auflage als Publikumsmesse im Vorjahr mehr als 20.000 Besucher vor Ort waren.

Verbraucher kostet der Eintritt jeweils 20 Euro pro Tag. Dafür können Besucher vor Ort aber nicht nur die Fashion-Trends für die kommende Herbst/Winter-Saison erfahren. Zusätzlich gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Promis, Show-Acts und Musik. Insgesamt zeigen mehr als 40 Fashion-Labels neue Mode, die man später online auf Zalando.de kaufen kann. Im Vorjahr waren es erst 25 Marken.

Dieses Wachstum kommt nicht von ungefähr. So trommelt Zalando kräftig für das Event und wirbt für die runderneuerte „Bread & Butter“ unter anderem mit Plakaten in Berlin sowie über Social-Media – schließlich war die Messe ja ursprünglich als B2B-Event konzipiert und nicht als B2C-Show. Deshalb müssen die Berliner auch nach wie vor noch Aufklärungsarbeit leisten: „Bread & Butter ist zwar in der Mode-Branche ein etablierter Name, aber nicht jedem Konsumenten ein Begriff“, weiß Zalando.

Mit 20.000 Besuchern bei der Premiere war das Event dennoch im vergangenen Jahr ausverkauft. Die „Bread & Butter“ sei dabei sowohl bei Besuchern gut angekommen als auch bei Marken-Partnern, denen Zalando mit der Messe eine weitere Plattform bieten will. Wie Zalando mit seinen Marken-Partnern die Präsenz vor Ort verrechnet, wollen die Berliner allerdings nicht verraten. Möglich wäre daher, dass Marken für die Teilnahme bezahlen. Oder Zalando selbst Geld auf den Tisch legt, um Partner zu überzeugen. In beiden Fällen profitieren jedenfalls Besucher, wenn Marken mitmachen.

Bread & Butter Zalando
Registrieren, scannen, shoppen: So läuft das RFID-Projekt (Grafik: Zalando SE)

Deren Kollektionen können Besucher in diesem Jahr übrigens erstmals vor Ort kaufen – wenn auch nur im Online-Shop von Zalando. Denn um die Brücke zum Online-Shop zu schlagen, bekommen Besucher beim Eintritt ein spezielles RFID-Armband. Mit diesem kann man dann Produkte vor Ort scannen und anschließend im Online-Shop speichern. Das funktioniert, weil jedes Armband einen individuellen Code hat (Beispiel: „12345“). Diesen müssen Besucher auf dem Smartphone in ihrem Kunden-Account hinterlegen, bevor sie Artikel mit RFID-Sensoren scannen. Alle gescannten Artikel werden dann in den eigenen Favoriten im persönlichen Kunden-Profil gelistet, wo man sie online direkt bestellen kann.

Dennoch steht der direkte Abverkauf nicht im Fokus. „Uns geht es vor allem um das Erlebnis für den Besucher“, verdeutlicht Zalando. „Wir wollen die Relevanz bei jungen Menschen steigern.“ Die Chancen dafür stehen gut, da sich die Zielgruppe der Bread & Butter auch nur bedingt mit der vorhandenen Kundschaft deckt: Beim letzten Mal waren mehr als die Hälfte der Besucher noch keine Kunden.

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