Baby-Markt.de plant mittelfristig 100 Mio. Euro Umsatz

Was passiert mit der Tengelmann-Beteiligung Baby-Markt.de? Diese Frage stellt sich seitdem bekannt ist, dass die Tengelmann-Gruppe die für den Betrieb der beiden Online-Pureplayer GartenXXL.de und Plus.de verantwortliche E-Stores GmbH an Edeka verkaufen will.

Babymarkt.deBildquelle: Screenshot

Baby-Markt gehört zwar nicht zu der E-Stores GmbH und wird separat von der Dortmunder Babymarkt.de GmbH geführt. Im Geschäftsbericht der Unternehmensgruppe wird Babymarkt allerdings im Gegensatz zu anderen Beteiligungen von Tengelmann Ventures (z.B. Zalando, Otto Gourmet) als operatives ECommerce-Geschäft ausgewiesen, da Tengelmann seit Dezember 2011 eine Mehrheitsbeteiligung an dem Dortmunder Spezialversender hält.

Insofern ist die Frage also durchaus berechtigt, ob sich Tengelmann im Zuge seiner aktuellen Portfolio-Bereinigung in einem zweiten Schritt nicht auch von Baby-Markt.de trennt. Auf Nachfrage von neuhandeln.de betont Babymarkt-Geschäftsführer Frank Scharmansky allerdings, dass der Spezialversender auch künftig unter dem Dach des Handelskonzerns bleibt:

“Die Tengelmann-Gruppe plant nicht, sich von Babymarkt.de zu trennen. Ganz im Gegenteil. Die wirtschaftliche Entwicklung ist sehr gut, so dass wir mittelfristig mit einem Netto-Umsatz von ungefähr 100 Mio. Euro planen. Nach wie vor befinden wir uns in einer Investitionsphase, was sich natürlich auch beim Ergebnis bemerkbar macht.”

Im vergangenen Geschäftsjahr 2013 konnte der Spezialversender seinen Umsatz um 46,5 Prozent steigern, wie aus dem Geschäftsbericht der Tengelmann-Gruppe hervor geht. Konkrete Zahlen nennt der Konzern aber nicht. Auch beim Ergebnis heißt es nur, dass Baby-Markt.de “keinen positiven Beitrag zum Konzernergebnis” leisten konnte. Die letzte offizielle Zahl datiert daher aus dem Jahresabschluss von 2011, als der Spezialversender bei einem Netto-Umsatz von 34,7 Mio. Euro einen Jahresfehlbetrag von 0,9 Mio. Euro eingefahren hatte. Im Jahr zuvor hatte es bei einem ähnlichen Umsatz noch einen Jahresüberschuss von 1,3 Mio. Euro gegeben.

2011 hatte dem Jahresabschluss zufolge unter anderem ein “Preiskampf” das Ergebnis belastet. Dass auch in den Folgejahren rote Zahlen geschrieben wurden, dürfte dagegen in erster Linie der Expansion geschuldet sein. So hat Baby-Markt.de einerseits in TV-Werbung investiert, was den Umsatz im Jahr 2012 “deutlich erhöhen” und 2013 zu dem Umsatzplus von 46,5 Prozent geführt hat. Parellel wurden mehrere Länder-Shops (unter der internationalen Marke “Pink or Blue”) gestartet, so dass Baby-Markt.de heute in zwölf europäischen Ländern aktiv ist. Der 2003 als Online-Pureplayer gestartete Spezialversender betreibt zudem seit Frühjahr 2013 eine Filiale in Duisburg und seit Mai 2014 einen Flagship-Store in Dortmund.

Eine gute Möglichkeit sich vom Wettbewerb abzuheben und bestehende Kunden langfristig an Baby-Markt.de zu binden, verspricht sich Scharmansky auch von „2nd Hand & more“ – einem Second-Hand-Marktplatz, der in diesem Frühjahr in die Plattform Baby-Markt.de integriert worden ist. Das Angebot komme gut an und werde bereits von mehreren tausend Endverbrauchern als Verkaufsplattform für gebrauchte Baby- und Kleinkinderartikel genutzt.

Seit zwei Monaten betreibt Baby-Markt.de außerdem den Shopping-Club VIP Family, mit dem Scharmansky seine Kundschaft ebenfalls länger an sich binden möchte:

“Eltern interessieren sich auch für Dinge, die nicht direkt etwas mit ihren Kindern zu tun haben. Dazu ist unser Kernsortiment für Kunden nur interessant, solange ihre Kinder noch klein sind. In unserem Shopping-Club verkaufen wir daher beispielsweise auch Produkte, die für die Familie, insbesondere Frauen ansprechend sind und stark vergünstigt angeboten werden.”

Auf einem ähnlichen Prinzip basiert ürbigens auch die Multishop-Strategie von myToys.de. So können Kunden auf der Plattform neben Spielzeug inzwischen auch Damen-Mode und Schuhe kaufen. Dieses Multishop-Konzept werde von den Kunden sehr gut angenommen, so dass auch Baby-Markt.de mit seinem Shopping-Club auf das richtige Pferd setzen dürfte.

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