„Betriebssystem für Mode“: Zalando startet neue Plattform-Dienste

Heinrich Dehn

Der Berliner Mode-Versender Zalando bietet seinen Partnern ab sofort einen zusätzlichen Service. So können Mode-Marken und Händler nun ihre Ware direkt in den Logistikzentren von Zalando einlagern und von dort aus an die Kunden des Fashion-Versenders ausliefern lassen, wenn sie ihre Produkte bei Zalando anbieten. Unter dem Motto „Zalando Fulfillment Solutions“ übernehmen die Berliner dabei die komplette Abwicklung für ihre Partner – vom Wareneingang über Lagerung bis zu Retouren.

Zalando Logistics
Zalando verschickt Ware von Partnern (Bild: Zalando)

Der Service gehört zur Strategie, den Fashion-Versender als „Betriebssystem für die Modewelt“ zu etablieren. Denn Zalando will Kunden enger an sich binden, wenn die Berliner auch die Ware ihrer Partner versenden.

„Zalando hat branchenweit Lieferstandards gesetzt und innerhalb der letzten sechs Jahre ein starkes Logistik-Netzwerk aufgebaut“, erläutert Jan Bartels, VP Logistics bei Zalando. Über den neuen Fulfillment-Service sollen Partner nun die Kunden von Zalando schnell und zuverlässig beliefern. Gedacht ist das Angebot für Marken und Händler, die ihre eigene Logistik entlasten möchten oder ein weniger starkes Logistiknetzwerk in anderen Ländern haben.

Nutzen können den Fulfillment-Service alle Händler und Marken, die ihre Ware bereits heute über das Partner-Programm von Zalando im Fashion-Shop der Berliner anbieten. Aktuell verkaufen mehr als 170 Marken eigene Sortimente über Zalando und versenden dabei die Ware aus ihrem eigenen Lager.

Nun können Partner selbst entscheiden, welchen Teil ihres Sortiments sie bei Zalando lagern. Zum Start ist das allerdings nur im Logistikzentrum in Mönchengladbach möglich. Langfristig will Zalando den Service auf seine insgesamt acht Logistikzentren in fünf Ländern ausweiten. Beliefert werden über den neuen Service bereits Kunden in Deutschland, Holland, Spanien, Österreich und Frankreich.

Neue Multichannel-Kooperation mit ANWR-Gruppe

Neuigkeiten gibt es auch zu einer Multichannel-Kooperation mit der Verbundgruppe ANWR, die auf das Geschäft mit Schuhen spezialisiert ist. Deren Tochter ANWR Media GmbH betreibt den Online-Marktplatz Schuhe.de, auf dem Einzelhändler ihre lokalen Bestände anbieten können. Aktuell verkaufen dort 1.450 Geschäfte, die ihre Sortimente parallel nun auch bei Zalando anbieten können.

Und das funktioniert so: Über das Zalando Merchant Center wird das Warenwirtschaftssystem des Online-Portals Schuhe.de mit dem Zalando Fashion Store verbunden. Die Artikel der ANWR-Händler werden dann im Online-Shop von Zalando gelistet, wo jeweils der Name des entsprechenden Anbieters auf der Produkt-Detailseite erscheint. Wenn ein Kunde dann bestellt, verschickt der stationäre Händler die Ware aus seinem Geschäft. Dieser bekommt dafür Provisionen „zu marktüblichen Standards“.

Mit dem Partnervertrag will die Verbundgruppe ihren Mitgliedern einen weiteren Absatzkanal im Internet eröffnen. Zalando wiederum kann durch die Kooperation das Online-Sortiment erweitern.

Ähnlich verfährt Zalando bereits bei einem Pilotprojekt mit der Gaxsys GmbH, die neuhandeln.de als Sponsor unterstützt. Im Gegensatz zum ANWR-Modell werden aber nicht die lokalen Bestände der einzelnen Händler an Zalando angebunden. Vielmehr gehen Aufträge über das gax-System an Händler, wenn Bestellungen im Zalando-Webshop eingehen. Der lokale Händler kann anschließend den Auftrag annehmen und Ware an den Kunden versenden – wenn er das Produkt auf Lager hat.

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