Auslandsreport: Prime-Offensive lässt Unito-Gruppe kalt

Der Versandhandelsriese Amazon bietet ab sofort auch seinen Kunden in Österreich an, dass sie das hauseigene Vorteilsprogramm “Prime” nutzen können. Wie in Deutschland bekommen Verbraucher für eine Pauschale von 49 Euro im Jahr daher eine versandkostenfreie Lieferung von den meisten Artikeln, die direkt von Amazon angeboten oder versendet werden.

Amazon Prime in ÖsterreichAmazon startet Prime in Österreich (Bildquelle: Screenshot)

In der Pauschale ist auch für Kunden in der Alpenrepublik unbegrenztes Streaming von Filmen und Serien aus dem Video-on-Demand-Angebot “Amazon Instant Video” enthalten sowie ein kostenloses eBook pro Monat aus der Kindle-Leihbücherei. Obendrein gibt es Speicherplatz für Fotos und vorzeitigen Zugang zu Verkäufen im hauseigenen Shopping-Club BuyVIP.

Unito-Gruppe verschickt an Top-Kunden bereits kostenfrei

Das Prime-Programm dürfte daher auch in Österreich dazu führen, dass Amazon seine Kunden enger an sich bindet. Wenn österreichische Kunden aber mehr bei Amazon ordern, dürften die direkten Wettbewerber die Leidtragenden sein – beispielsweise die einheimische Unito-Gruppe, die in Österreich mit den Versendermarken Otto Österreich, Universal sowie Quelle aktiv ist und dabei ebenfalls ein Universalsortiment vertreibt. Trotz der Prime-Offensive von Amazon sieht die Otto-Tochter aber keinen Bedarf, mit einem Kundenprogramm zu kontern.

Harald GutschiWie Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi (Foto) gegenüber neuhandeln.de betont, habe man nämlich bereits ein vergleichbares Premium-Programm im Angebot. So gibt es auch für Kunden vom Universal Versand – nach eigenen Angaben der zweitgrößte Online-Händler nach Amazon in Österreich – bereits versandkostenfreie Lieferungen ohne Mindestbestellwert. Einzige Voraussetzung ist, dass Kunden für mehr als 500 Euro im Jahr bei Universal einkaufen.

Das klingt interessant, wird aber leider nicht öffentlich kommuniziert. Denn die Unito-Gruppe lädt von sich aus Kunden zu ihrem Premium-Programm ein, wenn diese die Umsatzgrenze von 500 Euro pro Jahr überschreiten. Dann gibt es im direkten Vergleich zum Prime-Programm von Amazon zwar weniger Vorteile, weil ein Streaming-Service oder kostenlose eBooks fehlen.

Dafür müssen Kunden aber nicht mit einer Jahrespauschale in Vorleistung gehen für Services, die sie dann vielleicht doch nicht nutzen. Insofern ist es verständlich, dass die Unito-Gruppe als Wettbewerber von Amazon derzeit keine weiteren Kundenprogramme plant. Ich tippe aber jetzt einfach einmal darauf, dass der eigene Service künftig doch deutlicher beworben wird – denn im Wettbewerb mit Amazon bietet es sich erst Recht an, eigene Vorteile zu kommunizieren.

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