Bonprix-Bilanz: Otto-Tochter bleibt auf Wachstumskurs

Adreko

Der Mode-Versender Bonprix hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende: 28. Februar) einen Netto-Umsatz von weltweit rund 1,51 Mrd. Euro eingefahren. Das besagen die vorläufigen Zahlen der Otto-Tochter, die demnach um rund sechs Prozent zulegen konnte. Damit hat sich die Dynamik zwar abgeschwächt, nachdem der Mode-Spezialist ein Jahr zuvor noch zweistellig um elf Prozent wachsen konnte. Dass Bonprix im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger wächst, hatte sich aber angedeutet.

Bonprix Kai Heck
Geschäftsführer Kai Heck (Bild: Bonprix)

Denn bereits im ersten Halbjahr der aktuellen Berichtsperiode gab es für die Otto-Tochter nur ein Umsatzplus von sieben Prozent, nachdem Bonprix hier zuvor noch um satte zwölf Prozent zulegen konnte.

Generell waren im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr die Marktbedingungen im internationalen Textilhandel schwierig. Im Vorjahr konnte Bonprix zudem von positiven Währungseffekten beim US-Geschäft profitieren. Ein Wachstum auf demselben Niveau wie im Vorjahr sei daher für 2016/2017 von vornherein nicht realistisch gewesen.

Dennoch konnte die Otto-Tochter das gesamte Jahr erneut mit einem deutlichen Wachstum beenden. Kein Zufall. Denn im Kernmarkt Deutschland konnte Bonprix vor allem von seinem 30-jährigen Jubiläum profitieren, das im Frühjahr 2016 unter anderem mit Sonderangeboten beworben wurde. Dadurch gab es hierzulande ein Wachstum von sechs Prozent auf ein Niveau von knapp 700 Mio. Euro Umsatz.

Während Bonprix fast jeden zweiten Euro in Deutschland umsetzt, verteilt sich das restliche Geschäft auf 28 weitere Länder. Wachsen konnte man hier, weil Bonprix seine Kundendaten intern immer besser aufbereitet und dadurch einzelnen Verbrauchern gezielter personalisierte Angebote machen kann, die ihrem individuellen Mode-Geschmack entsprechen. So wird zum Beispiel das Kundenverhalten bei einer Produktsuche im Online-Shop analysiert und das Suchmuster mit dem Verhalten ähnlicher Kunden abgeglichen, um schnell eine optimierte Auswahl an passenden Produkten zu bieten.

Bonprix Umsatz
Bonprix bleibt auf Wachstumskurs (Quelle: eigene Angaben in Mrd. Euro)

2016 wurde zudem eine App für die Smartphone-Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google) veröffentlicht. Generell hat Bonprix seine Kollektionen zudem so überarbeitet, dass sie eine „stärkere modische Ausrichtung“ haben. Dazu sei es in Deutschland gelungen, Bonprix als eine sympathische Mode-Marke zu positionieren. Auch im Ausland investiert die Otto-Gruppe vermehrt in Werbung. „Hier können wir von Erfahrungen profitieren, die wir in Deutschland sammeln und so erfolgreiche Ansätze in internationale Märkte übertragen“, verdeutlicht Bonprix-Geschäftsführer Kai Heck (siehe Foto).

Bonprix ist in aktuell in 29 Ländern aktiv und verkauft über Print-Kataloge, Online-Shops und Filialen. Die Otto-Tochter verkauft auch in Russland, das Geschäft dort zählt aber zur Otto Group Russia. Der Mode-Versender führt ausschließlich Eigenmarken (Marken: bpc, Bodyflirt, Rainbow, John Baner). Die Rendite liegt im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 bei fünf Prozent – wie bereits im Vorjahr.

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