Bonprix-Bilanz: Deutschland-Umsatz geht nach Jubiläumsjahr zurück

Adreko

Die Otto-Tochter Bonprix konnte die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 (Ende: 28. Februar) nur mit einem moderaten Umsatzplus abschließen. Konkret steht für den Fashion-Händler aus der Otto-Gruppe ein Wachstum von drei Prozent in den Büchern, nachdem es vor einem Jahr von Anfang März bis Ende August ein Umsatzplus von sieben Prozent beim Geschäft über alle Länderaktivitäten gab. Dass sich das Wachstum nun abgeschwächt hat, ist allerdings kein Wunder.

Kai Heck
Geschäftsführer Kai Heck (Bild: Bonprix)

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatten noch Jubiläumsangebote das Geschäft befeuert, weil die Otto-Tochter in Deutschland ihr 30-jähriges Bestehen feierte. Insgesamt ist Bonprix mittlerweile zwar weltweit in 30 Ländern aktiv, über das Deutschland-Geschäft macht der Fashion-Händler aber nach wie vor noch rund die Hälfte seines gesamten Umsatzes.

Das Wachstum hat sich daher auch abgeschwächt, weil es hierzulande weniger Marketing-Aktionen gab. Prinzipiell gibt es aktuell mit dem 20-jährigen Bestehen des deutschen Online-Shops zwar das nächste Jubiläum. Das Shop-Jubiläum steht aber nicht im Fokus der Marketing-Maßnahmen.

Verständlich. Denn durch die Geburtstagsaktionen im Vorjahr konnte Bonprix in Deutschland bereits über sechs Prozent wachsen und damit die eigene Planung toppen. Mit weiteren Jubiläumsaktionen in diesem Jahr könnte Bonprix daher das Rad überdrehen. Nach eigenen Angaben konnte die Otto-Tochter hierzulande dennoch den Umsatz aus dem ersten Halbjahr des Vorjahres „fast“ erreichen. Was im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass in Deutschland das Geschäft zurück gegangen ist.

Wachstumstreiber war im ersten Halbjahr 2017/2018 daher das Auslandgeschäft. So gab es zum Beispiel in Frankreich, Polen und den Niederlanden jeweils zweistellige Zuwächse, wobei sich die Umsätze in diesen Märkten auf einem geringeren Niveau bewegen als in Deutschland. Zweistellig zulegen konnte Bonprix zudem in Brasilien, ein hohes einstelliges Plus gab es in den USA, wo Bonprix mit der Zweitmarke Venus vertreten ist. Gelungen sei zudem der Start in Norwegen, wo Bonprix erst seit wenigen Monaten aktiv ist. Beim Geschäft im Ausland war Bonprix allerdings außerhalb der Euro-Zone auch von Währungskursschwankungen betroffen, was letztlich das Wachstum geschmälert hat.

„Wir sind in einer herausfordernden ersten Geschäftsjahreshälfte gewachsen“, freut sich daher Kai Heck, Geschäftsführer für Finanzen, IT und Services (siehe Foto). Er rechnet damit, dass sich das Wachstum bis zum Ende des Geschäftsjahres erhöhen wird – auch weil die Otto-Tochter investiert.

So wird unter anderem die Shopping-App für Smartphones nun schon in 14 Ländern angeboten, nachdem diese Anwendung erst vor einem Jahr für die Mobil-Betriebssysteme iOS und Android entwickelt worden war und zum Start erst in Deutschland erhältlich war. Trotz solcher Investitionen konnte Bonprix im ersten Halbjahr 2017/2018 nach eigenen Angaben erneut „profitabel wachsen“.

Bonprix ist in 30 Ländern aktiv und verkauft über Print-Kataloge, Online-Shops und Filialen. Die Otto-Tochter verkauft auch in Russland, das Geschäft dort zählt aber zur Otto Group Russia und ist im Gruppen-Umsatz nicht enthalten. Der Mode-Versender führt ausschließlich Eigenmarken wie bpc.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 4126 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletterhier geht es direkt zum Abo.