B2B-Handel: Staples übernimmt Konkurrent Office Depot

Der amerikanische Bürobedarf-Spezialist Staples will mit dem ebenfalls in den USA ansässigen Wettbewerber Office Depot fusionieren. Beide Händler haben sich daher darauf verständigt, dass Staples für jede Aktie von Office Depot einen Preis von 7,25 US-Dollar in bar sowie 0,2188 US-Dollar in eigenen Anteilsscheinen zahlt. Gespräche über einen Zusammenschluss laufen bereits seit September 2014, nun haben die Vorstände beider Händler grünes Licht gegeben.

Staples Online-Shop

Zumindest der Online-Shop von Staples wächst (Bild: Screenshot)

Durch die Übernahme will Staples sich in einem zunehmend härteren Wettbewerb besser behaupten. So sollen durch den Zusammenschluss die weltweiten Ausgaben stark reduziert werden. Konkret will Staples künftig bei der Verwaltung sparen sowie von Best Practices und besseren Einkaufskonditionen profitieren. Um Synergie-Effekte überhaupt erst einmal nutzen zu können, rechnet Staples zwar mit Einmalkosten von rund einer Mrd. US-Dollar. Der Büro-Spezialist geht aber auch davon aus, bereits in dem dritten Geschäftsjahr nach der Übernahme von Office Depot mindestens eine Mrd. US-Dollar an Kosten eingespart zu haben.

Die Einsparungen will Staples in erster Linie dafür nutzen, um in das weitere Wachstum des Versandgeschäfts zu investieren. Der Händler denkt zudem darüber nach, sein Sortiment um weitere Kategorien jenseits von Papier, Bürobedarf und Schreibwaren (PBS) zu erweitern.

Staples-Geschäft: Zuwachs beim E-Commerce, Rückgang in den Filialen

Im Geschäftsjahr 2013 konnte Staples einen weltweiten Netto-Umsatz von 23,1 Mrd. US-Dollar verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr war der Umsatz damit allerdings um über fünf Prozent gesunken. Mit ein Grund für diesen Rückgang war, dass allein in Nordamerika 40 Geschäfte geschlossen worden waren. In den verbliebenen 1.846 Geschäften in den USA (Stand: 31. Dezember 2013) war allerdings der Umsatz ebenfalls rückläufig. International hatte zudem das Geschäft von Staples nicht zuletzt unter einer schwachen Nachfrage in Europa gelitten.

Zuwächse gab es 2013 beim Online-Shop Staples.com, ohne dass der Händler hier konkrete Umsätze nennt. Auch das Geschäft mit neuen Sortimenten wie Pausenbedarf (z.B. Snacks) hatte angezogen, während die Umsätze mit Technik- und PBS-Artikeln sanken. Vor diesem Hintergrund ist es also kein Wunder, dass Staples ausgerechnet in den Versandhandel investieren will und sein Sortiment erneut um zusätzliche Produkte anreichern möchte.

Office Depot kennt sich übrigens mit Fusionen aus. So hatten die US-Amerikaner erst im Jahr 2013 den Wettbewerber Office Max übernommen, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Sowohl Staples als auch Office Depot sind hierzulande aktiv. Während Staples neben einem deutschen Online-Shop auch Filialen in der Bundesrepublik betreibt, konzentriert sich Office Depot hierzulande auf den Versandhandel und ist noch mit der Zweitmarke Viking aktiv.

Im deutschen B2B-Geschäft hatte zuletzt der Büromöbel-Versender Cairo die Händermarke Topdeq von der Takkt-Gruppe übernommen. Die Otto-Gruppe wiederum will sich von ihren B2B-Aktivitäten trennen und dürfte den Online-Shop Otto Office demnächst verkaufen.

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